"Metallica: Some Kind Of Monster" ist eine einzigartige Dokumentation über die erfolgreichste Heavy Metal-Band aller Zeiten. Ein solch intensives Zeitdokument über eine meiner Lieblingsbands hätte ich beim besten Willen nicht erwartet! Der Film spiegelt die letzten drei Jahre vor der Fertigstellung des aktuellen Albums "St. Anger" wieder. Im Gegensatz zu anderen Banddokumentationen geht es allerdings nicht nur um die Musik und etwas Backstagegeplänkell, sondern es wird das wahre, ungeschminkte Leben der Musiker mit all ihren seelischen Problemen gezeigt.
Es wird klar, wie die Situation zwischen den restlichen drei Bandmitgliedern eskalierte (Bassist Jason Newsted verließ die Band kurz vor den Arbeiten zum neuen Album) da sich anfangs keiner dem anderen unterordnen wollte um seine eigenen Ideen in den Vordergrund zu stellen, und wie ein Therapeut hinzugezogen wurde um ein Auseinanderbrechen der Band zu verhindern (dieser sollte die Band dann auch die folgenden drei Jahre begleiten).
Es wird auf Hetfields Alkoholproblem eingegangen und wie dieses zu einer weiteren Zerreisprobe für Metallica wurde, da niemand wusste, wie lange er wegbleiben würde und ob er überhaupt wieder zurückkommen könne.
Diese ganzen Auseinandersetzungen und Probleme wurden von den Regisseuren Berlinger und Sinofsky in eindrucksvollen Bildern eingefangen, die so noch keiner von Metallica gesehen hat. Es sind einige sehr bewegende Bilder dabei, aus denen dem Zuschauer dann auch wirklich klar wird, wie groß die Gefahr des Auseinanderbrechens für Metallica war (Als Hetfield und Ulrich sich im Studio anschreien und Hetfield anschliessend türenknallend den Raum verlässt. Oder als Ulrich sich im Rahmen der Therapie mit Dave Mustaine trifft und mit Tränen in den Augen dessen Schilderungen seiner Gefühle nach seinem damaligen Rauswurf bei Metallica zuhört.).
Es wird gezeigt, wie nach Abschluss der Aufnahmen, ein neuer Bassist gesucht wurde und warum die Wahl auf Robert Trujillo fiel und wie dieser letztendlich in die Band integriert wurde.
Der Film endet mit einigen sehr mitreisenden Bildern vom ersten Auftritt der Band seit drei Jahren.
Dieser Film ist ein Muss für alle Metallica-Fans, wobei er selbst für Leute die mit der Band eigentlich nichts am Hut haben, sehr interessant sein kann. Ein solch intensives Porträt über eine Musikgruppe, die versucht, ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen, bekommt man viel zu selten zu sehen. Wer diesen Film sieht, weiss, warum das Album klingt wie es klingt!