Review

Mit „Casshern“ erleben wir die größte CGI-Bombe im Jahre 2004. Und trotz dieser unrealen Welt überzeugt „Casshern“ trotz dieses scheinbaren Makels.


Wir befinden uns in einer Zeit nach der Apokalypse. Die Welt ist fast zerstört, Radioaktivität und andere schädliche Dinge lassen die Menschen erkranken und sterben. Trotzdem herrscht weiter Krieg, den die Eastern Federation anführt. Unter der Leitung des Militärs soll Prof. Azuma die Menscheit noch retten. Mit Hilfe so genanter Neo-Zellen sollen Krankheiten besiegt und der Mensch soll teilweise runderneuert werden. Prof. Azuma bekommt daraufhin die Nachricht, dass sein Sohn Tetsuya im Krieg gefallen ist.

Bei einem Unfall innerhalb des Experimentes entwickeln sich Neo-Sapiens, Mutanten, die sofort vom Militär niedergeschossen werden, nur eine kleine Gruppe kann sich retten und entführen dabei die Frau von Prof. Azuma, Midori. Die Mutanten schwören Rache und erklären der Menschheit den Krieg. Mit Hilfe von Robotern schlagen sie grausam zurück.
Prof. Azuma reanimiert in der Zeit seinen toten Sohn Tetsuya, der nun ebenfalls ein Mutant ist. Doch Tetsuya kämpft gegen die Mutanten, um seine Freundin Luna zu beschützen und um seine Mutter zu finden...


Eins vorweg, „Casshern“ ist eine CGI-Bombe, was man so teilweise noch nicht gesehen hat. Kaum ein Bild ist real, alles kommt aus dem Computer und wer so was nicht mag, wird an „Casshern“ kaum ein gutes Haar lassen.
Lässt man sich aber auf diese Computereffekte ein, so erwartet dem Betrachter ein wahres Feuerwerk. Bei den Actionszenen, die nicht mal so zahlreich vertreten sind, bleibt einem wahrlich der Mund offen stehen und man staunt nur noch, was heutzutage alles möglich ist.
Tetsuya, nun ebenfalls ein Mutant, kann schneller rennen, fliegen, hat mehr Kraft als ein normaler Mensch usw. Und wenn Tetsuya loslegt, kann man gar nicht so schnell schauen, wie es auf dem Bildschirm rundgeht. Die Kämpfe von Tetsuya wirken zwar hyperschnell, sind aber dennoch auch traditionell gehalten wie die alten Samurai-Kämpfe. Auch die Fortbewegung innerhalb der Kämpfe sieht teilweise aus wie aus alten Ninja-Filmen. Trotzdem überzeugen sie, auch wenn man ein schnelles Auge braucht, aber so ist „Casshern“ halt. Neuartig und hyperschnell.

Optisch ist „Casshern“ eine Augenweide, dank modernster Computereffekte. Dutzende von Raumschiffen, zig Arten von Robotern in unglaublicher Anzahl werden uns geboten. Hinzu kommen rasende Kamerafahrten und Bilder, die einem schwindelig werden lassen. Eben noch dunkle gelbe Farben, warten wir plötzlich in den schönsten knalligen Naturfarben im Garten der Familie Azuma, um dann in schwarz-weiß getränkten Bildern mitten im Krieg zu sein. Optische Leckerbissen sind z.B. der Kampf von Tetsuya gegen die Roboterarme und den Obermutanten, dagegen wirken die Kamerafahrten z.B. aus Azumi oder Versus wie eine lahme Schnecke; oder einfach der riesige Mond.
Die schwarz-weiß Szenen wirken arg verrauscht, doch dies scheint ein Stilmittel des Regisseurs zu sein, da man in besagten Szenen auch teilweise kaum noch was erkennt, seien es durch Schattierungen oder andere Effekte. Dafür durchfluten oftmals helle Strahlen das Bild in den Farbszenen.
Ferner sollte nicht unerwähnt bleiben, dass „Casshern“ oftmals in verschiedene Zeiten springt, so dass man aufpassen muss, nichts zu verpassen. In Bezug auf andere Manga-Verfilmungen geht „Casshern“ aber noch relativ human mit dem Zuschauer um, man wird nicht von ganz so vielen Details erschlagen wie in anderen Verfilmungen dieser Art.

Auch die Musik spielt eine zentrale Rolle. Auf der einen Seite melancholische Klaviermusik, auf der anderen Seite (insbesondere in den Actionszenen) rockige Musik, die immer dem Geschehen auf der Leinwand angepasst wird.
Auch die Schauspieler überzeugen auf voller Linie, egal auf welcher Seite sie nun stehen.
Sei es Prof. Azuma, der im Laufe des Film wie eine Art Neo-Frankenstein wirkt, der Anführer der Mutanten, wo einem beim Satz, dass er die Menschheit vernichten will, ein Schauer über den Rücken läuft oder eben auch der bucklige Mutant, daher die Verbindung von mir zu Frankstenstein.
Mir graut es jetzt schon davor, wie man diesen Film auf deutsch erleben darf. Da rate ich doch lieber zur japanischen DVD, welche hervorragend umgesetzt und ausgestattet ist.


Fazit: „Casshern“ ist ein, wenn man sich mit den CGI-Effekten anfreundet, ein optischer Knaller, aber auch inhaltlich hat er Film einiges zu bieten. Der Krieg wird nicht als Allheilmittel dargestellt, jede Rasse macht Fehler, ob Mensch oder Mutant. Das Ende ist einfach nur herzerwärmend und lehrt dem Zuschauer einiges. Wer sich auf „Casshern“ einlässt, sollte Zeit, Geduld und einige gehörige Portion Aufmerksamkeit mitbringen. Wer dies tut, wird einen Film erleben, den er so schnell nicht mehr vergisst.

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