In „Death Wish 3“ will Paul Kersey einen Freund in New York besuchen – was natürlich mit rauchenden Trümmern endet.
Paul Kersey (Charles Bronson) kehrt von einer Rundreise durch die USA zurück nach New York. Später deutet der Film an, Kersey habe auf dieser Reise landesweit seinen Kampf gegen das Verbrechen geführt. In New York hat ihn sein Freund Charley (Francis Drake) um Hilfe gebeten, doch noch während Paul anreist, ermordet eine Gang Charley. Damit steigt der Film sehr viel schneller in das Geschehen ein als jeder andere Teil der „Death Wish“-Saga.
Von der Polizei wird Paul fälschlicherweise als Täter verhaftet und muss im Knast erst mal ein paar kriminelle Subjekte vermöbeln, wobei er auch einige Mitglieder der mörderischen Straßengang trifft. Diese werden auf freien Fuß gesetzt, da man ihnen nichts nachweisen kann. Doch der Polizeichef ist eine Art Fan von Pauls privater Verbrechensbekämpfung und bietet Paul an, dass er freigelassen werde und sich allein um das Problem kümmern könne. „Death Wish 3“ ist definitiv der rechteste Film der Saga, denn das Gutheißen der Selbstjustiz übertrifft hier so gut wie alle anderen Genrefilme.
Paul wird von Charleys Nachbarn freundlich aufgenommen und kann sogar dessen alte Wohnung beziehen. Das gesamte Viertel lebt aber in Angst vor der brutalen Gang, die das Gebiet als ihr Eigentum betrachtet und jede Rechtslücke gnadenlos für sich ausnutzt. Doch Paul schlägt mit seinen eigenen Mitteln zurück...
Von der Story her ist „Death Wish 3“ alles andere als umfangreich: nach weniger als 20 Minuten ist Paul aus dem Knast frei, hat den Segen der Polizei und man kennt alle wichtigen Figuren. Den Rest des Films macht dann schlicht und einfach der Privatkrieg aus, bei dem auch nicht groß ermittelt wird oder es viele Wendungen gibt. Stattdessen schaukeln sich die Racheakte beider Parteien immer weiter hoch bis dann zum Schluss in einem gigantischen Finale alle Fronten geklärt werden. Im Gegensatz zu vielen Nachahmern wie „Angel Town“ oder „Private Wars“ versucht „Death Wish 3“ das Verhalten der Gang noch nicht mal mit einen geplanten Hintergrund zu erklären; stattdessen sind diese einfach nur böse und müssen beseitigt werden.
Versuchte man im vierten Teil Selbstjustiz wieder etwas kritischer zu beleuchten, so ist Teil 3 vermutlich der Grund dafür: So rigoros wird das Lynchen von Fieslingen selten glorifiziert. Selbst für Diebstahl werden die Kriminellen erschossen (auch wenn der Film andeutet, dass alle Gangmitglieder schon schwerere Verbrechen begangen haben) und dazu jubeln die brave Bürgerschaft (selbst Rentnerehepaare) und Polizei. Auch die Straßengang wird extrem derbe dargestellt: so bleibt in „Death Wish 3“ erstaunlich viel an freundlichen Nebenfiguren auf der Strecke.
Dafür ist die Action wirklich top und die ist mit Abstand das wichtigste bei diesem Film: Es wird ein wenig geprügelt, aber in erster Linie geschossen bis die Flinte raucht. Später greift Bronson sogar zu MG und Raketenwerfer, weshalb der extrem lange Showdown schon fast im wahrsten Sinne des Wortes Krieg ist. Die Action ist wirklich sehr gut inszeniert und das, obwohl Bronson nicht der agilste ist. Auch über die Verteilung lässt sich nicht klagen und der Härtegrad ist (in der ungekürzten Fassung) recht hoch, wobei das derbste an „Death Wish 3“ sicherlich die unkritische Haltung gegenüber Lynchjustiz ist.
Charles Bronson spielt seine Standardrolle ganz gut, auch wenn man ihm nicht immer abkauft, dass er viel größere Kerle so einfach verprügelt. Die restlichen Darsteller spielen allesamt recht schablonenhafte Charaktere, aber füllen diese mit genug Farbe, um den Film lebendig zu halten.
Alles in allem ist „Death Wish 3“ ein harter Actionstreifen, der mit seiner gewaltigen Menge an Shoot-Outs Genrefans hellauf begeistert, auch wenn er nur eine Behelfsstory besitzt und man die Ideologie besser nicht hinterfragt.