Review

Die 80er waren wohl ein großes und wichtiges Jahr für die Fantasy-Welt. Es folgte ein Fantasy-Streifen nach dem Anderen. 3 Jahre vor Willow, also im Jahre 1985, erschien der Fantasystreifen "Der Tag des Falken", oder auch bekannt unter dem sehr viel besseren Titel "Ladyhawke". Dieser Film ist ein Fantasyfilm, der etwas anderen Art und ich glaube ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals einen Fantasyfilm dieser Art gesehen habe. In "Der Tag des Falken" geht es um den jungen Phillipe Gaston (Matthew Broderick), genannt die Maus, der aus dem mörderischen Gefängnis von Aquila erfolgreich flieht. Bei seiner Flucht lernt er den mysteriösen Reiter Navarre (Rutger Hauer) kennen, der stets einen Falken auf dem Arm trägt. Schon bald erfährt Phillipe von dem Fluch, den Navarre und der Falke trägt. Es handelt sich um ein verfluchtes Liebespaar : Bei Tag ist Isabeau (Michelle Pfeiffer) ein Falke, bei Nacht wird Navarre jedoch zu einem reißerischen Wolf und Isabeau verwandelt sich in ihre echte menschliche Gestalt. Welch grausamer Fluch das doch ist, aber ein wirklich genialer Einfall, wie ich finde. Navarre sehnt sich von daher nach Rache an dem bösartigen Bischof von Aquila. Wird er seine Rache bekommen oder gibt es noch einen anderen Weg den Fluch zu brechen? Das besondere an "Der Tag des Falken" war für mich, dass er Film erstaunlich wenig Fantasy hat. Klar, er ist und bleibt pure Fantasy, aber wir bekommen keine Fabelwesen, wie zum Beispiel in Willow zu sehen. Auch keinerlei Spezialeffekte hat der Film, nicht einmal bei den Verwandlungen. Das meine ich keinesfalls negativ, ich fand diesen einfachen Bilderstil wirklich hervorragend. Richard Donner (Lethal Weapon Reihe, Assassins) verzichtet hier vollkommen auf irgendwelche Effekthascherei und zeigt uns die Verwandlungen in völlig einfach gehaltenen, aber trotzdem sehr toll anzusehenden Bildern. Auch die Schauspieler können sich hier Alle sehen lassen, ich würde sogar von einer Traumbesetzung sprechen. Matthew Broderick hat mir wieder ein mal bewiesen, dass er in den jungen Jahren ein guter Schauspieler war, sich dann aber immer mehr ins Negative entwickelt hat und heute nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Hier spielt er jedenfalls sehr gut, auch wenn er in der Anfangsphase mit seinen Selbstgesprächen zu Gott ein wenig nerven kann. Zu Rutger Hauer muss man glaube ich nicht viel sagen. Er ist ein wirklich großartiger Schauspieler, der sogar heute noch die Ein oder Andere gute Rolle spielt. Den Hauptmann Navarre spielt er mit einer wirklich tollen Hingabe und vor allem in der Anfangsphase sehr mysteriös und undurchschaubar. Ich wusste die meiste Zeit wirklich nicht, wie sich Navarre verhalten wird, je mehr es Richtung Ende geht. Mein Lieblingscharakter war die von Michelle Pfeiffer gespielte Isabeau. Ich finde Michelle Pfeiffer einfach großartig und sie gehört für mich zu dem größten Schauspielerinnen Hollywoods. Auch hier spielt sie wieder einfach großartig, bei ihr bekomme ich immer wirklich das Gefühl, dass sie ihre Rollen "lebt" statt "spielt". Achja und in einer kleinen Nebenrolle bekommen wir den jungen Alfred Molina, als Handlanger des bösen Bischof, zu sehen. Allerdings ist sein Auftreten recht kurz und von daher kaum erwähnenswert. Insgesamt betrachtet ist "Der Tag des Falken" ein ziemlich einzigartiger Fantasyfilm, der zwar ein bisschen Action auf Lager hat, aber nie mit überheblichen Effekten strotzt. Das Ende ist vielleicht ein bisschen sehr kitschig und wirft noch einige Fragen auf, die leider nicht beantwortet werden, aber durch die starken 100 Minuten zuvor, kann man locker über das etwas wackelige Ende hinweg sehen. Achja und seit dem Film weiß ich wiedereinmal : Falken sind meine Lieblingstiere!
"Der Tag des Falken" ist für jeden Fan von mittelalterliche Fantasy empfehlenswert, solange man keine großartigen Effekte erwartet. Der Film kommt sehr dezent daher und wirkt im Vergleich zu "Willow" und ähnlichen Vertretern fast schon realistisch. Effekte-Freaks werden hier demnach auf die Schnauze fallen, aber dafür werden viele Fantasyfans, die mehr als die plumpen Effekte zu schätzen wissen, ihre Freude bei diesem Film haben.



Fazit : 110 Minuten beste Unterhaltung mit tollen Schauspielern, die alle super agieren. Keine nervigen Charaktere, keine überladenen Effekte, eigentlich überhaupt keine Effekte und ein toller Endkampf in der Kathedrale mit sehr viel Dramatik und Herzschmerz. Nur das Ende hätte ich mir ein wenig anders gewünscht.


8/10

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