„Die Rechnung zahlt der Bounty-Killer“ mit Peter Lee Lawrence in der Hauptrolle ist ein mittelmäßiger B-Western, dem der Spagat zwischen hartem Western und Komödie nicht so recht gelingen will:
Lowring (Peter Lee Lawrence) ist Sohn eines Priesters, der jedoch nichts von dem christlichen Leben hält. Eines Tages ist er in der Stadt „Zwei Pfeile“, als gerade die Bank von mexikanischen Ganoven ausgeraubt wird. Zusammen mit Parker, den er im Saloon getroffen hat, schießen sie sich den Weg frei und können sogar den Banditen, unter der Führung von Valdieta, die Beute abjagen. Von nun an werden sie jedoch von den Auftraggebern des Überfalls gejagt. Durch einen dummen Zufall bringt Lowring etwas Geld aus dem Diebesgut in Umlauf und so kommt man auf seine Spur. Valdieta wird angeheuert von Lowring das Versteck zu erfahren, wo das Geld untergebracht ist, doch dieser kann sich durch einen Trick befreien, steckt aber schon bald wieder in der Tinte, da er wegen angeblichem Raubmord festgenommen wurde. Nur wenn er das Versteck verrät wird er freigelassen. Parker, der eigentlich Marshall ist, plant jedoch einen Coup, mit dem er Valdieta und die Hintermänner festnehmen und gleichzeitig Lowring befreien kann...
Die Story bietet für den geneigten Westernfan nichts Neues. Aber trotzdem wirkt der Film nicht total langweilig, da er solide inszeniert wurde, die Spannung sich konstant aufbaut und einige nette Einfälle zu bieten hat. So wird zum Beispiel der Plan zum Überfall auf die Bank aufgemalt, damit ihn auch die „dummen“ Mexikaner verstehen können. Dies kann den Film jedoch nicht vor der Mittelmäßigkeit retten, da er doch einen, wie ich finde, großen Knackpunkt hat. Der Regisseur war sich anscheinend nicht sicher, ob dies ein ernster und harter Western oder doch eine Westernkomödie werden sollte. So wirken doch die meisten Gags und lustigeren Szenen aufgesetzt und können nicht wirklich überzeugen. Auch wurden einige Sequenzen, wie z.B. die Schlägerei in der Bar etwas zu sehr in die Länge gezogen, sodass sie schon wieder lächerlich wirken und Langeweile aufkommt. Dafür kann dann doch das Ende des Films gefallen.
Leider kenne ich außer Peter Lee Lawrence keinen Schauspieler aus diesem Film und weiß deshalb nicht, wer wen spielt. Lawrence jedoch spielt hier die typische Rolle eines Greenhorns, der zusammen mit einem erfahrenden Revolverhelden zusammenarbeitet. Er spielt diese Rolle durchaus überzeugend, kann jedoch nicht aus dem Schatten des Schauspielers treten, der den Parker spielt. Dessen auftreten ist einfach cooler, abgebrühter, cleverer. Er verzieht kaum sein Gesicht und wenn, dann nur um einige Nuancen und trotzdem ist er präsenter am Bildschirm.
Musikalisch kann der Film leider nicht überzeugen. Die Prägnanten Musikstücke sind eher die, die bei den lustigeren Szenen eingesetzt wurden und sind dementsprechend von heiterer Natur. Leider trägt die Musik einen großen Teil dazu bei, dass diese Szenen eher lächerlich vorkommen. Bei den ernsteren Szenen, wo eine atmosphäreschaffende Musik von Nöten gewesen wäre, wurde sie schlicht vernachlässigt. Zwar gibt es dort auch einige Musikeinsätze, doch die Stücke wurden falsch ausgewählt und tragen nicht zur Atmosphäre bei.
Die Kameraarbeit kann dagegen punkten. Sie liefert gute Aufnahmen und weiß es geschickt, die Landschaft mit einzubinden. Zwar gibt es nun keine atemberaubenden Fahrten oder Schwenks, dafür wurde jedoch bei der Verfolgungsjagd zu Pferd ganze Arbeit geleistet, sodass die Szene sehr schön dynamisch vermittelt wird.
„Die Rechnung zahlt der Bounty-Killer“ kommt nicht über den Mittelmaßstandart hinaus, da es ihm vor allem nicht gelingt eine gute Verbindung zwischen Komödie und hartem Western herzustellen. Auch die nicht gerade revolutionäre Story und die Musik tragen dazu bei. Positiv fallen einige interessante Einfälle, der Schauspieler, der Parker verkörpert und die Kameraarbeit auf.