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Filme wie dieser sind selten geworden und gehen meistens unverdientermaßen etwas unter im Meer von Hollywoodproduktionen.Ihnen wird wenig Beachtung geschenkt,es fließt kein Blut,keine Hollywoodgesichter,nur ein Lehrer,der schwererziehbaren Kindern das Singen beibringt ?
Doch es ist mehr als dass,was uns Spencer Tracy 1938 in „Teufelskerle“vormachte,indem er sagte „Kein Mensch ist von Natur aus schlecht“.
Auf diese These begründet Monsieur Mathieu seine Ambitionen,das strenge Reglement des unbarmherzigen Direktors zu umgehen und mit viel Verständnis und Hingabe den Charakter eines jeden Jungen zu hinterfragen.

Nachkriegszeit in Frankreich,Mathieu ist als Pedell(Aufseher)neu an dieser Schule für schwererziehbare Jungen,sie und auch die Lehrkräfte sind desillusioniert,niemand ist freiwillig hier unter der Führung des kalten Direktors Rachin.Doch Mathieu hält nicht viel von der pädagogischen Vorgehensweise „Aktion – Reaktion“(Strafe)und geht mit einem stetigen Augenzwinkern vollkommen anders auf seine Schüler zu.
Er gründet einen Chor und fordert damit emotionalen Ausdruck der Jungen,der ihnen lange untersagt blieb.

Man mag diesem Drama fehlende Dramaturgie unterstellen,aber die Emotionen stimmen in jeder Hinsicht,was hauptsächlich auf die Musik zurückzuführen ist.Nicht nur das Titelthema,das zwischendurch immer wieder auftaucht,auch der Chorgesang glänzt mit sehr tragenden Melodien,die das Herz eines jeden Zuschauers erwärmen dürften.
Die ruhige und besinnliche Erzählweise lässt sich viel Zeit mit der Durchleuchtung der Charaktere,auch wenn es ein wenig an Hintergrundwissen zu Mathieu fehlt.
Dieser wird von Gerard Jugnot erstklassig verkörpert und zieht alle Sympathien auf sich,während der böse Direktor zuweilen etwas überzeichnet dargestellt wird.

Ein Film,den man sich entweder allein oder mit seiner Partnerin ansieht,ein Film,der die Seele erwärmt,langsam und leise,ein Film,den man unbedingt gesehen haben sollte.
9 von 10 Punkten

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