Man hört und sieht in diversen Persiflagen ja immer von den groben und ungeschliffenen Actionfilmen der 80er, die vor Härte, Zynismus und einer sehr dehnbaren Gerechtigkeitsvorstellung nur so strotzen. Mit Dirty Harry hatte ich eigentlich gedacht, den härtesten MF im Namen des Gesetzes gesehen zu haben. Auch der Selbstjustiz-Klassiker "Death Wish" war mir aus früheren Tagen aus dem Fernsehen bekannt, stellte jedoch ein typisches 70er Krimithrillerfilmchen dar. Das soll nicht abwertend gemeint sein, aber so nachhaltig war das Filmerlebnis dann doch nicht.
Mit "Death Wish 3 - Der Rächer von New York" erwischte ich dann den Film, den ich immer sehen wollte. Hart, unfair und mit so viel sinnlosem Geballer aus allen Kalibern, dass selbst John Rambo anerkennend pfeiffen müsste. Wenn Stallone mit diesem schiefen Mund denn pfeiffen kann.
Die Story ist hier nur notwendige Basis für rauhen Aktionismus. Bronson geht nach New York, um einen Freund zu treffen. Der lebt in einem von Punks (!) besetzten Ghetto und wird flugs von diesen umgebracht. Bronson, bzw. Kersey, bzw. Kimble wird über der Leiche entdeckt, eingebuchtet und trifft dann im Knast auf den Anführer des bunten Haufens. Der hackt dann natürlich auf dem alten Rotseher rum, um anschließend freigelassen zu werden. Und damit ist das aber so was von persönlich. Manmanman...
Der Captain lässt Kersey aber frei, damit der im Ghetto mal aufräumt. Moralisch verwerflich? Ansichtssache.
Kersey nimmt das alles dann gleich auch ernst und nietet zunächst einen nach dem anderen um, zum Schluss dann alle auf einmal. Dabei findet er nette Freunde und Fans, die ihm freudig zujubeln, als er einem flliehenden Punk, nachdem der eine Kamera geklaut hat, mit eineer Riesenwumme in den Rücken schießt. Großartig! "Juhu, er hat ihn umgebracht, juhu!" schallt es da aus den Fenstern und die leidenden Bewohner haben direkte Anteilnahme an dem schicken Geschehen. Zum Schluss gehts dann ab, als säße Günther Beckstein auf Crack auf dem Riegiestuhl. Da werden Leute verbrannt, mit diversen Waffen umgenietet oder auch effektgeladen mit einer Basooka pulverisiert.
An Geld hatte man augenscheinlich nicht gespart, denn die inszenierung weiß durchaus zu gefallen. Auch wenn die Kamera nicht das Gelbe vom Ei ist, haben sich die Special-Effects-Leute richtig ins Zeug gelegt. So weiß der Film durchaus zu gefallen. Wenn man sein moralisches Bewusstsein für 90 Minuten ausschalten kann, oder eh einen schwarzen Humor hat, dann muss man diesen Film gesehen haben. Konsequenz in Form einer eisernen Faust. Bronson rules!!!