Was mich auf „3-Way“ (a.k.a. „Three Way Split“) aufmerksam gemacht hat, war die recht coole Besetzung – zwar besteht sie nur aus Schauspielern der zweiten Garde Hollywoods, doch interessant ist sie allemal:
Neben Dominic Purcell (TV´s „John Doe“ / „MI:2“) spielen Desmond Harrington („Wrong Turn“ / „Love Object“), Gina Gershon („Face/Off“ / „Showgirls“), Dwight Yoakam („Panic Room“ / „Hollywood Homicide“) Ali Larter („Final Destination 1 & 2“) und Jay Bryant („Antwone Fisher“).
Regie bei dieser Adaption von Gil Brewer´s 1963er „pulp“-Novelle „Wild to Possess” führte Scott Ziehl („Cruel Intentions 3”), der es von den Figuren und vielen Wendungen her geschafft hat, das Material anständig zu aktualisieren – das fertige Produkt hätte jedoch etwas mehr an Atmosphäre vertragen können, um wirklich als „rundum gelungen“ bezeichnet werden zu können. Trotzdem ist der Thriller durchaus sehenswert – und das auf gutem B-Film-Niveau (quasi passend zur Besetzung).
Lew (Purcell) wurde zwar von seiner Frau verlassen, schläft aber noch immer ab und an mit ihr. Eines Tages findet er sie jedoch zusammen mit ihrem aktuellen Liebhaber erschossen auf, worauf er aus Angst vor der Polizei beide Leichen im Meer versenkt und abhaut...
Zeitsprung: Lew lebt inzwischen in einer ländlichen Gegend auf einer alten Tankstelle und verdient seinen Lebensunterhalt mit dem Entwerfen und Bauen von Schildern. Eines Nachts beobachtet er ein nicht allzu cleveres Pärchen (Larter und Harrington) beim Sex im Auto (er geht mit ihr fremd) und überhört dabei, wie sie den Plan fassen, seine wohlhabende Ehefrau (Gershon) zu entführen, eine Million Dollar von ihrer Familie zu erpressen und sie im Anschluss umzubringen...
Schnell wird Lew klar, dass das genau die Chance ist, um sich und seiner Freundin (Bryant) einen Neuanfang zu ermöglichen, weshalb er die beiden in der Stadt ausfindig macht und sie beobachtet, um im richtigen Moment die Aktion an sich zu reißen...
Alles wäre wesentlich unkomplizierter, wenn nicht auch noch ein geheimnisvoller Fremder (Yoakam) auftauchen würde, der sich als Bruder des Mannes herausstellt, den Lew zusammen mit seiner Ex-Frau versenkt hatte – nur benötigt dieser nun unter allen Umständen die Leiche, um an das Erbe zu gelangen...
Als Isobel und Ralph schließlich Florence entführen, greift sich Lew bei einer guten Gelegenheit die Entführte und verlangt das Lösegeld nun von Ralph – ansonsten würde er dessen Plan ausplaudern. Um das Geld abzuholen, schickt er seine Freundin Rita, doch als sie zurückkehrt, stimmt etwas mit dem Lösegeld nicht mehr, worauf alle Parteien nach und nach aufeinander treffen – nicht jeder wird diesen Tag überleben...
Liebe, Lust, Sex, Betrug, Vertrauen, Verrat, Gewalt ... das sind die traditionellen Zutaten eines guten „noir“-Thrillers mit erotischen Tönen, und genau solch einen Film liefert Scott Ziehl mit „3-Way“ auch ab, gepaart mit typisch kaltschnäuzigen „pulp“-Dialogen, netten Twists und Einfallen, sowie klassisch vertrauensunwürdigen Charakteren und der obligatorischen „natürlich kommt alles anders als geplant“-Storyline.
Leider ist die Atmosphäre nicht so dicht wie erhofft – schade, denn wie man es besser hätte machen können, hat Dennis Hopper mit „the Hot Spot“ vorgemacht...
Was mich persönlich etwas überrascht hat, waren die vielen Sex-Szenen des Films, was eigentlich erstaunlich für eine solche US-Produktion ist – normalerweise sind (von der Besetzung und auch allgemein her) vergleichbare amerikanische Filme deutlich prüder, doch hier gibt es ständig erotische Momente, in denen alle Darsteller (mit Ausnahme von Yoakam) irgendwann mal involviert sind und auch (wenigstens teilweise) die Hüllen fallen lassen (also nicht bloß „angezogener“ Sex)...
Fazit: Ein solide inszenierter, unterhaltsamer und erotischer „noir“-Thriller mit guter Besetzung ... 7 von 10.