„Ring“ ist wohl einer der bedeutensten Horrorfilme der letzten Zeit, und das nicht nur weil es ein sehr guter Film ist, sonder weil er einen regelrechten Boom auslöste. Nicht nur im asiatischen Raum zog er Remakes und ähnlich geartete Horrorfilme nach sich, auch in Hollywood wurde man auf diese neue Horrorwelle aus Fernost aufmerksam und macht sich seit dem daran nach Möglichkeit jeden guten Film dieser neuen Richtung im westlichen Gewand neu aufzulegen.
Doch kommen wir zurück zu Ring selber. Der Film von Hideo Nakata war nicht der erste Versuch die Romanvorlage in einen Film umzusetzen. Bereits drei Jahre zuvor gab es einen TV-Film, der allerdings keine derartige Aufmerksamkeit erregte. Erst durch die fabelhafte Inszenierung gewann Nakatas Film den Status den er heute hat.
Doch was ist es was diesen Film so auszeichnet?
Nun es ist vor allem die Atmosphäre, die Stimmung, die der Film rüberbringt. Irgendwie bedrohlich und ganz einfach Angst einflößend, und das ohne irgendwelche harten, blutigen Effekte, sondern nur durch verwirrende Bilder und schräge Soundkulisse, die beiden Dinge die auch die großen Nachfolge Werke wie „Uzumaki“, „Dark Water“ oder „Ju-On“ auszeichnen. Auch gibt es immer wieder diese gewissen Szenen, bei denen auch der Zuschauer nicht so schnell bemerkt was da nun gerade falsch ist. Da muss man selbst erst einmal suchen bis man die schwache, schemenhafte Gestalt bemerkt, die sich da im TV-Bildschirm spiegelt. Diese kurzen Momente zwischen „bemerken das etwas nicht stimmt“ und „erkennen was es ist“ sind es die unter anderem für die Kraft dieses Films (und auch der anderen) verantwortlich sind.
Dazu kommt die, sich langsam aufbauende, Geschichte, die zum Ende hin rasanter fahrt aufnimmt um einen zum Schluss mit einigen bösen Überraschungen mit ganzer Wucht zu überrollen. Das man sich dabei nicht gemüßigt fühlt alle Punkte der Story aufzuklären ist ebenfalls exemplarisch für diese Art der japanischen Horrorfilme. Der Zuschauer soll ruhig mehr oder weniger im unklaren zurückgelassen werden, dass verstärkt die Wirkung der Films nur noch.
Einen weiteren Beitrag leisten natürlich auch die düsteren Bilder, die immer irgendwie auch etwas trist wirken. Keine fröhlichen und kräftigen Farben, eher alles etwas ausgebleicht und irgendwie auch kalt – halt wenig hoffnungsvoll. Dazu gibt es seltsame Einstellungen die auch gut geeignet sind das Auge des Betrachters kurzzeitig zu verwirren.
Man sieht, ring ist wirklich konsequent gemacht und wohl gerade deswegen so gut. All die kleinen Faktoren sorgen am Ende für ein geniales Ganzes.
Man kann nur jedem raten nicht gleich wegen ein paar kleinen Längen am Anfang (ja die hat der Film, das muss man zugeben) abzuschalten, sondern dran zu bleiben und sich auf den Film einzulassen. Es lohnt sich wirklich.
Nakata hat hier ein „state of the art“ – Werk vorgelegt das für eine Welle gleichartiger bzw. ähnlicher Filme und jede Menge Remakes sorgte.
Man sollte aber zumindest einmal das Original gesehen haben.