Review

Cool & kochend

„Boiling Point“ ist ein klassischer „Gangster gegen Polizisten“-Actionthriller, der vielleicht nicht wirklich ballert, aber doch ziemlich knistert… Nicht zuletzt wegen seiner herausragenden Besetzung bis in Nebenrollen und einer sich steigernden, schlängelnden, verschachtelten und doch geradlinigen Story über einen Cop und einen Kriminellen, deren Wege sich öfters unbemerkt kreuzen und deren Konfrontation am Ende unvermeidlich ist… 

Snipes vs. Hopper?!

Fast ein wenig langsam und TV-artig kommt und geht „Boiling Point“ ohne großartig für Aufsehen zu sorgen. Damals wie heute. Aber das ist keine Schande. Das kann ja auch mal gut tun. Okay, mit der Besetzung wäre auf dem Papier sicher mehr drin gewesen. Aber richtig enttäuschen geschweige denn wehtun wird „Boiling Point“ niemandem. Wenn man denn nicht gerade mit „Last Boy Scout“, „To Live and Die In L.A.“ oder „Demolition Man“ vergleicht. „Boiling Point“ wirkt 90s und doch irgendwie zeitlos blass, grau, entsättigt. Hopper ist köstlich. Snipes spielt sein Ding runter. Die Nebenstars (z.B. Tobin „Saw“ Bell oder Viggo „Aragorn“ Mortensen) sind sehenswert und sehr viele von ihnen wurden später noch größere Nummern. Und das komplett durchgezogene Hin- und Herschneiden zwischen Held und Bösewicht hält das Tempo in einer guten Drehzahl. Richtig viel Charakterisierung bekommen beide Seiten nicht, richtig Fahrt nimmt die Chose erst gegen Ende auf und richtig Spannung ist etwas anderes. Es wird viel gelabert. Auch um den heissen Brei. Dennoch ist „Boiling Point“ kein Film, bei dem ich den Fernseher ausschalten würde, wenn ich ihm zum ersten Mal blind spät nachts über den Weg gelaufen wäre, etwa im klassischen Fernsehen. Aber das guckt ja eh kaum noch einer… 

Fazit: völlig solider, wenn auch selten bis nie herausstechender Cop-Krimi, der routiniert und unprätentiös seinen festsitzenden Stiefel runterspielt. Die Akteure und eine konzentrierte Regie verleihen der Stangenware zumindest eine Prise Würze. Michael Mann oder Ridley Scott in ihrem Zenit ist das aber natürlich nie auch nur ansatzweise. Ein gutes Stück fehlen Style und Salz in der Suppe. 

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