Review

Death Wish Teil 3 – Charlie zieht in den Krieg.

Paul Kersey kehrt zurück nach New York um einen Freund zu besuchen. Er kommt gerade noch rechtzeitig um ihn sterben zu sehen und von den Cops als Tatverdächtiger in Haft genommen zu werden. Der Leiter des Reviers kennt Kersey und seine Vergangenheit als „Mr. Vigilante“.
Nach einer Nacht im Knast in der er gleich neue Freunde gefunden hat wird er auf freien Fuß gesetzt, doch nur damit er im Viertel seines Freundes aufräumt.
Der Rest sind Rentner auf dem Rachetrip, ein altes MG aus dem Krieg, eine Bazooka und jede Menge toter Menschen.

Jaja.. Charlie Bronson war nie zimperlich wenn es gegen böse Jungs geht, doch diesmal schießt er den Vogel (und nicht nur den) ab. Da er durch eine Finanzspritze seines verstorbenen Freundes Geld wie Heu hat kann er mal eben einen Gebrauchtwagen kaufen, nur damit er 2 Gangster beim Versuch diesen zu stehlen ganz nebenbei erschießen kann (natürlich geht er danach wieder an den Essenstisch von dem er aufgrund dieser Drecksäcke aufstehen musste).
Diese Szene ist allerdings erst die Spitze des Eisberges und alle „Kracherszenen“ hier aufzuzählen wäre a) zu platz- und zeitaufwendig und b) fies für alle die den Film noch nicht kennen. Allerdings muss ich folgende Oberkracherszene doch beschreiben:
Bronson hat sich eine feine Kamera besorgt und schlendert provozierender Weise durch die Strassen. Nebenbei lutscht er genüsslich an einem Eis während er darauf wartet, dass doch endlich mal einer die Kamera klaut. Kaum ist einer so doof (oder lebensmüde???) sich eben jene Kamera zu schnappen schmeißt Charlie das Eis weg, zückt seine Megawumme und ballert den Kerl über den Haufen. Als ob dieses nicht schon genug wäre kommt noch der rasende Beifall der „ehrlichen“ Bewohner der Strasse hinzu. Hört sich komisch an??? ... ist es auch! Jedenfalls lag ich lachend und schreiend am Boden.

Dies sind nur 2 der viele Highlight-Szenen aus diesem „Innenstadt-Kriegsfilm“. Jap... genau.. KRIEGSFILM.
Denn was sich in der letzten halben Stunde abspielt lässt Rambo wie einen Kindergärtner aussehen. Verteilt im ganzen Block brennen Häuser, Menschen werden gejagt, verfolg, verbrannt usw. Mittendrin: Bronson, sein MG und ein freundlicher Nachbar der netterweise den Karton mit der Munition für das MG mitschleppt. Es ist fast überflüssig zu erwähnen, dass die bösen Burschen absolut nicht schießen können und Charlie so in aller Ruhe durch den Kugelhagel rennen kann, aber ich mach’s trotzdem.

Kommen wir mal zur Atmosphäre des Films. Die Strassen sind von Kriminalität überflutet, überall liegen Trümmer und überall lauern Gangster. Einige sagen nun das wirkt überzogen und unrealistisch, andere sagen es wirkt futuristisch (entscheidet selbst). Jedenfalls kommt nie wirklich Spannung auf, was allerdings durch eine große Portion Humor wieder ausgeglichen wird. Die Frisur des Oberbösewichts z.B. KANN einfach nicht ernst gemeint sein und auch der Einsatz einer Bazooka in der Nachbarschaft geht nicht wirklich als ernst zu nehmen durch.

Die Death-Wish-Reihe wird ja immer gern als gewaltverherrlichend und plakativ bezeichnet. Ich finde es trifft nicht zu... außer in diesem Teil. Selbstjustiz wird (wie in jedem Teil) glorifiziert, wobei ich sagen muss das die bösen Jungs die hier ins Grass beißen nur kriegen was sie verdienen. Es ist sicher nicht politisch korrekt, aber dieses Opfer nimmt man gern in kauf wenn man so prächtig unterhalten wird.

Schauspielerische Glanzleistungen erwartet man hier sicher nicht und bekommt sie auch nicht. Bronson spielt routiniert den Rächer, die Figuren der Nachbarn sind voller Klischees wie z.B. dem netten Rentnerpaar, der alte Veteran oder der nette Latino.

FAZIT:
Viel unterhaltsamer als dieses Ding geht es nicht. Es gibt immer etwas zu lachen oder es gibt eine Schiesserei. Extrem kurzweilig, politisch unkorrekt, gewaltverherrlichend, oder in einem Wort herrlich.
Cannon... ich liebe euch für eben solche Filme

10 von 10 Punkten da ich so gut unterhalten wurde wie selten zuvor

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