Review
von Leimbacher-Mario
Ein bisschen Frieden
Was für ein Fest der guten Laune! Naivität pur. Als Kind hätte ich den sonntags vormittags geliebt. Und eigentlich tue ich das noch immer... Weit vor den Power Rangers und anderen, berühmteren Konsorten, gab es die Super Riders. Und in dieser taiwanesischen Version der insektoiden (?) Superkämpfer, müssen sie gegen den verrückten Frankenstein antreten, zumindest in der deutschen Synchro, der aber nur per stimme Auftritt und seinen General Skorpion samt einer Armee monströser Kung-Fu-Krieger ins Rennen schickt. Zum Glück bekommt die Gruppe der Super Raida Verstärkung und zusammen kämpft es sich doch schon viel leichter in Kiesgruben und auf Waldlichtungen. Egal wie dick die Gummianzüge sind...
„Frankensteins Kung Fu Monster!“, nur echt mit Ausrufezeichen, sprudelt nur so über vor lauter kindlicher Unschuld, Naivität und Freude. Egal wie alt man ist, man fühlt sich wieder wie 9. Und gibt es etwas schöneres? Wenn Männer in meterdicken Gummianzügen und mit übersichtlichem Kampfsportkönnen aufeinander einprügeln, dann sind für kurze Zeit mal alle Sorgen vergessen. Im Kopf schleiche ich mich da immer Sonntagmorgen ins Wohnzimmer vor den Fernseher... Die pfiffige Musik erinnert an „Die Brücke am Kwai“ oder „The Great Escape“ und setzt sich sofort im Ohr fest, unterstreicht die nie ernst zu nehmende Stimmung und die unschuldige Attitüde. Das ist konzentrierter Schwachsinn, liebevoll und weltverbessernd. Und das meine ich kein Stück ironisch oder augenzwinkernd. Es sollte mehr solcher Kiesgrubenklopper geben. Handgemacht, unter Freunden, einfach mal drauf los. Das hat unendlich mehr Charme und verbreitet so viel mehr Lachen, als etwa seelenlose, CGI-lastige Blockbuster wie der neue „Power Rangers“. „Kung-Fu Riders“ empfängt jeden mit offenen Armen und ist die Potenzierung eines „Masters of the Universe“ oder Ähnlichem. Wenn der Oberbösewicht am Ende in einer atomaren Explosion bzw. einem Standbild (!) davon in die Luft geht oder ihn seine Lakaien dauernd mit Hitlergrüssen verabschieden, wenn einer Art Schlangenmonster der halbe Pappmascheearm abfliegt während eines wilden Gerangels oder einfach mal Bomben um die Kämpfer explodieren, ohne Grund und Sinn, dann fällt ernst bleiben schwer und die Gedanken werden leicht. Verfilmte Fahrstuhlmusik, in bester, bizarrster Manier. Ich sage nur "Schaum des Todes".
Fazit: ein sympathischer Klassiker des kindlichen Matinee-Kinos... Völlig gaga, ziemlich süß, absolut naiv. Kann man das nicht mögen? Ich glaube nicht. V3 Supa Raidaaaa!!!