Review

„Der Große Krieg der Planeten“ ist Japan Sci-Fi-Trash aller ersten Güte und ist vergleichbar mit Ishirô Hondas U 2000 - Tauchfahrt des Grauens. Auffällig ist die ähnliche Story („Außerirdische“ wollen die Weltherrschaft an sich reißen und die einzige Rettung der Menschheit stellt ein Raumschiff dar, nur ging’s bei U 2000 nicht ins Weltall sondern unter Wasser) und das Design des Raumschiffs. Ich vermute mal, dass hier sogar das gleiche Modell verwendet wurde nur leicht abgeändert.

Der Film geht gleich von Null auf 100. In den ersten Minuten bekommt man dermaßen viele Informationen und pseudowissenschaftliche Erklärungen um die Ohren gehauen, dass einem der Kopf brummt. So kommt unser Held Miyoshi gerade nach Japan zurück, erfährt, dass sein bester Freund ihm seine Freundin weggeschnappt hat, ein anderes Raumschiff mit Namen „Terra 5“ von Ufos zerstört wurde und diese sich auf dem Anflug zur Erde befinden. Was für ein Tag. Dies ist aber nur am Anfang so, der Film fängt sich recht schnell wieder und man kann leicht der ausgeklügelten und intelligenten (ich hoffe ihr bemerkt die Ironie) Story folgen. Was noch keiner weiß: Die Außerirdischen sind schon auf der Erde (in Menschengestalt) und versuchen von Professor Takigawa die Pläne für das Raumschiff „Gothen“ zu stehlen was die letzte Hoffnung der Menschheit darstellt; dieser Plan misslingt allerdings. Professor Takigawa erklärt sich nach diesem Zwischenfall bereit die „Gothen“, die damals aus ominösen Gründen nicht vollendet wurde, fertig zu bauen. Derweil machen die Ufos die halbe Welt platt und der Zuschauer bekommt jede Menge explodierende Pappkulissen zu sehen. Als die „Gothen“ schneller als erwartet fertig gestellt wurde, erfolgt der Gegenschlag: Die Ufos auf der Erde werden vernichtet und das Raumschiff fliegt in Richtung Venus um die restliche Streitmacht der Invasoren auszulöschen. Auf ihrer Reise passieren allerdings noch einige kuriose Dinge...

Was der Godzilla-Regisseur Jun Fukuda mit „Der Große Krieg der Planeten“ auf den Zuschauer loslässt ist wirklich aberwitzig. Wie oben erwähnt ist die Story nicht wirklich neu und ähnelt der von U 2000 doch sehr. Nichtsdestotrotz schafft es Fukuda doch etwas Eigenes zu erschaffen, zwar in gewissen Grenzen, aber dennoch etwas neues. In den 90 Minuten wird man bestens unterhalten. Der Film hat ein recht flottes Tempo und es kommt kaum Langeweile auf und der Trashfreund bekommt die ganze Palette geboten, die er schon aus anderen Produktionen dieser Art kennt. Angefangen bei den pseudowissenschaftliche Erklärungen (Televisor, Absorbierer, sichtbarer Wellenbereich – einfach herrlich) über ausgefallen Waffen (Laserbatterie – wobei hier doch erwähnt werden muss, dass der Einfallsreichtum der Autoren wohl keine Grenzen kannte, ein paar Ideen sind wirklich phantastisch und kurios zugleich), klasse Schauspielern die ohne in Lachen auszubrechen wirklich jeden Mist mitmachen und diversen anderen Ideen (gleich zu Beginn behauptet die „Terra 5“ von einer „römischen Galeere zerstört worden zu sein, was sich dann später als wirkliches Kuriosum herausstellt – freut euch drauf).

Herrlich ist auch diese Naivität des Streifens. Nach ca. der Hälft der Mission kommt der Captain auf die Idee seiner Mannschaft mitzuteilen, dass ihr Einsatz lebensgefährlich ist oder die gut-böse Mentalität: Miyoshis Freundin wurde zwar von seinem besten Freund ausgespannt, was deren Freundschaft auch nicht im geringsten Maße beeinflusst.

Ein weiterer Knaller ist deutsche Synchro. Ich frage mich wer auf die Idee kam, den Ami Armin zu nennen (ob der im O-Ton auch so hieß? – wohl eher nicht), aber ansonsten ist die Synchro auf Ernst getrimmt, was den Fun-Factor natürlich um einiges erhöht.

Die Effekte sind wirklich klasse. Die ganzen Außenaufnahmen, explodierenden Städte, Raumschiffe sind alles Miniaturbauten und sehr schön anzusehen. Hat sicher eine ganze Weile gedauert diese alles Aufzubauen um es dann wenig später wieder in die Luft zu jagen und es fliegt wirklich jede Meng in die Luft. Ansonsten sind die Tricks ziemlich perfekt. Schnüre oder dergleichen sind nicht zu sehen, wenn Waffen abgefeuert werden beschränkt sich dies zwar auf Laserstrahlen, was trotzdem recht gut aussieht.

„Der Große Krieg der Planeten“ ist ein Fest für Trash-Fans und sorgt durchgehend für gute Laune.

8/10

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