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Mit „Ring“ startete kurz nach M. Night Shyamalans Welterfolg „The Sixth Sense“ der nächste richtungweisende Film im Mystery-Genre, der diverse Nachahmer nach sich zog.
Es beginnt mit zwei Teenagern, die sich über ein geheimnisvolles Video unterhalten. Sofern man dieses sieht, wie die neueste Urban Legend in Japan besagt, bekommt man einen Anruf, dass man nur noch sieben Tage habe und am Ende dieser Frist stehe dann der Exitus. Natürlich hat eines der Mädels das Band gesehen und dann erfüllt sich auch schon die Prophezeiung. Das ist recht spannend gemacht, auch wenn die gleiche Szene im Hollywoodremake noch etwas besser rüberkommt (was aber auch am Budget und der Professionalität des US Films liegen dürfte).
Reiko Asakawa (Nanako Matsushima), die Tante der Verstorbenen, ist Journalistin. Sie forscht nach und stößt auch auf Hinweise auf das Videoband, aber leider sind diese nur wage. Doch nach anfänglichen Schwierigkeiten erfährt sie, dass die Teenager, die dem Video zum Opfer fielen, alle in einer Hütte Urlaub gemacht haben und tatsächlich findet sie dort das Videoband – um es sich dann anzusehen. Ein uraltes Prinzip: die menschliche Neugier. Selbst wenn es das eigene Leben bedeuten könnte – der Wissenstrieb ist zu stark.

Damit könnte Reiko ja noch irgendwie leben (wenn auch nicht mehr sehr lange), doch dann sieht sich auch noch ihr kleiner Sohn das Video an. Zusammen mit ihrem Ex-Mann Ryuji (Hiroyuki Sanada) beginnt Reiko nun nach Hinweisen auf den Hintergrund des Videos zu suchen, um das Geheimnis zu klären und damit ihr Kind vor dem Fluch retten…
Auch wenn viele Kritiker auf die Unterschiede zwischen Original-„Ring“ und US-Remake hinweisen, so sind sie doch nicht wirklich gravierend (zumal sich die Experten auch streiten, welche Version mehr Fragen klärt oder logischer erscheint). Der Vorteil des japanischen Films ist sicherlich der, die Idee gehabt zu haben und damit den Originalitätsbonus einzustreichen.
Doch in ein paar Punkten kann das Original nicht gegen das Remake (welches ich vor dem Original sah) nicht ganz bestehen: Zum einen ist das Original mit weitaus weniger Budget gedreht worden, weshalb vor allem die Optik nicht ganz so gruselig wie im Remake daherkommt. Zudem ist beim Original das detektivische Rätselraten, was die einzelnen Bilder des Videos zu bedeuten haben, kürzer gefasst als beim Remake, wobei ich eigentlich gerade diesen Aspekt mochte.

Doch auch der japanische „Ring“ ist recht spannend und kurzweilig, selbst wenn man die Lösung schon kennt. Die Atmosphäre ist dicht und aus dem vergleichsweise niedrigen Budget hat man doch einiges rausgeholt (man achte vor allem auf die wenigen, aber gut gemachten Effekte). Zudem ist das Original etwas straffer als das Remake erzählt und kommt daher etwas schneller in Fahrt, was man als Vorteil gegenüber der US-Version nennen kann – auch sich beide in meinen Augen nicht so sehr unterscheiden.
Für einen asiatischen Film sind die Darsteller ziemlich gut und bringen ihre Rollen ziemlich überzeugend rüber. Wie die Darstellerin dieses Parts im Remake kann vor allem Rie Inou als Verkörperung des unheimlichen Mädchens Sadako punkten, auch wenn dies nicht unbedingt an ihrer Schauspielkunst sondern an ihrer gruseligen Aufmachung liegt.

Letztendlich ist es wohl Geschmackssache, welche „Ring“-Verfilmung man bevorzugt, recht spannend sind beide (auch wenn beide in meinen Augen ein paar Längen haben). Mir gefiel das Remake aufgrund des Hollywoodlooks und des höheren Budgets etwas besser, aber auch das Original ist sehenswert.

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