Review


Inhalt:

KaiFeng, so heißt die chinesische Hauptstadt während der Sung-Dynastie, und hier lebt der rechtschaffende und edle Heerführer kaiserlicher Truppen, Lin Chung (Yue Hua) mit seiner schönen Frau Chin Niang (Wong Chin).
Wichtige Stützen in seinem Leben sind ihm sein alter Freund Lu Zhi Shen (Fan Mei Sheng), den nach längerer Zeit wiedersieht und der jetzt Shaolin-Mönch ist, auch wenn er seine Unbeherrschtheit noch nicht abzulegen vermochte, und sein -vermeintlicher- Freund Lu Chien (Paul Chun).

KaiFeng´s Stadt-Kommandant ist der skrupellose Gao Qiu (Yang Chih Ching), dessen Sohn die schöne Chin Niang begehrt. Doch kann Lin Chung den Missbrauch seiner Frau gerade noch verhindern. Die Gaos sinnen auf Rache.
Ausgerechnet Lin´s "Freund" Lu Chien stellt ihm eine Falle. Lin steht als vermeintlicher Attentäter gegen Gao Qiu da, wird aber wegen seiner Verdienste nicht zum Tode verurteilt, sondern nach Cang Zhou, weit im Norden, verbannt. Jedoch ist der Tod Lin Chungs bereits ausgemachte Sache.

Die beiden grausamen Schergen der Gaos, Dong und Xue, sollen während der Überführung Lin Chungs nach Cang Zhou dafür sorgen, dass er ermordet wird. Die beiden Wachleute quälen und demütigen Lin Chung bis aufs Blut.

Jedoch kan Lu Zhi Shen die Ermordung Lins verhindern und auch Lu Chien wird von ihm in die Schranken gewiesen. Die Drohung Lu´s an Dong und Xue ist eindeutig, sie sollen Lin am Leben lassen...., die Möglichkeit zur Flucht für Lin wäre da, doch........

Doch Lin will nicht die Flucht ergreifen. Er lässt sich an den Verbannungsort bringen, und auch Lu Chien gibt sich zunächst damit zufrieden, dass der Tod Lin Chungs aufgeschoben ist. Lin kann Lu Zhi immerhin noch die Order geben, dass sich Chin Niang nach Qi Jia absetzen soll.
Am Verbannungsort entwickelt sich sogar ein leichtes Vertrauen zu den Wachleuten, die durch Bestechung das Leben Lins im Verbannungslager erträglich gestalten, und Lin schreibt Chin Niang einen Brief, der ihr von seinen Bewachern überbracht werden soll.
Diese jedoch informieren Gao´s Sohn von Chin´s Aufenthaltsort.

Derweil will Lu Chien, der Verräter, Lin dadurch töten, indem er das Depot in Cang Zhou in dem Lin arbeitet, anzünden lässt. Der Anschlag misslingt jedoch, und Lu staunt nicht schlecht, als der lebendige Lin Chung vor ihm steht...., es kommt zum blutigen Show-Down zwischen den beiden einstigen Freunden.....

Lin Chung verliert nunmehr endlich die Contenance und eilt nach Qi Jia. Hier hat der Gao-Sohn das Versteck von Chin Niang bereits ausfindig gemacht. Nach verzweifeltem Kampf begeht Chin Selbstmord um der Vergewaltigung zu entgehen.

Zwischen Lin und dem Gao-Sohn kommt es zum gnadenlosen Duell auf Leben und Tod.
Und auch Gao Qiu sollte sich in seinem Palast nicht allzu sicher fühlen........


Fazit:

Sehr gut! Der Film "Pursuit" ist ein glänzendes Melodram und ein kerniger KungFu-Actionfilm in einem..., aber doch ein Stück weit weg von Perfektion.

Shaw´s Regie-As Cheng Kang ist für seine wuchtigen Eastern-Epen ("14 amazons") bekannt, und auch dieser Streifen ist, auch ohne opulente Massenszenen, ein episch angehauchter, äußerst dicht inszenierter Film mit blutigen, harten und heftig arrangierten Fights.
Der Film ist äußerst spannend angelegt, die Handlungs-Stränge sind von Cheng Kang straff verwoben und vor allem dem Character Lin Chung wird hier sehr viel Tiefe verliehen.

Die Leistung des Darstellers Yue Hua ist beinahe awardverdächtig. Er spielt den gebeutelten, bis aufs Blut von seinen Peinigern gequälten und dabei seinen Ehrenkodex unterworfenen Lin Chung mit allen Registern der Darstellungs-Kunst, eine wirklich ausgezeichnete schauspielerische Leistung Yue Hua´s. Es ist "sein" Film, seine Darstellung trägt den Streifen.

Insbesondere die Szenen, in denen Lin an seinen Verbannungsort gebracht wird, und dem Sadismus seiner Bewacher ausgeliefert ist, bleiben dem Betrachter haften. Mit einem Holzbrett um den Hals und die Hände auch darin gefesselt, muss er die Peinigungen über sich ergehen lassen. Mit letzter Kraft kurbelt er einen Eimer Wasser aus dem Brunnen, doch zum Trinken kommt er nicht mehr...

Grausam, wie die Bewacher das Wasser vor dem vom Durst Gequälten ausschütten...., hier erinnerte ich mich der Worte meines Herrn Vaters: "Durst ist schlimmer als Heimweh.".... wie wahr.
Nur kurz und nur um das Schlimmste abzuwenden, wehrt sich Yue Hua mitunter, und diese Szenen erinnerten mich an "Delightfull forest", auch in diesem Shaw-Eastern kämpfte der Hauptdarsteller in jenem Film, Ti Lung, mit Halsbrett, die Szenen in "Pursuit" haben was davon....

Die anderen Darsteller spielen ihre Rollen überaus solide, Paul Chun und Yang Chih Ching sind als villains hinterhältig und skrupellos, der mir namentlich nicht geläufige Darsteller des Gao-Sohnes spielt absolut überzeugend seinen Part, sexsüchtig und dabei eiskalt.
Hervorzuheben sind die darstellerischen Leistungen von Fan Mei Sheng und Wong Chin. Fan gibt dem Mönch, der gerne über die Stränge schlägt, Seele. Und Wong Chin brilliert als Lin´s Frau, die verzweifelt ihrer Vergewaltigung zu entgehen versucht, dass man als Betrachter des Streifens einen Kloß im Hals hat.

Auf kunterbunte Kulissen verzichtet Cheng Kang in seinem Streifen, doch hat der Film sehr viel Atmosphäre. Dies erreicht Cheng durch die Wahl der Jahreszeit, es herrscht tiefster Winter weit im Norden Chinas. Ich mag ja Eastern die mit Schnee-Szenen insbesondere, das war beispielsweise bei "The sentimental swordsman" schon so.
Und rotes Shaw-Blut auf weißem Schnee..., kommt auch gut...

Und das bringt mich noch einmal zu den Fights. Diese sind wie eingangs erwähnt, blutig, hart und heftig in Szene gesetzt. Swordplay, Speerkampf und auch KungFu sind gut durchmischt, je weiter der Film fortschreitet, werden die Fights immer besser, aufwändiger und vor allem blutiger.

Am besten gefiel mir das Duell Yue Hua gegen Paul Chun, ein knackiger, heftiger Fight, und am Ende lässt Lin Chung seinem aufgestauten Hass raus, mehrfach rammt er den Speer in Lu Chien´s Leib, und das Blut spritzt.....

Was spricht gegen eine höhere Wertung? Das bringt mich noch mal zum eben erwähnten "aufgestauten Hass". An diesem ist Lin Chung auch selbst Schuld, denn er hat im Film durchaus die Gelegenheit, seine Rache früher umzusetzen, als es hier im Film der Fall ist. Hier überzieht es Cheng Kang meines Erachtens etwas mit dem Ehrenkodex Lin Chungs, man schüttelt als Betrachter mitunter den Kopf.
Plausibel wäre gewesen, wenn Lin nach dem Mordversuch der beiden Wachen am Ende des Marschs zum Verbannungsort, mit Lu Zhi zusammen seine Rache angegangen wäre..., doch er will ins Lager..., hm nun ja.

Dort wiederum fällt Lin Chung einer gewissen Leichtgläubigkeit anheim, um nicht zu sagen... Naivität! Einem derjenigen, die ihn gequält haben, vertraut er den Brief an seine Frau an...., hm, na ja.

Okay, ich sah nach dem Film, der so viele Stärken hat, darüber noch salopp hinweg...., schafft vielleicht nur ein eingefleischter Shaw Brothers-Fan. 
"Pursuit" bleibt ein handlungsdichter, sehr gut gespielter, spannender und actiongeladener Eastern.  

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