Inhalt:
In der chinesischen Martial-World..., jener fantastischen Welt der Helden und Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen.
Vier Schwertkämpfer -dies sind Gao Hung (Tien Feng), "Golden Warrior" Tong (Ku Feng), Xiamen Chong (Lee Kwan) und Ge Hung (Huang Chung-Hsin)- die sich zu den "Sword Wizard of Shiang" zusammengeschlossen haben, wollen an das in der Martial World überaus begehrte, magische "Jade Phoenix Sword"!
Dieses ist im Besitz von Master Shen Dun (Lo Wei) und dessen Frau (Hsu Yu). Die vier Schwertkämpfer der "Sword Wizard of Shiang" töten das Paar..., und die Tochter der beiden, wird so verkrüppelt, dass ihre Beine für immer gelähmt bleiben.
10 Jahre später, ist diese Tochter eine junge Frau... Shen Bing Hong (Li Ching). Sie schwört trotz ihrer schweren Behinderung den Mördern ihrer Eltern blutige Rache.
Ge Hung und später Xiamen fallen ihr als erstes zum Opfer.
Doch im Kampf gegen Gao Hung unterliegt sie. Gao Hung zeigt indes Reue über die Tat von einst..., und will Shen Bing Hong helfen, ihre Behinderung zu heilen.
Shen Bing verzeiht Gao Hung..., und mit Hilfe seiner beiden Söhne... Gao Tin-Ying (Yue Hua) und Gao Tin-Wei (Paul Chang Chung), soll die Heilung gelingen. Die beiden begleiten Shen Bing auf einer gefahrvollen Reise..., nur im "Land des ewigen Schnees" kann ihr therapeutisch an einer heißen Quelle geholfen werden, wenn zuvor in einem Vulkan eine magische Perle geborgen wird.
So beginnt die Mission voller Gefahren..., die größte davon sind "Golden Warrior" Tong, der immer noch an das "Jade Phoenix"-Schwert gelangen will..., und dessen so skrupellose wie eitle Tochter Ming Xhu (Lisa Chiao Chiao), die einst mit Gao Tin-Wei verlobt war.
Nach vielen Gefahren und Kämpfen erreichen Shen Bing und Gao Tin-Ying ihr Ziel.
Doch ein Show-Down gegen Tong, Ming Xhu und ihre Schergen, die ihnen auf der Spur sind..., ist unausweichlich.
Ein dramatisches Schicksal nimmt seinen Lauf.....
Fazit:
Im Jahre 1971 drehte Lo Wei diesen WuXia-Eastern..., längst ein Klassiker seines Genres..., als seinen letzten Film für die Studios der Shaw Brothers, bevor er -zu "Golden Harvest" wechselnd- mit "The Big Boss" ("Die Todesfaust des Cheng Li", siehe mein Review auf dieser website) Bruce Lee zum Mega-Star und bekanntesten Eastern-Darsteller aller Zeiten machte.
Lo Wei..., bei den Shaw Brothers so was wie der "Haus-Regisseur" für Cheng Pei Pei..., dann bei "Golden Harvest" der, der Bruce Lee zum Welt-Star machte..., und schließlich war er der Entdecker von Jackie Chan..., so war denn Lo Wei, auch trotz etlicher Flops, einer der bedeutenderen Regisseure des Eastern-Genres.
Hier, mit "Vengeance of a Snow Girl", dirigierte er einen insgesamt sehr schön gefilmten, atmosphärisch dichten, weitestgehend spannenden und sauber gestalteten WuXia-Eastern, der den Genre-Fan und Anhänger der Shaw Brothers solide unterhält.
Zunächst wie eine reine Rache-Story beginnend -eine junge Frau, die ihre von 4 Villains brutal getöteten Eltern rächen will, sich einen nach dem anderen dabei vornehmend- bringt Lo Wei diese Geschichte später auf eine andere, neue Ebene. Und in dieser geht es um die Reue eines der Villains, und damit verbunden darum, der Heldin zu helfen, ihre schwere Behinderung zu überwinden.
Eine gefahrvolle Mission nimmt denn ihren Verlauf... an der Seite des Sohnes des reuigen Villains..., in ein surreales Terrain... Vulkan- und Schnee-Landschaften, eine ringsum von einer vereisten Gegend umgebene Thermal-Quelle -alles im Studio-... und an dieser der finale Show-Down.
So wechselt der Stil, so wechselt der Background..., und die Ebene dieses WuXia-Eastern, was auch vom Betrachter eine Art ´Umdenken´ erfordert.
Mir gefiel´s..., es war mal etwas anders gemacht..., und an Ideen -nicht immer ganz durchdacht- mangelte es Lo Wei ja nie.
Weitestgehend ist das auch spannend erzählt..., zur Mitte hin wird es denn etwas wortlastig, zeigen sich Längen..., doch dann zieht die Dramatik im Geschehen wieder an, und diese den Betrachter in den Bann.
Die wieder überaus gepflegten, künstlich-luxuriösen Studio-Sets der Shaw Brothers erzeugen einmal mehr eine dichte Atmosphäre, einmal mehr ist durch diese Sets alles beeindruckend fotographiert, stimmt die bildkompositorische Seite dieses WuXia-Eastern.
Ob nun die Sets von Palast-Räumlichkeiten, oder später im surrealen Ambiente einer künstlichen "Natur"..., heute würde man das alles am Computer erzeugen, und wie computer-animiert wirkt dies auf den heutigen Betrachter, so filigran sind die Sets hier arrangiert.
Die Darstellungen sind allesamt solide und überzeugend. Li Ching ist die Heldin dieser Story..., sie spielt einen verkrüppelten Rache-Engel, auch zur Vergebung bereit, nachdem einer der Villains Reue zeigt. Zuvor ist ihr Ziel indes klar: Blutige Rache, ohne Kompromisse.
Die "Baby-Queen" wie man sie nannte..., macht ihre Sache tapfer, sie schaut niedlich aus, so nimmt man ihr die kalte Rächerin nicht unbedingt so ab, doch ändert sich ihr Rollenbild ja dann.
Li Ching "führt" durch diesen Streifen, mit ihr fiebert man mit.
An ihre Seite... Yue Hua, der hier souverän agiert. Tien Feng spielt den reuigen Villain mit all seiner Routine, fast etwas zu abgeklärt.
Shaw´s Vielfilmer Ku Feng..., hier der "wahre" Bösewicht, auch er spielt allzu routiniert..., bringt seine diabolisch wirkende Aura aber gekonnt ein, seine Figur ist einmal mehr kompromisslos böse.
Und dann ist da noch Lisa Chiao Chiao..., als so eitle wie skrupellose Tochter des Haupt-Bösen..., sie spielt das überzeugend..., und sie ist dabei sogar sexy.
Schade ist, dass es nicht zur direkten physischen Auseinandersetzung, also zum Fight gegen Li Ching kommt, zum Damen-Duell welches alles auf die Spitze getrieben hätte. Das hätte die Sache echt noch abgerundet.
Die Fight-Action macht "Vengeance of a Snow Girl" zum WuXia-Eastern..., rasante Choreographien von Simon Chui und James Tien..., intensive Swordplay-Fights deren Heftigkeit sukzesssive mit der Laufzeit (der Film dauert astronomische 100 Minuten!) zunimmt..., das war recht ordentlich für einen Eastern dieses Baujahrs. Da die weibliche Hauptfigur an den Beinen gelähmt ist, bleibt sie oft starr stehen, dennoch haben die Fights überraschender Weise Drive, mussten/ließen sich die Choreographen was einfallen (lassen) ..., gleichwohl -genreüblich zur Entstehungszeit dieses Films- einige Tricky-Fliegereien mal wieder zu viel eingebaut sind.
Schade ist -wie schon erwähnt-, dass Lo Wei im Finale nicht alle Möglichkeiten hinsichtlich der Fight-Action und Duell-Konstellationen ausschöpfte, und lieber in der Endphase seines Films melodramatische Akzente und Action miteinander verweben wollte.
"Vengeance of a Snow Girl" ist ein insgesamt noch solide unterhaltender WuXia-Streifen aus der in der Zeit seiner Entstehung hochproduktiven Eastern-Werkstatt der Shaw Brothers.
7/10.