Mit "Ringu" sind Regisseur Hideo Nakata gleich zwei Besonderheiten geglückt. Erstens schuf er einen astreinen Gruselfilm und zweitens schaffte er es die westliche Welt ein wenig mehr gen Osten blicken zu lassen. Der asiatische Film war außerhalb des Kontinents eher für Godzilla und Kung Fu bekannt, als für Horrorthriller. Dies lag aber wohl nicht an der Qualität der Filme, sondern eher am allgemeinem Desinteresse für Neuland.
Selbstverständlich verhalf das Remake ebenfalls dazu, das Original einer zumindest etwas größeren Fangemeinde zugänglich zu machen. Wobei das Wort "Original" auch nicht zu 100% zutrifft. 1995 gab es die Idee nämlich bereits als Fernsehfilm in Japan, wobei ich Diesen mangels DVD nicht zum Vergleich heranziehen kann.
Dennoch ist der Film absolut originell und brachte die Filmfans wieder zum Gruseln, statt zur Schlachtbank. In "Ringu" wird nämlich kein Blut vergossen, aber die absolut unheimliche Story hatte auch kein Gulasch nötig. Hier wird noch subtil mit seltsamen Kamerafahrten und wirklich gruseligen Bildern gearbeitet. Die haben es auch wirklich in sich.
Ein weiterer Vorteil ist das gelungene Tempo des Films. Dauergrusel würde mit der Zeit ermüdend wirken. Da man aber neben dem Gruselfaktor eine interessante Story zu bieten hatte, konnte man zwischen den hochinteressanten Ermittlungen und den Schockeffekten abwechseln.
Natürlich wird man inzwischen lächelnd abwinken, da es durch den Erfolg eine Menge Trittbrettfahrer gab, die schwarzhaarige Mädchen bis zum Erbrechen wiederkäuten. Trotzdem sollte man den Beginn der Welle unbedingt mal gesehen haben. Deshalb mein Tipp: Gedächtnis löschen. Licht aus, Gäste raus und Film ab!
PS: Am besten in der japanischen Tonspur mit deutschen Untertiteln schauen. Bei Erscheinen des Films hatte man sich wohl nicht sonderlich viel Erfolg versprochen und eine äußerst mäßige Synchro angefertigt, die der Atmosphäre des Films absolut nicht zuträglich ist.