Für Bergsteiger sicherlich interessant, bietet der Streifen für den Nicht-Extremsportler ein geringes Unterhaltungspotential.
Sicherlich nach einer wahren Begebenheit inszeniert und somit ein Stück "greifbare Geschichte" plätschert der Film dahin, bis 102 Minuten vergangen sind. Ich weiss nicht, ob es unterhaltsam ist, einen verletzten Mann über einen Bergkamm kriechen zu sehen, um an seinen Schmerzen und seiner Verzweiflung teilhaben zu können. Natürlich war das krass, was den beiden Bergsteigern passiert ist. Natürlich war es eine Wunder, dass beide überlebt haben. Doch muss gleich jedes "Wunder" kinotechnisch in Szene gesetzt werden?
Da die beiden sich selbst in diese kritische Situation gebracht haben, bieten die Figuren auch keine Identifikationsmöglichkeiten für den Großteil der Filmzuschauer (ich kenne jedenfalls niemanden, der sich in solch eine gefahrenvolle Situation manövrieren würde).
Natürlich haben solche TRUE STORIES immer ihren Reiz - ich habe sie ja auch angesehen. Der Zuschauer kann sich "ergötzen" am Schicksal von Personen, die wirklich leben oder gelebt haben. Eine Art von "Gaffertum" oder Voyeurismus lebt in jedem von uns, allzeit bereit befriedigt zu werden. Aber werde ich unterhalten von solchen Szenen? Dienen Sie der Aufklärung, Sensationslust oder gar Abschreckung? Ich kann bei dieser Halb-Doku kein kritisches Fazit erkennen.
Einen schwerverletzten Bergsteiger zuzusehen, wie er sich kraftlos bepisst, verstösst meines Erachtens gegen die Menschenwürde und ist Sensationsgier und "Aufklärungslust" unterhalb der Gürtellinie.
Fazit: Sicherlich wahr, sicherlich interessant, sicherlich schlimm für die Beteiligten ... aber sicherlich nicht für alle ein teilbares "Film-Schicksal".
Punkt, basta.