Inhalt:
China während der Tang-Dynastie. Lord Zheng Guo Li Ming (Yun Il-Bong) ist der Bruder des Kaisers, und gebietet selbst persönlich über eine Provinz, die er gnadenlos ausbeutet, und die Bevölkerung brutal unterdrückt.
Er will seine Macht weiter ausdehnen, und hierzu die benachbarte Provinz von Lord Ding Yuan (Chen Feng-Chen) in seine Hand bekommen.
Sein Scherge Yu Li-De (Chan Shen) tötet Lord Ding Yuan. Die schwachen Behörden und der willfährige Minister Cui Yin (Shum Lo) wollen daraufhin einfach die Provinz des Lords Ding Yuan für Li Ming annektieren.
Der Vertraute Lord Ding Yuan´s, Lord Yuan Yi-Cheng (Fang Mien) kann lediglich einen Aufschub hinsichtlich der Rechtsgültigkeit der Annexion erreichen, um die Bevölkerung zu beruhigen.
Doch Yuan Yi-Cheng nutzt diese Zeit, um den Schwertkämpfer Jun Jie Mu (Ling Yun) für die Rache an Li Ming zu gewinnen. Dieser hat gerade die schöne Shu Hui Tang (Hsia Fan) geehelicht.
Auch 5 Kämpfer mit der Amazone Mei Zhen Sun (Lily Li) vorneweg, wollen Lord Ding Yuan rächen.
Doch Jun Jie kann sie davon abhalten..., und Lord Ruan Yi-Cheng lässt gar eine Schein-Hinrichtung abhalten, um die 5 einstweilen aus dem Verkehr zu ziehen.
Jun Jie setzt sich an die Spitze der 5 Kämpfer, zusammen sind sie die "Six Assassins", die den Tod von Ding Yuan rächen und Li Ming, den Bruder des Tang-Kaisers, töten wollen.
Auch andere wollen seinen Tod, scheitern aber. Als sich Li Ming mit seinen Schergen auf den Weg in seine neue Residenz macht, soll der entscheidende Show-Down herbeigeführt werden...!
Es kommt zum blutigen Kampf auf Leben oder Tod.......
Fazit:
Die Studios der Shaw Brothers drehten um das Jahr 1970 herum einen einfachen WuXia-Eastern nach dem anderen. Viele waren durchaus annehmbare, bunte Abenteuer-Actioner mit blutigen Schwertkämpfen und edlen Helden.
So auch dieser vorliegende Eastern, 1971 unter der Regie von Chung Chang-Hwa für die Studios von Run Run Shaw entstanden.
Ein buntes WuXia-Abenteuer, mit einfacher Handlung, einer dicht-stringenten Inszenierung, soliden Darstellungen und rasant-dynamischer Swordplay-Action.
Damit ist eigentlich schon fast alles über diesen Eastern, aus der Zeit höchsten Produktionsvolumens der Shaw Brothers, gesagt.
Die Atmosphäre ist die eines typischen Shaw-Streifens anfangs der Siebzigerjahre. Ein buntes Drama in den edlen Sets der Shaw-Studios, die dieses typische Flair einmal mehr erzeugen. Insbesondere ein Schwertkampf des Hauptdarstellers Ling Yun, auf einer Brücke die über ein sumpfiges Gewässerchen führt, sei hier beispielgebend genannt.
Doch auch gut gewählte Außenlocations in Wald + Flur, an steilen grünen Hängen, geben diesem Film ein visuell ansprechendes Design ala Shaw Brothers.
Die Kostüme, die Ausstattung in den Kulissen tun ein übriges, machen aus "Six Assassins" ein kleines Epos aus längst vergangener chinesischer Epoche.
Die kurze Laufzeit von gut 70 Minuten lässt zudem keine Länge aufkommen, Dialogszenen und Action sind gut durchmischt, und die Story routiniert und durchaus spannend abgehandelt.
Ling Yun ist hier der Held, eine leicht brüchige Männlichkeit ausstrahlend. Denn seine Figur hat gerade geheiratet..., und seine Frau will nicht gleich als Witwe dastehen. Doch Ling Yun ist zu sehr Edelmann..., und will zudem nicht, dass seine Mitstreiter jung sterben.
Doch gilt es, einen Villain, der grausam und brutal ist, zur Strecke zu bringen. Der ist ein Bruder des Kaisers..., und verfügt somit über starken Rückhalt bei den Behörden und bestmögliche Bewachung.
Ling Yun spielt das trocken-solide, mitunter nachdenklich wirkend, ein edler Held ohne Allüren, aber doch auch ohne großen Tiefgang.
Aus seinen Mitstreitern ragt eine heraus, weil es eben die einzige Frau in diesem Ensemble ist: Lily Li..., schön ist sie, hat aber auch nicht viel zu sagen.
Hsia Fan ist die Gattin des Helden..., die ihren Mann nicht verlieren will, auch sie agiert solide.
Die Villains, die Bösewichte..., allen voran Yun Il-Bong, der im Endfight gar selbst zum Schwert greift, obgleich ein Mitglied der kaiserlichen Familie.
Seine Aura ist besonders..., erinnerte mich mehr als ein bisschen an Jack Palance..., ja ein chinesischer Jack Palance ist an Yun Il-Bong verloren gegangen.
An seiner Seite skrupellos wirkende Typen wie Chan Shen, Tong Tin-Hei mit bitterbösem Blick, und Kao Ming, der seine Augen und Spürnase überall zu haben scheint. Sie runden das Villain-Ensemble ab.
Die Swordplay-Action kommt nicht zu kurz, immer wieder durchziehen Scharmützel diesen WuXia-Eastern. Das sind rasant-dynamisch choreographierte Fights, zumeist mit dem Schwert, selten Hand to Hand.., etwas was ja erst so richtig in jenem Jahr durch Bruce Lee´s "The Big Boss" ("Die Todesfaust des Cheng Li", siehe mein Review auf dieser website) aus der Taufe gehoben wurde.
Vor allem der so turbulente wie blutige Show-Down haut einen raus, und ist natürlich der Höhepunkt dieses kleinen, feinen Eastern-Films.
"Six Assassins" ist einfache, doch gefällige Kost für den eingefleischten Fan des Genres..., ein grundsolider Eastern-Beitrag aus den Studios der Shaw Brothers, ein buntes WuXia-Abenteuer.
Nicht mehr..., nicht weniger.
7/10.