Man muß ja vorsichtig sein als Filmfan! Hat man „Der Fluch der Sphinx“ gesehen, erklärtermaßen ein sturzlangweiliger Etikettenschwindel, dreist als Horror deklariert, wo nur Abenteuer drin war, überfallen einen die schlimmsten Befürchtungen bei „Das Erwachen der Sphinx.
Aber, keine Sorge, diesmal geht’s auch wirklich um Horror.
Bram Stoker mußte mal wieder als Vorlagenlieferer herhalten, sein „The Jewel of the seven Stars“ hat schon so manchen Mumien/Ägyptische-Flüche-Film beeinflußt. Und einen Weltstar hatte man auch in der Tasche, Charlton Heston waren nämlich Ende der 70er so allmählich die brauchbaren Rollen ausgegangen, Katastrophenfilme waren out, Airport hatte sich auch totgelaufen, da griff er nach dem ordentlich budgetierten Horrorfilm, da da für ihn ordentlich Großaufnahmen drin waren.
Das Ergebnis ist aber leider nur einen Klacks besser als so manche Videoware, denn was die Macher hier gebastelt haben, ist ein Ägypten-Rip-Off eines sehr erfolgreichen Films namens „Das Omen“. Onkel Charlton buddelt eine verfluchte Mumie aus und gleichzeitig stirbt sein ungeborenes Töchterlein bei der Frühniederkunft, um plötzlich doch zu atmen. Doch wir ahnen es: hier re-inkarniet sich die böse Prinzessin aus der Vergangenheit und mit 18 Jahren Verspätung ist es dann soweit, während alle Mitmacher und –wisser leider sterben wie die Fliegen.
Der Plot ist dreist geklaut und zitiert ausgiebig seine direkte Vorlage (da gibt es doch die Szene mit der hängenden Glasscherbe, wie originell) und bedient sich auch noch bei „Exorzist 2“ (alle Ausgrabungsszenen). Mike Newell, an sich ein beachtlicher Regisseur kriegt zwar ägyptische Sets und Fundstätten ganz gut ins Bild, breitet sich aber so ausgiebig darauf aus, als könnten Weitwinkel von Räumen und Naturbilder der Wüste den Puls von sich in die Höhe treiben.
Kurz gesagt, die ganze Geschichte wirkt formlos und mies konstruiert. Einen Spannungsbogen findet man hinten und vorne nicht, die Angelegenheit ist dem Zuschauer eh schon in Kürze klar, während die übrigen Figuren trotz vieler Ahnungen und Vermutungen bis zum Ende herumrätseln, was da denn nun abgeht. In 10-Minuten-Abständen muß dann mal jemand relativ graphisch dran glauben, damit das Publikum nicht wegnickt.
Die Musik scheint gar nicht vorhanden zu sein, anstatt ein wenig Atmo zu produzieren und die Beziehungen der Figuren (das Ende von Hestons Ehe) haben zu viel Platz.
Problematisch auch, daß die sich langsam verwandelnde Margaret eine praktische Nicht-Figur ist: weder hat sie Profil als Mensch, noch kann man die Übergänge zur bösen Kara irgendwie ausmachen. Was Kara wiederum will (vermutlich der Anti-Pharao werden), bleibt ebenfalls offen, da der Film sofort endet, als der Hauptdarsteller endlich tot ist.
Für den bedeutet der Säulenfrieden am Ende die Erlösung, denn Heston ist zwar kein großartiger Schauspieler, aber so fehlbesetzt war er noch nie. Planlos durch die Gegend stierend, sieht er in den ägyptischen Szenen stets so angestrengt erhitzt aus, als würde er gleich umkippen und präsentiert auch unnötigerweise noch seine behaarte Männerbrust, die schon bessere Tage gesehen hat. Sein Archäologe Corbeck verhält sich über den ganzen Film hinweg höchst widersprüchlich, ohne dafür eine Erklärung zu bieten und sobald der Film den Zeitsprung macht, ist die Chose unten durch. Da verpaßt man dem Recken nämlich ein Bärtchen aus der Mottenkiste, so daß er wie eine Mischung aus Trotski und dem B-Westernhelden Fuzzy (siehe : Western von Gestern) ausschaut.
Ergo kann man dieses unebene und ziemliche zähe Machwerk auch der Vollständigkeit halber mal anschauen, aber den Pantheon der Mumienfilme erreicht dieser Film längst nicht, dafür ist er zu behäbig und zu unentschlossen. (4/10)