Review

Um es im Voraus zu sagen: Ich bin kein Comic-Fan. Für mich haben Comic-Verfilmungen deshalb auch nicht den Bonus, meine liebgewonnenen Charaktere endlich auf die Leindwand zu bringen. Für mich muss der Film einfach für sich genommen funktionieren. Christopher Nolan's Reboot des Batman-Franchises ist da das offensichtlichste Positivbeispiel. Hellboy hingegen konnte mich nicht wirklich überzeugen.

Das Grundkonzept des Filmes ist absichtlich ziemlich trashig. Dies wird schon zu beginn klar, wenn im 2. Weltkrieg Nazis, wie sie klischeehafter nicht sein könnten, versuchen, mit einem Portal Dämonen in unsere Welt zu katapultieren. Trotz Intervention Amerikanischer Soldaten gelingt es ihnen: Ein kleines Teufelchen kommt hindurch und wird von Trevor Bruttenholm, einen Regierungsangestellten für paranormale Aktivitäten, adoptiert. Hellboy ist geboren.

Das Konzept eines sarkastischen, oft übelgelaunten Superhelden fand ich recht erfrischend. Eine tiefere Charakterisierung, wie seine Sehnsucht, nicht von allen als Freak angesehen zu werden, wird jedoch leider nur kurz angedeutet. Auch sein Gewissenskonflikt am Ende des Filmes wird nicht sehr überzeugend rübergrbracht. Auch andere Charaktere bleiben zweidimensional und es fällt einem schwer, sich mit ihnen zu identifizieren. Auch die Story fällt recht flach, berechenbar und konventionell aus. Deshalb mangelt es auch sehr an Spannung.

Der visuelle Stil ist sehr gelungen, vor allem Kostüme und Make-Up sind beeindruckend. Leider werden, ähnlich wie in Spider Man, CGI-Effekte zu häufig und offensichtlich erkennbar eingesetzt, was mich immer wieder von der Handlung abgelenkt hat. Hier wäre an manchen Stellen der höhere Aufwand von echten Stunts schöner gewesen, auch wenn die Möglichkeiten bei Kämpfen gegen schleimige Fabelwesen natürlich begrenzt sind. Aber wenn selbst die Autos animiert werden, wenn einer der Protagonisten auf die Straße rennt, ist es irgendwann zu viel.

Was bleibt ist ein schick in Szene gesetzter, sich selbst nicht ganz ernst nehmender Comic-Film, der leider zu oberflächlich bleibt, um sich von anderen Vertretern des Genres abzuheben.

6/10

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