Review

An American Giallo in Gayland


Nachdem Friedkin mit seinem „Exorzisten“ Horrorgeschichte schrieb, 
holte er sich mit „Cruising“ selbst in mehrerlei Hinsicht einen Hieb. 

Dabei ist dieser spezielle Fetisch-Thriller ein absolut faszinierendes Werk, 
eine Schande, dass ich (und viele andere Leute!) das jetzt erst merk'.
 
Ein noch recht junger Pacino auf der Jagd nach einem Killer durch schwule Clubs, 
wenn man mit seinem Messer penetriert wird, gibt man nie mehr 'nen Mucks. 

Selten ist man in diese Szene vorher und seitdem so tief abgetaucht, 
fast hat man das Gefühl, der eigene Fernseher schwitzt, fistet und raucht. 

Das ist definitiv nicht jedermanns Sache, 
das zog schon Demos und Buhrufe auf sich in der Mache. 

Doch dieser besondere Giallo ist alles andere als schwulenfeindlich, 
da waren die Unken- und Buhrufe viel zu früh und überzogen vermeintlich. 

Toll, dass dennoch ein polarisierender Klassiker dabei entstand, 
allein das Ende ist creepy as fuck und außer Rand, Luft und Band. 

Zwischen Traum, Porno, Fetisch und Alptraum, 
nimmt allein die stickige Atmosphäre ein den ganzen Raum. 

Pacino wie immer, aber gerade zu der Zeit famos, 
unfassbar was in manchen dieser Bars war los. 

Das wirkt authentisch, da gibt es viel zu gucken, 
wie sie knutschen, tanzen, töten und in die Hände spucken. 

„Cruising“ ist allerdings weit mehr als ein Special Interest-Favorit, 
selbst wenn dem ein oder anderen dabei vergeht der Appetit. 

Für mich ist das ganz große, reizende Krimiklasse, 
ein umstrittener Film, bei dem ich von nun an nie wieder passe. 

Fazit: subversiv, schwitzig, stark - „Cruising“ ist ein verkappter Horrorfilm und einfach verdammt mutig, herzhaft, dreckig. Heißer, harter Stoff. 

Details
Ähnliche Filme