Im dritten Teil der Death Wish Reihe kehrt Paul Kersey (Charles Bronson) nach New York zurück. Seinen Beruf als Architekt übt er nicht mehr aus. Er hat sich zur Ruhe gesetzt und hat nun viel Zeit alte Freunde zu besuchen. Genauer gesagt, wurde er von einem alten Kameraden um Hilfe gebeten. Was genau das Anliegen des Kameraden war erfährt Kersey nicht mehr direkt. Er muss mit ansehen, wie sein Kumpel ihn quasi unter den Fingern wegstirbt. Kerseys Freund wurde zuvor von einer üblen Gang besucht, die von den Ärmsten der Armen Schutzgeldforderungen eintreiben will. Einen Besuch, den er nicht überleben konnte. Die New Yorker Polizei findet Kersey, der sich zunächst mit einem Decknamen tarnt, am Tatort und somit ist er dringend tatverdächtig. Der Polizeichef weiß jedoch mit wem er es zu tun bekam. Ihm sind die „Heldentaten“ Kerseys bekannt. Er weiß, wo Paul Kersey auftaucht, weicht das Verbrechen zurück. Ein Wissen, dass er sich allzu gern zunutzen machen möchte. So spricht er Kersey die Legitimation aus, in New York aufzuräumen. Er bietet Kersey, den er längst hätte verhaften können, freies Geleit und erwartet, dass Kersey wieder den einsamen Rächer spielt. Er muss Kersey nicht zweimal bitten. Paul Kersey, dem inzwischen wirklich alles egal zu sein scheint, nachdem er im ersten Teil seine Frau und im zweiten Teil seine Tochter an den Ratten verlor, starten nun einen erbitterten Krieg. Hinter sich weiß er eine Armee von Menschen, die in den Armenvierteln der Stadt hausen und die nichts mehr zu verlieren haben. In diesen dritten Teil der Selbstjustizsaga fährt Paul Kersey schwerstes militärisches Geschütz auf. Eine Handfeuerwaffe reicht nicht mehr aus.
Der New Yorker Polizeichef sieht sich plötzlich einer Lage gegenübergestellt, die er selbst provoziert hat, indem er Kersey Rückendeckung aussprach. Mit Kriegsartigen Zuständen rechnete er freilich nicht. Anstrengungen Kersey zu besänftigen scheitern im Ansatz. Aber Kersey hat längst noch nicht fertig! Er hat gerade erst angefangen!
Im ersten Teil, „Ein Mann sieht rot“, konnten wir den Kampf eines überzeugten Pazifisten mit sich selbst erleben, bevor er sich für Selbstjustiz entschied, im zweiten Teil, „Der Mann ohne Gnade“, war Paul Kersey dann schon routinierter, bevor er zum eiskalten Killer wurde. In diesen dritten Teil nun hat er jeglichen Glauben an die Menschheit verloren. Nicht mal verbittert, jedoch eiskalt in seiner Handlungsweise und gleichgültig gegenüber seiner eigenen Zukunft fordert er das Verbrechen geradezu heraus. Am Ende dieses dritten Teils soll er auch nicht mehr der Einzelkämpfer sein. Die einfachen Menschen haben sich hinter ihn gestellt. Paul Kersey scheint sich organisiert zu haben – Die breite Masse steht wie ein Mann hinter Ihn - mit schwerster Artillerie.
Es ist schon klar, dass wir hier keinen Meilenstein der Filmgeschichte bewundern können. Das dramatische Element, was man zumindest noch beim ersten Teil sehen konnte fehlt hier gänzlich. Michael Winner hat auch alle Klischees des 50er-60er Jahre – Kinos nun ganz hinter sich gelassen und wir sehen einen 80er Jahre Actionfilm, in dem die Fetzen nur so Fliegen. Die Logik kommt hier nicht immer ganz nach. Nicht alles was man sieht, ist sachlich nachvollziehbar. Für mich war „Death Wish 3“ ein fast comicartiges, ja schon fast persiflagenartiges, Actionspektakel – ein völlig unrealistisches freilich. Es ist daher auch klar, dass der Film niemals unter den 1000 besten Filmen aller Zeiten anzusiedeln sein wird. Wer jedoch zugeben kann, dass Film auch völlig utopisch sein kann, nicht immer kopflastig, wer das Unglaubliche, das Unfassbare sehen möchte, der sitzt hier (genau wie ich) genau im richtigen Film.