Review

Das reaktionärste und fragwürdigste Werk von Patrioten- und Pathos-Filmer Tony Scott.
"Mann unter Feuer" ist nichts als ein viel zu langer ungenießbar brutaler Rachetrip mit einem unterforderten Hauptdarsteller (Denzel Washington).
Dieser spielt einen Bodyguard eines kleinen Mädchens in Mexiko. Die freundschaftliche Beziehung, die sich zwischen den trinkenden traumatisierten Ex-Soldaten und der Tochter einer bankrotten Millionärsfamilie langsam entwickelt dauert 50(!) Filmminuten. Als das Mädchen entführt und ihr Bodyguard schwer verwundet wird, schwört dieser brutale Rache.
Was folgt ist eine nicht enden wollende Folge von Morden und Verstümmelungen (Finger ab...), wobei Tony Scott natürlich nicht auf visuelle Kapriolen wie den offensichtlich sinnlosen Einsatz von grobkörnig-wackeligen Handkamerabildern und einer verwirrenden unruhigen Schnittechnik nicht verzichten konnte.
Es gibt eher wenige große Actionszenen, dem "Mann sieht rot"-Prinzip wird versucht dramatische Tiefe zu geben, was allerdings im Gegensatz zur brutalen Vorgehensweise Denzel Washingtons steht.
Neben Washington wurde hier das Talent von weiteren großen Schauspielern kaum gezeigt. Christopher Walken, Mickey Rourke und Giancarlo Giannini ("Hannibal") wirken unterfordert.
Immerhin wurde die durchschnittliche Entführungs- und fragwürdige Rachestory handwerklich perfekt umgesetzt, bleibt aber ideologisch fragwürdig. Daher 6 von 10 Punkten.

Details
Ähnliche Filme