Elfen stellt man sich in der Regel ein wenig vor wie zarte, eher weibliche Fabelwesen, denn nicht umsonst spricht man von elfengleich. Besonders in der moderneren Literatur werden sie häufig als feenhaft umschrieben, andere entwerfen sie beinahe winzig, aber hinterhältig und diebisch.
Allerdings, wie einen ungehobelten Troll auf Mörderzug hat man Elfen bislang eher selten vorgefunden.
Karen und ihre Freundinnen wollen an einem verbotenen Platz im Wald ein Ritual starten, als sie sich an der Hand verletzt und damit ein Ungeheuer aus dem Erdreich erweckt, welches fortan in Karens Umfeld mordet. Kann ihr der ehemalige Polizist Mike (Dan Haggerty) helfen und was verschweigt ihr Großvater, der definitiv etwas über den Unhold weiß?
Kurz den Videorekorder reaktiviert, um eine ungesehene Perle des 80s Horrors zu sichten, doch neben der ungewohnt schlechten Bildqualität entpuppt sich der Streifen rasch als Rohrkrepierer.
Darstellerisch kann man jeden Teilnehmer bis auf Haggerty restlos vergessen, die albernen und teilweise sinnfreien Dialoge nerven besonders unter den drei Freundinnen und die verschwommene und verwackelte Egoperspektive des Trolls geben bereits den ersten fünfzehn Minuten den Rest.
Von Figurenzeichnung keine Spur, lediglich Haggerty bekommt eine Vergangenheit als Ex-Cop, Kaufhausdetektiv, ehemaligen Säufer und stellvertretenden Nikolaus zugesprochen, denn es ist Weihnachten und der vorherige Nikolaus aus dem Kaufhaus, in dem auch Karen arbeitet, stellt das erste Opfer des Trolls dar, der sich offenbar ganz unauffällig durch die Menge bewegen konnte ohne dabei sonderlich aufzufallen.
Daneben agiert noch eine dreiköpfige Sekte, welche Karen in ihre Gewalt bringen will, eine biestige Mutter, die direkt aus einem Märchen der Grimm Brothers entsprungen sein könnte und der kleine Bruder von Karen, der zum Finale noch eine entscheidende Rolle spielt.
Eine schlüssige Dramaturgie verfolgt die Handlung derweil nicht, denn der Troll taucht an allen erdenklichen Orten auf und schafft sich überall problemlos Zutritt. Mike kommt der Sache aufgrund eines winzigen Symbols am Tatort auf die Spur und liest daraufhin in okkulten Büchern und fragt zwei Experten. Und im Kaufhaus planen die drei Freundinnen eine geheime Aktion, um Typen anzulocken, die jedoch erst nach den Sektenleuten eintreffen, die sich mit Mike eine Schießerei liefern, - alles ein wenig unbedarft naiv aufgebaut, um irgendwie Bewegung im Spiel zu halten.
Einzig die Gestaltung des Trolls ist passabel ausgefallen, denn der dunkelgrüne Kerl verfügt über eine variable Mimik, die Krallenhände sind gut beweglich und auch die Tatsache, dass das Vieh nur ein Meter groß sein soll, wird mit entsprechenden Kamerawinkeln gut außen vor gelassen. Leider lassen etwaige Bluteffekte arg zu wünschen übrig, zumal beide deutsche Fassungen geschnitten sind. Einzig ein Messer im Rücken, ein Dahinsiechen aufgrund eines Radios in der Wanne und kleine Schnittwunden an Arme und Beinen werden dem Betrachter zugestanden.
So kristallisiert sich Karen als eine Art Auserwählte heraus, Opa deckt eine Lebenslüge auf, ein Auto explodiert, es gibt einen Running Gag mit einem Klebestreifen an der Hintertür des Kaufhauses und zum Schluss kämpfen Gut gegen Böse am Ort, an dem alles begann.
Selten spannend, meistens käsig, aber nicht trashig genug, um auf unfreiwilliger Basis gute Laune zu verbreiten.
Einzig das konstant hohe Tempo und die kurzen Fluchtversuche vor dem Troll retten die Chose ein wenig, werten sie aber nicht so stark auf, um dafür einen länger nicht benutzten Videorekorder aus der Ecke zu kramen…
Knapp
4 von 10