Zweite Forsetzung des Klassikers von 1975 der von den meisten Leuten als der Beste Teil der Reihe gehandelt wird. Dies ist für mich nur teilweise nachvollziehbar, aber dazu später mehr.
Die Story ist wieder sehr einfach gestrickt. Kersey kehrt nach New York zurück um einen alten Freund zu besuchen. Dieser wohnt in einer der ärmsten Gegenden von New York, wo Banden das Sagen haben. Natürlich wird dieser gleich am Anfang des Filmes gekillt und somit zieht Kersey mal wieder in seinen eigenen persönlichen Krieg. Einfach hat er es dabei wirklich nicht, da er von der Polizei verhaftet wird, nach dem er seinen toten Freund auf dem Boden gefunden hat. Das Handeln des Polizeicheffes ist hierbei mehr als widersprüchlich und man fragt sich manchmal ob der nichz selber in eine Gang passen würde. Erst am Ende macht sein Handeln etwas Sinn. Anfangs ist der Polizeichef schockiert, dass Kersey in der Stadt ist, aber dann lässt er ihn ohne wenn und aber laufen. Nach der Moral sollte man hier sowieso nicht fragen. Gut gelungen ist aber der Auftritt einzelner Gangster in der großen Zelle, wo es zum ersten kurzen Kräftemessen kommt. Dabei wird ein Dicker genüsslich mit dem Kopf durch die Gitterstäbe getrieben. Der Oberbösewicht ist hier eindeutig besser gewählt, als beim Vorgänger und durch die Stimme von Michael Biehn (Terminator 1) bekommt er eine schöne Arschlochmentalität vermittelt. Seltsam ist immer nur wieder die Tatsache das die Gangster morden und rauben wie sie wollen, aber wenn die unterdrückten Leute eine Waffe haben, ist die Polizei sofort an Ort und Stelle. Merkwürdig merkwürdig...gut bei einem solchen Film sollte man auch nicht nach Logik fragen.
Der Film hat hier eindeutig an Härte zugelegt und vorallem der Zynismus erreicht hier seinen Zenit. Nicht unbedingt durch One Liner, sondern durch ur-komische Situationen. Klingt komisch, ist aber so.
Kersey baut hier einzelne Fallen und wartet durch ein Paket auf seine Waffe Weldy, die schneller ist als die Gangster laufen können. Genial die Szene in der er vom Essen aufsteht und 2 Gangster locker über den Haufen knallt, als sie an seinem Auto rumbasteln. "Ich hatte sie gewarnt...!" Dies ist aber nur der Anfang. Danach wird ein einbruchsicheres Fenster gebastelt. Da fragt sich dann der Herr, was das wohl ist was auf dem Brett liegt. Die befestigten Nägel haben dem Gangster die Zähne rausgebrochen und Kersey sieht sich die grinsend an. Der Kracher ist aber als Bronson meint er gehe sich ein Eis kaufen. Mit einer teueren Nikon Kamera am Handgelenk baumelnd geht er durch das Viertel. Natürlich wird ihm die Kamera geklaut und er schießt den Gangster lockerflockig über den Haufen. Was danach kommt, ist an Groteske kaum mehr zu übertreiben. Alle Anwohner des Vierteils jubeln und die alten Menschen klatschen für Kerseys gute Tat.
Dies sind aber leider zu wenig Highlights in einem Film, der nur 90 Minuten dauert. Das erwartete Actionhighlight, was hier von vielen heraufbeschworen wird, tritt leider nur am Ende bedingt ein. Leider zieht sich auch der Film zu sehr in die Länge und die Szenen mit der Rechtsanwältin nerven nur und bringen die Story auch nicht wirklich voran. Mittlerweise ist es bekannt, dass Kersey auf blonde mittdreißiger steht. Auch der Tod der Frau ist eine logische Konsequenz und kümmert Kersey nur wenig. Die letzten 20 Minuten werden dann von einem Bandenkrieg im ganzen Viertel getragen. Es wird geschossen, geflucht und wie immer sehr menschenverachtend getötet. Dennoch fehlt mir immer wieder die Spezialität der Morde. Eine tolle Falle gibt es am Ende noch zu bewundern. Da leidet die Stirn mal richtig. Auch unterstützt der Polizeichef hier dann Kersey in den Shootouts.
Dennoch kann man diesen Film keineswegs ernst nehmen und er wirkt eher wie eine Satire. Die Indizierung ist sicher nachvollziehbar. Aber dennoch so viele Szenen rauszukürzen halte ich für unlogisch und absolut nicht nachvollziehbar. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Message total verlorengeht und nur die eigentliche Rache und die Lust am Töten gezeigt wird. Kersey fühlt sich beim töten einfach wohl.
Fazit:
Ziemlich große Steigerung zu den Vorgängern. Leider fehlt immernoch der letzte Kick, da viele Szenen einfach langweilig sind und die Morde nicht immer abwechslungsreich. Bronson scheint die Rolle zu genießen und gibt wie immer eine gute Rolle ab. Einzig und allein der Bösewicht ist ein guter Gegenpart zu ihm und kann überzeugen. Martin Balsam bleibt leider allzu blass. Ansehen lohnt sich und ein Lachen ist bei den perversen Morden auf jedenfall erlaubt.