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Und weil "Leslie Abigail" so gut war, gleich der nächste Sarno obendrauf. "Inga - Ich habe Lust" ist wohl das bekannteste Werk das amerikanischen Sex- und Erotikfilmers. Gedreht im Norden Europa´s, in Schweden, wo die Frauen am schönsten sind, so sagt man... Die Geschichte handelt vom sexuellen Erwachen der jugendlich-unschuldigen Inga, ihren ersten Erfahrungen mit dem männlichen Geschlecht sowie der Werdegang vom Mädchen zur Frau...

Als der Streifen in die US-Kinos kam, verursachte er einen heftigen Skandal - wohl, weil die damals noch minderjährig wirkende Hauptdarstellerin Marie Liljedahl oben ohne in einer ziemlich ausgiebigen Liebesszene zu sehen war, die allerdings alles andere als explizit ist. Generell ist "Inga - Ich habe Lust" ein sehr zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite handwerklich gut inszeniert, auf der anderen leider ziemlich fader Stoff. Das liegt vor allem daran, dass Sarno wohl in erster Linie darauf bedacht war, so etwas wie die schwedische Melancholie einzufangen. So ist der Film sehr dialoglastig, bedeutungsschwanger und irgendwie künstlich in die Länge gezogen - mitreißende Szenen in irgendeiner Form gibt es jedoch kaum. Die Erotik beschränkt sich auf die oben genannte "Entjungferung" der Hauptprotagonistin, einer Sexszene auf einer ausgelassenen Party sowie Inga´s erste Masturbation. Ansonsten geht sehr wenig im horizontalen Bereich. Statt dessen war Sarno darauf bedacht, viele schöne schwarz/weiß-Bilder einzufangen, was ihm zweifellos auch gelungen ist. Leider verliert sich der Film nicht selten im zerfließenden Pathos, was sich auf den Unterhaltungswert negativ auswirkt.

Sehenswert hingegen die junge Marie Liljedahl, welche die Inga mit eiserner Hingabe spielt. Die Hauptdarstellerin ist zudem hübsch anzusehen, wobei sie mir in Jess Franco´s "Eugene/De Sade 70" noch einen Tacken besser gefallen hat. Auch der Rest der Darsteller-Crew-geht in Ordnung, zumal hier alle - im Gegensatz etwa zu "Leslie Abigail" - ihre Klamotten anbehalten. Übrigens liefert Sarno ganz nebenbei den Beweis, dass die Schwedinnen schon zu früheren Zeiten die schönsten Frauen der Welt gewesen sein müssen...

Fazit: Tja, was soll man über "Inga" nur sagen? Handwerklich wirklich in Ordnung, inhaltlich leider nur ein Edel-Langweiler. Wird dem legendären Ruf, der ihm vorauseilt, nicht gerecht. Deshalb nur 5 von 10 Punkten.

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