Inhalt:
China, während der Ming-Dynastie. Die herausragende Schwertkämpferin Feng Fei Fei (Lily Ho) will und muss den Tod ihrer Schwester (Park Ji-Hyeon) rächen, die auf ihrem Weg zu ihrem Großvater mit ihrem Sohn Hu Tuo (Meng Yuen-Man) überfallen, zunächst geschändet und dann brutal erwürgt wurde. Ihr Mörder ist Jin Lian Bai (James Nam), der zur Verbrecher-Bande von Chief Liang (Wong Hap aka Wang Hsieh) gehört. Hu Tuo kann seine Tante Feng Fei Fei erreichen und alles berichten.
Feng Fei Fei findet die Bande schnell, und es kommt zum Kampf. Als Feng Fei Fei kurz davor ist, den Mörder ihrer Schwester zu töten, entdeckt sie bei diesem ein Jade-Amulett. Ein solches besitzt sie auch. Jin Lian Bai ist ihr Verlobter, vor Jahren wurden die beiden als Kinder von ihren Eltern einander versprochen! Sie sieht von ihrer tödlichen Rache ab, räumt das Feld und entkommt.
Auf ihrem Weg zum Großvater (Feng Hai Hong) erreicht Feng Fei Fei das Jin-Fortress ihrer künftigen Schwiegereltern. Dort ist auch Jin Lian Bai, die Bande von Chief Liang hat derweil Verstärkung erhalten: "Flying Dagger" Xiao Bao (Chai No) ist ein brutaler Killer, der auch der Mörder von Feng Fei Feis Vater ist.
Die Familien von Feng Fei Fei und Jin Lian Bai sind eng befreundet, was die Situation verschärft. Feng Fei Fei will Jin Lian Bai der Justiz übergeben. Dies trifft allerdings auf Widerstand, insbesondere von der Mutter (Lin Jing) Jin Lian Bais. Feng Fei Fei will mit Jin Lian Bai entweichen, die Situation eskaliert und es kommt zum Show-Down gegen die Verbrecherbande und zum Duell zwischen der Mutter Jin Lian Bais und Feng Fei Fei.
Ein gnadenloser, blutiger Kampf auf Leben oder Tod...!
Kritik:
Die Regisseurin Kao Pao Shu (als eine der ganz wenigen Regisseurinnen im MartialArts-Sektor) drehte im Jahre 1971 für die Studios der Shaw Brothers diesen spannenden, actiongeladenen und insgesamt gutklassigen WuXia-Eastern. Einmal mehr in den Nobel-StudioSets der Shaw Brothers, aber auch oft in gut gewählten Outdoor-Locations sowie in eher dunkler Farbgebung gehalten, entstand ein intensiv inszenierter und gespielter Eastern, mit diesmal etwas speziellerem Rache-Schema, handlungsdicht aber auch mit reichlich Fightaction versehen.
Was für eine Verwandlung: Kao Pao Shu, einst zuvor eine Darstellerin, wurde im Jahre 1971 zur Regisseurin im Eastern-Business, und drehte in jenem Jahr 2 Streifen: "Harushi - Das blanke Schwert der Rache", katastrophal schlecht -siehe mein Verriss auf dieser Webseite-, und eben "Lady with a sword" für die Shaw Brothers, dieser indes ein gutklassiger, kernig-intensiver und weitaus nuancierterer Eastern, der dem eingefleischten Fan weitaus besser gefallen konnte.
Die sich verdichtende Handlung, ein Rache-Eastern, ja, aber mit der in der Inhaltsbeschreibung zu ersehender, etwas speziellerer Ausrichtung: Die Heldin will den Tod ihres Vaters und ihrer Schwester -die geschändet und dann brutal erwürgt wird- rächen, die Rache richtet sich -was den Tod der Schwester betrifft- aber gegen den eigenen Verlobten, und dessen Familie und die eigene des Rache-Engels, sind zudem gar befreundet.
Dies schafft eine spezielle Situation, in der die Heldin schwierige Entscheidungen zu treffen hat. Dies verwebt die Regisseurin mit Intrigen, Wendungen und dennoch auch viel starker Fightaction, und schließlich mündet all dies in einen langen Mega-ShowDown mit etlichen neuen Konstellationen. Einziges Manko ist dann ein wohl unausbleibliches: Man verliert fast den Überblick. Aber nur fast. Das blutig-brutale und dramatische Finale rockt natürlich, klarer Fall.
Lily Ho ist hier der Rache-Engel, die Heldin und zentrale Figur verkörpernd. Sie ist zwar etwas durch die besondere Konstellation hin und her gerisssen, doch insgesamt die kalte, einsame Kriegerin und Rächerin. Sie spielt das entsprechend, und überzeugt in ihrem Rollenbild. Lily macht das ganz stark, und fightet famos.
Ihr Opponent ist zugleich der vor Jahren ihr versprochene Ehegatte, der Verlobte der (Anti-)Heldin. Das macht es speziell, und James Nam spielt das in einer Mischung aus Falschheit, Feigheit, brutaler Härte und Skrupellosigkeit. Der Mörder und Schänder der Schwester seiner Versprochenen, sieht nur den eigenen Vorteil und wie er heil aus dem Schlamassel kommt. Nam überzeugt ebenfalls in dieser speziellen Villain-Rolle.
Die Familien-Mitglieder, teils mit Skrupeln, teils skrupellos, agieren entsprechend. Insbesondere die Mutter des Mörder/Vergewaltigers, dargestellt von Lin Jing, ragt da heraus. Sie deckt die Machenschaften ihres Sohnes, und bietet sich mit Lily Ho ein ziemlich stark in Szene gesetztes Duell, ein Damen-Fight innerhalb des ShowDown-Geschehens, was einen dramatischen Höhepunkt darstellt. Gut gespielt, stark gefightet, von der reifen Actrice Lin Jing!
Die Banden-Villains Wong Hap (aka Wang Hsieh) und der selten eingesetzte Darsteller Chai No, agieren als mies-brutale und hinterhältige Bösewichte, die die Familien-Konstellationsdramatik für sich ausnützen (wollen) um ihre Habgier zu befriedigen. Eine weitere Nuance in Kao Pao Shu´s WuXia-Drama. Der Kid-Darsteller Meng Yuen-Man, ca. 11jährig, macht seine Sache tapfer und stört nicht.
Nicht unwichtig, wenn vielleicht auch nicht das Wichtigste in diesem WuXia-Eastern: Die Fightaction..., und wenn sie kommt -und viele Fights durchziehen diesen Eastern allemal-, dann stimmt der Drive, die klasse Choreografie, und der Härte-Grad. Rasant-dynamisch und intensive Fightaction, und das lange und brutal geführte Finale bietet blutig-dramatische Highlights und hohen Bodycount.
Insgesamt ein kernig-intensiver Eastern der Shaw Brothers, der dem eingefleischten Fan von Genre und Studio eine gefällige Unterhaltung bietet!
8/10.