Review

Ein CANNON Film

Nach 1974 und 1982 geht CANNON zum erneuten Angriff über und setzt die seit dem zweitem Teil erhaltenen Rechte zum 1985 produzierten driiten von fünf Teilen an.

Wie in allen Teilen muss auch hier wieder jemand aus Paul Kerseys (Charles Bronson) Umfeld sterben und damit wird wie immer die Selbstjustiz in Gang gesetzt. Klingt langweilig ist es aber nicht. Regiesseur Michael Winner legte in seiner letzten Regiearbeit noch einen Zahn zu. Während Teil 1 seinen Skandal in dem Thema fand, Teil 2 mit einer (wirklich unappetitlichen) Vergewaltigungsszene und deutlicher Gewaltdarstellung aufwartete, musste ein "Krieg" in einen Stadtviertel einen weiteren Höhepunkt einleiten.

Wie 1985 in vielen CANNON Produktionen wurde grad hier ein für damalige Verhältnisse großes Budget für Actionfilme ausgegeben. Andrere Hollywood Großstudios wollten auf diesen Zug nicht aufspringen. So wurde CANNON mit Stars wie Chuck Norris ("Missing in Action" uvm.), Van Damme ("Bloodsport"), Michael Dudikoff ("American Fighter") und Stallone ("City Cobra", "Over the top") zum führenden Independant-Studio bis man sich Ende ´86 mit gefloppten Großproduktionen ("Superman IV") und Zukauf der englischen EMI-Studios überhob und der Abstieg begann. Dieser Film ist jedoch aus der Hochphase, wo man noch Mengenmäßig Kohle verheizte und das sieht man auch.

Was man zu sehen bekommt ist mit Sicherheit der Höhepunkt an "politischer Inkorrektheit" (CANNON Alternative "Exterminator Teil 2"). Selbstjustiz wird erst gar nicht in Frage gestellt - Nein, es ist das einzig wirksame Mittel. Selbst der kanntige Polizeichef (herrlich gespielt von Ed Lauter) liebäugelt mit Kersey Methoden und macht am Schluß sogar selbst gleich mit. Dabei ergibt sich einen "Krieg" mitten in einem New Yorker Stadtviertel, wie es in Actionfilmen bis dato wohl noch nicht vorkam. Der Bodycount ist hierbei immens. Hassenswert dargestellt ist auch der "Böse" in Gestallt des Chefs einer Bande von Punks, so das sie dies "auch nicht besser verdient" haben, so wohl die Intention. Auch immer wieder gern gesehen "Martin Balsam" - bekannter Schauspieler der 70er - hier ein einer Nebenrolle. Der Soundtrack von Jimmy Page erinnert mehr an End-70er wie an 80er Jahre, ist aber so schräg, das er ziemlich cool ist. Der heruntergekommene Stadtteil, in dem gedreht wurde, sorgt für eine ganz eigene Stimmung.

Zielgruppe : Wer seit IHR?

Das dies natürlich ingesamt recht sinnfrei ist, bestreitet wohl keiner. Jeder Actionpurist sollte Ihn lieben, denn er rockt ganz gewaltig und ist durch seine überzogene Gewaltdarstellung für damalige Verhältnisse ein kleines Juwel. Relativ schnelle Schnitte sorgen für mächtig Tempo. Die Darsteller sind kantig. Der ganze Film hat etwas "Comik"-artiges.

Einfach einen rauhen, coolen und dreckigen Actionfilm genießen. Wer das nicht kann läßt es einfach sein.

Ich liebe diesen Film. Einer meiner liebsten B-Actionfilmen.

Welche Fassung?

Im Fernsehen ist der Film vollends verstümmelt. Die erste DVD von MCP hatte mit zwei Minuten sage und schreibe 30 Gewaltcuts und war noch indiziert! Filmfreunde kaufen MGM in der JK-Fassung. Hier ist die US-Unrated Fassung drauf. Es fehlen meiner Erinnerung nach nur ein paar Sekunden einer Vergewaltigung (Wie bei Teil 2, dort ist die Lücke defintiv größer). Das das wohl hoffentlich jederm Normalveranlagten egal ist !!

Viel Spaß 10/10 Punkte

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