Review

Inhalt:

China, zur Zeit der Ming-Dynastie. Die Schwert-Amazone Yu Feixia (Lily Ho) kämpft verzweifelt darum, ihre Unschuld zu beweisen. Sie wird für eine vermummt auftretende Diebin und Mörderin gehalten, die das "6th Manual of Exellent Skill" gestohlen haben soll. Sie ist die Schülerin des "4th Golden Knight" Jing Zhengiun (Wong Hap aka Wang Hsieh) sowie die Tochter von Yu Yungyan von Huangshan-Clan. Zudem beherrscht sie die "Poison Palm"-Technik mit der einige Männer bei dem Raub getötet wurden...!

Das Oberhaupt des Tongxin-Clans, Nan Huai (Chuan Yuan aka Chuen Yuen), befiehlt seinen Golden-Knight-Fightern Yu Feixia festzunehmen und das Manual wieder zu beschaffen. Der "9th Golden Knight" Lu Yinan (Kao Yuen) ist darauf angesetzt, und dieser erfährt in einem kleinen Ort von einer maskierten Diebin, die den Reichen nimmt und den Armen gibt. Er kann diese Frau stellen und im Kampf besiegen, es ist Yu Feixia! Die Gefangene wird von Lu Yinan überzeugt, sich dem Tribunal des Tongxin-Clans und Nan Huais zu stellen, dort Rede und Antwort zu stehen.

Dort gibt sie zu, den Mord an ihrem Vater rächen zu wollen, der ebenfalls im Ringen um das Manual zu Tode kam, aber sie leugnet jene vermummte Diebin des Manuals zu sein. Es kommt beim Tribunal keine Mehrheit zusammen, um Yu Feixia zu exekutieren. Nunmehr sollen der "2nd Golden Knight Monk" Tieh Teng (Ku Feng) und der "3rd Golden Knight" Guang Xiyang (Fan Mei Sheng) ausgesendet werden, Beweise für die Schuld oder Unschuld von Yu Feixia zu erbringen.

Guang und Tieh Teng werden getötet, und mit Hilfe der abgezogenen Gesichtshaut der beiden, können 2 Doppelgänger zum Tongxin-Clan zurückkehren. Diese geben an, keine Beweise für die Unschuld von Yu Feixia gefunden zu haben, worauf hin sie nun zum Tode verurteilt wird. Ihr gelingt jedoch die Flucht. 

Yu Feixia will die vermummte Mörderin finden, und den Tod ihres Vaters rächen. Als Mann verkleideter Gelehrter versucht sie under cover zu ermitteln, und sie kann die wahre Manual-Diebin, Ai Qing (Shu Pei-Pei), finden. Beide Frauen kooperieren nunmehr und bündeln ihre Kräfte, um die Hintergründe aufzuklären und den Tod von Yu Yungyan, dem Vater von Yu Feixia, zu rächen.

Es kommt schließlich zum brutal geführten Show-Down, zum blutigen Kampf auf Leben oder Tod...!

Kritik:

Im Jahre 1970 drehte Regisseur "Griffin" Yueh Feng diesen WuXia-Eastern für die Studios der Shaw Brothers. Ein weiterer Streifen dieser Art, in einer Zeit als die Studios der Shaw Brothers ein ungeheuer anmutendes Produktions-Volumen in diesem Film-Sektor erzielten. Viele dieser Streifen waren kurzweilige, bunte Abenteuer-Actioner, dem Fan des Genres gängig-spannende Unterhaltung bietend. 

Auch dieser WuXia hat die stereotypen Ingridenzien des Genres, ist aber ein sehr handlungslastiger, fast gedehnter Eastern, so kommen Längen vor, wirkt dieser Film mitunter fast dröge, es kommt gar Langeweile auf. Es wird ungewöhnlich viel geredet, viel dialogisiert, viel geritten und intrigiert, und ein Handlungs-Kringel an den nächsten gereiht. Der Film ist an sich gut gespielt, zieht sich aber mit allerlei Nuancen im Handlungs-Geschehen in die Länge. Immerhin mündet dann das Ganze noch recht schlüssig in ein blutig-dramatisches Finale mit überraschendem Villain, der sich in der Schluss-Phase herauskristallisiert. 

Hätten wenigsten ein paar mehr Fights die Sache zuvor noch aufgelockert. Die sind vor dem Finale aber recht spärlich, und zudem bestenfalls durchschnittlich. Das könnte auch dem frühen Baujahr geschuldet sein, doch gerade die Shaw Brothers konnten bereits Ende der 1960er und Eingangs der 1970er kernigere Action mit Drive auf die Leinwand bringen. Hier erst können diesbezüglich im Endfight mit blutiger Action und hohem Bodycount Akzente gesetzt werden.

So ist denn "The Golden Knight" eine etwas schwächere Produktion der zu diesem Zeitpunkt äußerst umtriebigen Studios der Shaw Brothers, die zu jener Zeit einen WuXia-Eastern nach dem nächsten raushauten. Es ist leider auch kein so richtig guter Martial-Arts-Film, doch kann das Finale dann noch einigermaßen entschädigen. Das rettet diesen Eastern vor dem Reinfall.

Lily Ho ist hier die Heldin in diesem WuXia-Drama, ihre Figur kämpft um ihre Unschuld zu beweisen. Auch als -wenig überzeugend natürlich- verkleideter Herr Gelehrter, sie agiert bemüht, mal verzweifelt-weinerlich, mal kämpferisch, ein variables Spiel und Lily überzeugt insgesamt. Kao Yuen wird phasenweise zum Gefährten, er spielt das nüchtern-sachlich. Wong Hap (aka Wang Hsieh) fast als sonor auftretender Sifu der Heldin, der sie am Schluss helfend raushaut, Wong Hap spielt das routiniert-wohltuend.

Ku Feng und Fan Mei Sheng sorgen für Shaw-Prominenz in dieser Produktion und spielen solide ihre Parts. Unter den Villains ragt Chuan Yuan (aka Chuen Yuen) als diabolisch-dämonischer White-Hair-Bösewicht heraus, und ist im Auftreten und Rollenbild ein Pluspunkt dieses WuXia. Ching Miu und Wong Ching-Ho sind altbekannte Shaw-Haudegen und ergänzen den Cast routiniert.

Ein Plus im Cast ist auch die attraktive Shu Pei-Pei, die Rolle der eigentlichen Mörderin/Diebin ist interessant und würzt denn im letzten Drittel doch noch etwas das gedehnte Handlungsgeschehen. Und sie ist bildschön, ich finde sie ist noch attraktiver als Lily Ho, und ich könnte die hübsche Shu Pei-Pei nur abweisen, wäre ich mit den Bässler-Zwillingen liiert -tja, von was ich so träume- :-)).

Leider ist -wie oben erwähnt- "The Golden Knight" kein wirklich guter Martial-Arts-Film. Zum einen wird vor dem Finale zu selten gefightet, die Kämpfe sind zudem bestenfalls durchschnittlich, mit wackelnder Kamera und -zu- schnellen Schnitten soll hier unbeholfen ´Tempo´ suggeriert werden. Im Endfight, als sich die Dinge zudem zuvor noch geklärt haben, kommt mehr Drive auf, wird es blutig und dramatisch, was "The Golden Knight" immerhin noch so gerade rettend ins Ziel bringt.

"The Golden Knight" kann sich der absolut eingefleische Fan der Shaw Brothers und des Genres so mal eben "Für Zwischendurch" und als Shaw-Komplettist geben. Die finale Phase mit mehr Drive, Drama und einigen brauchbaren Fight-Sequenzen kann "The Golden Knight" noch auf mittelmäßige 5 von 10 Punkten in meiner Bewertung hieven.

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