Es war einmal ein mächtiger Bischof (John Wood), der in die schöne Lady Isabeau (perfektes Casting: Belle Michelle Pfeiffer) verliebt war. Doch die hatte ihr Herz bereits dem stolzen Captain der Wache Navarre (Rutger Hauer) geschenkt, was den eifersüchtigen Bischof wahnsinnig machte. Er wandte sich den dunklen Mächten zu & belegte das Liebespaar mit einem grausamen Fluch. Fortan verwandelte sich Navarre bei Sonnenuntergang in einen Wolf, während Isabeau bei Tagesanbruch zu einem Falken wurde, womit die Beiden zwar zusammen, gleichzeitig jedoch auch immer getrennt voneinander waren. Mit dem jungen Dieb Philippe "die Maus" Gaston (Matthew Broderick) an seiner Seite, macht sich Navarre auf nach Aquila, um den Bischof zu töten.
Nach sehr langer Zeit wieder einmal gesehen, diese schöne, bisweilen auch bezaubernde Fantasy-Romanze von Richard Donner, die auf eine gute Weise erstaunlich unspektakulär ist. Donner verzichtete konsequent auf Spezialeffekte, die von der tragischen Story ablenken könnten. Stattdessen setzte er auf seine gut gezeichneten Hauptfiguren, auf die stark "spielenden" Tiere (ganz grandios, wie in einer Szene der Falke majestätisch über das Wasser gleitet) & auf Vittorio Storaros tolle Bilder, die er mitunter lange wirken lässt. Auch Andrew Powells anfangs noch irritierend moderner Score fügt sich bald ins sehr stimmige Gesamtbild ein. Eine außergewöhnliche, niemals kitschige, niemals hektische Love-Story, zärtlich, poetisch & angenehm anders, wie aus der Zeit gefallen. Schön.