Das Gute zuerst. Der Film ist hochprofessionell gemacht und die Fantasy-Atmosphäre bleibt bis zum Schluss stimmig. Die Story: Im Autrag von Hitler öffnet Rasputin 1944 das Tor zu einer Dimension in der zerstörerische Dämonen wohnen. Diese sollen die Erde plattmachen. Durch besonnenes Eingreifen von britischen Kräften gelangt jedoch nur ein kleines Teufelchen durch die Tür. Dieser wird liebevoll als Hellboy großgezogen und bekämpft das Böse auf der Erde künftig nach Art eines Superhelden.
Das ist ganz putzig. Vor allem weil der Teufel so menschlich ist, was allerdings auch ein Kritikpunkt ist. Unangenehm ist dann, dass es bald etwas langweilig wird, denn der Teufel bekämpft die Dämonen und das macht er die ganze Zeit und nachdem man so nach 30 Minuten das Spielchen verstanden hat, passiert einfach nichts Neues mehr. Es gibt weitere und weitere Kämpfe und dann noch ein paar weitere Kämpfe. Das Ende ist natürlich vorhersehbar und ja - man muss von solchen Filmen - die ab und zu einfach nur Spaß machen - nicht mehr erwarten.
Aber dann kommt der Film doch noch ein bisschen pseudointellektuell daher und ich finde da kann man auch drauf eingehen. Denn angeblich gibt es bei Hellboy eine Botschaft. Es soll der Frage nachgegangen werden, was einen Menschen ausmacht. Und das ist dann natürlich schon etwas albern, denn Hellboy ist ein Geschöpf der Hölle, lediglich durch seine Erziehung wird er zum Menschen. Laut Geschichte entscheidet er sich denn auch im gesamten Film für die Menschheit zu kämpfen. - Nur ist das wirklich (ähm) realistisch?
Was passiert aus einem Schimpansen, den man versucht als Menschenkind aufzuziehen? Lernt der Sprechen und geht später zur Schule? Nein, das können nur Menschen - und die werden schon als Menschen geboren. Genauso verhält es sich auch umgekehrt, sowohl Tarzan, als auch Mogli sind immer Menschen geblieben obwohl sie von Affen oder Wölfen aufgezogen wurden. Weshalb jetzt aber ein Teufelchen genauso sprechen lernt, aufrecht geht, sogar die Fähigkeit besitzt sich zu verlieben - das wird im Film einfach so behauptet und überhaupt nicht in Frage gestellt wird - aber warum soll eigentlich alles immer so wie zu hause sein?
Also ein bisschen mehr Fantasie, hätte dem Film schon gut getan. Schließlich bringt Hellboy außer seiner Feuerfestigkeit überhaupt keine Eigenschaft aus seiner fernen bösen Heimat mit.