Das ist Hal. Nein, nicht der kaputte Computer aus Kubriks 2001! Unser Hal ist ein neureiches Bübchen und flotter Mittvierziger, der hauptberuflich mit seinem schicken Stingray durch die Gegend braust oder mit seiner minderjährigen Freundin, die er vor acht Jahren kennen gelernt hat(!!!), einen heben geht. Zur Feier des Tages – die Herzallerliebste wird endlich 18 Jahre alt – steht wieder ein Kneipenbesuch an. Da gibt’s ordentlich Champagner und Hal erhofft sich danach sein Mädel entjungfern zu dürfen. Doch auf dem Heimweg durchkreuzt eine Bande von Nazirockern die Pläne der beiden Turteltäubchen, vergewaltigt das Geburtstagskind und schlägt Hal böse zusammen. Gut nur, dass Hal ein paar Kickboxer-Kumpels in USA-Traininsanzügen hat, die ihm tatkräftig zur Seite stehen. In einem Amphitheater mischen sie die Nazis auf, schneiden ihrem Anführer den Pimmel ab und stopfen ihm das blutige Würstchen in den Mund. Jammi! Nun liegt es freilich wieder an den Rockern sich zu rächen. Hal flüchtet sich zu seinen Eltern aufs Land, reißt sich auf der Fahrt dorthin noch fix eine Blondine zum Bunga-Bunga machen auf (die 18-Jährigen ist wohl abgeschrieben, da beschmutzt) und verbringt die nächste Zeit damit diese in allen erdenklichen Positionen durchzubimsen. Während die beiden Liebeshungrigen mit den Pferden ausreiten, melden sich die Rockernazis wieder auf dem Spielplan und nieten Hals gesamte Familie samt Mutter im Rollstuhl und Haushälterin um. Der Schwester wird der Bauch aufgeschlitzt und der Gärtner bekommt die Heckenschere in die Fressluke gestopft. Hal tut nun etwas, womit wohl kein Zuschauer rechnen dürfte: Er spürt die Rockerbande auf und killt einen nach dem anderen…
MAD FOXES als Himmel schreienden Trash zu bezeichnen, kommt beinahe einer Beleidigung aller anderen Trashfilme gleich. MAD FOXES (a.k.a. STINGRAY 2, wobei jedoch kein erster Teil existiert) ist so doof, so dilettantisch und so schlecht gemacht, dass es wirklich eine wahre Freude ist. Hauptfigur Hal ist ein Schleimscheißer im Disco-Fummel, ein Möchtegern-Casanova und Stecher vom Dienst, den man von Anfang an die Krätze an den Hals wünscht. Also, ein sympathischer Titelheld sieht echt anders aus. Die Nazis sind wilde Fieslinge mit SS-Totenkopf- und Reichsadler-Ansteckern, Hakenkreuzbinde und Sturmführermütze. Hier wurde fast kein Requisit ausgelassen. Sie fahren Angst und Schrecken einflössende Motorräder wie klapprige Yamahas oder lahmarschige Kisten mit Beiwägen. Natürlich sind sie ständig am Saufen und Rumstänkern. Und wie entspannt der Nazi so richtig? Genau, er geht zur Nazi-Domina, schlüpft in einen Lederbody und lässt sich tüchtig auspeitschen. In einem gänzlich spannungsarmen, dafür aber doch einigermaßen blutigen Rachefeldzug macht Hal dann kurzen Prozess mit dem rechten Gesocks. Leider vergisst er den kastrierten Rockerchef vom Anfang. Dieser meldet sich unerwarteter Weise wieder zurück und sprengt (natürlich wieder aus Rache) alles und jeden, samt Hal, dessen Trulla und sich selbst, in die Luft, womit der Film dann auch endet.
„Ich heb dich aus den Socken, Jungchen!“
Wahnsinn! Da bleibt echt kein Auge trocken! Nazirocker, Kastrationen und eine Prise Schmuddelerotik. Der Streifen verdient zu Recht den Kultstatus, den er in Fachkreisen genießt. Langweilige Autorennen, gehirnamputierte Sprüche, dazu noch flippige Mucke von der Schweizer Prog-Rock-Band „Krokus“ (nicht zu verwechseln mit „Focus“). Wem es gelingt, knapp 80 Minuten lang sämtliches logisches Denken und alle Moralvorstellungen über Bord zu werfen, dem blüht hier ein Trash-Vergnügen sondergleichen.
Nazis: (+)(+)(+)(-)(-)
Schmodder: (+)(+)(-)(-)(-)
Trash: (+)(+)(+)(+)(+)
Fazit:
Superbescheuerter Sleaze mit heftigen Naziploitation-Einschlägen. Ein Must-See in Sachen Bad Taste!