Review

Inhalt:

Im alten China, während der Ming-Dynastie. Die Fight-Amazone Xi Niang (Tina Chin Fei), perfekt im Schwert- und Peitschen-Kampf, rechtschaffend und bedrängten Frauen beistehend, ist auf der Suche nach Xiao "The Rambler" ("Frankie" Wai Wang aka Wei Hung), der eine blutige Spur hinterlässt. Dabei erfährt sie, dass das "Deer Knive", ein Schwert das unbesiegbar macht, dessen Besitzer zu Macht und Reichtum führt.

Xiao ist an sich ein ebenso rechtschaffender Charakter, den Schwachen helfend, eine Art chinesischer "Robin Hood". Diverse Schurken bedienen sich indes seines Namens, sich für ihn ausgebend. So auch ein Verbrecher (Chen Hung-Lieh), der einen Waren-Treck überfällt, dessen Bewacher (u.a. Chang Yi) dabei getötet werden. Xi Niang tötet indessen die Banditen!

Xi Niang findet den ´wahren´ Xiao "The Rambler", und will mit ihm nach dem "Deer Knive" fahnden. Dieses Schwert wird gerade dem angesehenen Helden Lian Cheng Bi (Tsou Shen) übersendet. Xi Niang und Xiao können zwar das Schwert erbeuten, doch handelt es sich um ein Fake-Schwert, eine Kopie, das wahre "Deer Knive" wurde trickreich ausgetauscht! Xiao wird indes für den Dieb gehalten, und gesucht.

Lian Cheng Bi will das Schwert zurückholen, und hinterlässt seine Cousine, Miss Shum (Margaret Hsing Hui), die in der Residenz ihres Cousins verbleibt. Der wahre Täter, der das "Deer Knive" nunmehr im Besitz hat, "Happy King" Xuan Hu-De (Lu Ping), hat ein Auge auf Miss Shum geworfen, und will sie in seinem "Harem" wissen. Er lässt Miss Shum kurzerhand durch seine Schergen entführen.

Doch Xiao ist in der Nähe, und kann Miss Shum aus den Fängen der Entführer befreien. In einer Hütte, kommen sich die beiden näher, es entwickelt sich eine zarte Beziehung, eine beginnende Romanze. Miss Shum kehrt nach einer kurzen Zeit zurück nach Hause.

Wird die Liebe der beiden zum Happy-End führen, und Xiao seinen Ruf wiederherstellen können? Zunächst soll jedoch das "Deer Knive" dem skrupellos-bösen "Happy King" abgenommen, und jenem das Handwerk gelegt werden. Xiao schleust sich in dessen Gemächer ein, diesem seine Dienste anbietend. Doch geht es nur darum, das Schwert zu erlangen, und den "Happy King" zu töten. Auch Lian Cheng Bi erreicht den Schauplatz, so wie auch Xi Niang und Miss Shum, die zuvor gefangen und in die Residenz des "Happy King" verschleppt wurden.

Es kommt zum dramatischen Show-Down, zum brutalen und überaus blutigen Kampf auf Leben oder Tod...!

Kritik:

Im Jahre 1971 drehte Regisseur Hsu Tseng-Hung diesen insgesamt recht spannenden, ambivalenten und -auf den 2. Blick- gelungen unterhaltenden WuXia-Eastern, ein buntes Abenteuer, für die Studios der Shaw Brothers in Hongkong.

Es entstand wie erwähnt ein ambivalenter Eastern, der fast mehr ein Melodram mit der Zeichnung der Figuren und einer aufkommenden, zarten Beziehung zwischen zweien von Ihnen, denn ein Actioner ist. Die Swordplay- und WuShu-Action kommt aber nicht zu kurz, immer wieder durchziehen diesen Eastern rasant-dynamische Fights, und das dramatische Finale ist hart und sehr blutig.

Einmal mehr stimmt auch die Atmosphäre, diesmal weniger in den Studios der Shaw Brothers, doch selbst Outdoor in der Natur besticht auch dieser Shaw-Eastern visuell, hatte man auch hier ein "Auge" für einen weiteren Hochglanzfilm des legendären Studios. Die Story ist denn auch ziemlich dicht inszeniert, wenngleich mitunter verwirrend. Doch liegt dies daran, dass bestimmte Sequenzen sich in ihrem Sinn erst verspätet erklären. So ist denn "Swordsman at Large" ein fast schon ambivalenter WuXia, der beim "zweiten Ansehen" noch besser unterhält. Letztlich mündet aber alles dann schlüssig in den unausweichlichen Show-Down, in welchem die wichtigsten Figuren dieses Films präsent sind.

Der Figuren gibt es denn auch viele, die auf- und untertauchen, selbst der Hauptdarstellerin Tina Chin Fei ergeht es hier gar so, was auch zu den mitunter leichten Wirren beim Betrachter beiträgt. Weniger wäre hier sicher ´mehr´ gewesen. Nun denn, auch dies bügelt sich im Verlauf des Streifens denn wieder glatt. Wie gesagt, ein ambivalenter Eastern-Film, der auf den 2. Blick noch mehr besticht.

Die melodramatischen Elemente sind in diesem Film auch etwas mehr Platz einnehmend, als in den meisten WuXia-Streifen des Studios in jener Zeit, in der das Produktionsvolumen der Shaw Brothers einen ersten Höhepunkt erreichte. Dies ist hier der Beziehungs-Anbahnung zwischen den Figuren, die von "Frankie" Wai Wang (aka Wei Hung) und Margaret Hsing Hui verkörpert werden, zu ´verdanken´. Das war mal etwas anderes im Shaw-WuXia, Hsu Tseng-Hung nimmt sich Zeit für diesen Aspekt seines Films, lässt die beiden gar ein schnulziges Lied trällern, um dann in totalem Kontrast einen überaus blutigen Show-Down zu kreieren. Die Melodramatik überlagert den Film zwar nicht, nimmt hier aber mehr Raum als sonst ein, und die Darsteller*Innen spielen das gekonnt-solide.

"Frankie" Wai Wang (aka Wei Hung) ist hier der Held ala "Robin Hood", der das flink in der Action, und grundsolide im "geistig-seelischen" bewerkstelligt. Eigentlich ruhig und zurückhaltend wirkend, ist er gerecht und eloquent. Die zarte Beziehung geht er subtil an, die Dinge entwickeln sich entsprechend. Gute Performance von "Frankie", der variabel in seinem Spiel ist.

"Gegenstück" ist die niedliche Margaret Hsing Hui, die das sensibel, immer leicht weinerlich-empfindsam spielt. Somit eben echt ala Melodram. Sie machte das ebenso grundsolide. Ihr Cousin -im Film-, dargestellt von Tsou Shen, macht das ebenso empfindsam wirkend, so ala "Ich tu keiner Fliege was an!", aber im blutigen Finale dreht er auf, so wie übrigens gar die werte Margaret, was nun konstrastierend-überraschend sondergleichen ist.

Die Villains, skrupellos-böse, den Vogel schießt natürlich Lu Ping ab, DER Bösewicht in diesem ´melodramatischen Actioner´. Der hat nun nichts sensibel-feinfühliges in sich, schubst sogar seine Konkubinen (etliche Shaw-Schönheiten in diesem Harem des Schurken) rum, sauer-bärbeißig und immer missgelaunt. Der richtige Kotzbrocken und Opponent im blutig-harten Endsegment des Films.

Die Gaststars in dieser Produktion, Chang Yi in einem Mini-Auftritt bietet er sich einen Fight mit Chen Hung-Lieh, zu entdecken sind noch Shan Mao und ... Sammo Hung, der im blutig-rasanten und actiongeladenen Opening des Films der Peitsche und dann dem Schwert von Tina Chin Fei zum Opfer fällt.

Und das bringt mich last but really not least, zum eigentlichen Star dieses Eastern: Tina Chin Fei, die mit ihrer unfassbaren und rassigen Attraktivität, ihrer klasse Ausstrahlung und ihren gefälligen Fight-Skills ihrer interessanten Figur in diesem Eastern den Stempel aufdrückt. Diese rassige chinesische Schönheit könnte ich nur dann abweisen, wäre ich mit Mega-Model Sabrina Tabakovic (ehemals Rosopulo) liiert. Eine Amazone, mit Schwert und Peitsche, sorgt sie für Action und auch ihr eindringliches Spiel als taffes Fight-Girl ist natürlich ein Pluspunkt dieses Eastern. Leider geht nach etwas zwei Dritteln dieses Films ihre Figur fast verloren, taucht diese unter, aber -zum Glück- in der finalen Phase mischt sie mit und den sauberen Harems-Laden des Villains auf.

Das bringt mich zum Abschluss zur Swordplay- und WuShu-Action dieses Eastern. Die Melodramatik hatte hier den Vorteil -wenn man so will- dass die Fights die Handlung eher voranbrachten, als dass sie Hauptbestandteil gewesen und nur der Fokus darauf gelegen hätte. Doch die Fights sind rasant-dynamisch, zackig und immer intensiver werdend in Szene gesetzt, Schwertkampf im Vordergrund, doch die Sequenz eingangs mit der Peitschen-Action hatte was, wow, wow Tina! Für einen WuXia, zumal dieses Jahrgangs, war das kernige Fightaction. Und das überaus blutige Finale, das dramatische Highlight hinsichtlich der Action, mit brutal in die Leiber gerammten Speeren und Schwertern, und das Blut läuft nur so.

"Swordsman at Large" hat kleine Schwächen, und ist überraschend melodramatisch und sicher ambivalent. Doch die Stärken sind vorhanden und überwiegen, und machen aus "Swordsman at Large" einen insgesamt recht unterhaltsamen und grundsoliden WuXia-Eastern, der sicher eher etwas für die absolut eingefleischten Fans des Genres und des Studios ist.

6,5/10.

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