Review


Inhalt/Anmerkungen/Kritik:

Bei "Heiße Ware aus Hongkong" handelt es sich um einen Dokumentarfilm über die Easternfilme aus Hongkong, aus dem Jahre 1973, der im selben Jahr im deutschen Fernsehen -ZDF- zu sehen war, und dafür produziert wurde.

Regie führte hier ein Mann names Georges T. Paruvanani, der hierfür mit einem -vermutlich- deutschen Drehteam in Hongkong die Studios der Shaw Brothers und von "Golden Harvest" aufsuchte, Interviews führte, sowie in der Stadt Stimmen von Student:Innen und Filmkritikern einfing.
Garniert wird all dies von Ausschnitten aus Easternfilmen, vornehmlich die KungFu-Action-Szenen daraus.

So soll denn ein "Gesamtbild" über die Produktionen dieses Genres entstehen, doch bleibt dies denn in knappen 45 Minuten eher fragmentarisch, fast etwas zusammenhanglos und leider insgesamt uninteressant und unausgewogen.
Was vor allem auffällt, ist der gar teils unterschwellig aggressive, absolut negativ gehaltene Grundton, GEGEN diese Filme.

WEIL..., sie künstlerisch nicht wertvoll, zu brutal und zu blutig seien, und weil sie "ohne Botschaft" sein sollen, einen schlechten Einfluss auf die Menschen ausübten und der sozialkritische ´Ansatz´ fehle.
Dies ist sehr offenkundig, verkrampft pseudokritisch, einseitig und pauschal.
Und einfach falsch -zumindest aus der Sicht eines Fans, der wie ich über 1.500 Produtionen dieses Genres sah-.

Handwerklich ist das soweit wenn man nur die Bilder nimmt, Interviews, reingeschnittene Filmausschnitte und Aufnahmen von der Produktion am Set, durchaus dokumentarisch. Und gibt einen kurzen, kleinen Einblick in die Arbeit der Schauspieler:Innen und Filmemacher.
Man sieht bekannte Darsteller wie David Chiang, Chen Kuan Tai, Lily Ho und Lily Li, die Produzenten Run Run Shaw und Raymond Chow.

Die Dreharbeiten an einem Film, Hintergründe..., wie in der Garderobe, der Kantine und am Set. Und die Stars und Macher vor der Kamera, wie sie Rede und Antwort stehen. Das ist noch das Beste hier, und für die Anhänger des Genres, die Kenner, ganz interessant.
Aber der negative und pauschale Oberlehrer-Grundton, alles schlecht zu machen und runterzuziehen, krampfhaft das Genre als jugendverrohend darzustellen und fast schon zu kriminalisieren, ist peinlich und vor allem absolut dämlich, sorry.

Run Run Shaw und vor allem Raymond Chow, man sieht ihnen an, dass sie es bemerken: Der Interviewer -offenbar Paruvanani selbst- will sie in die Enge treiben, und ihre Filme pauschal einordnen und ablehnen. Doch bleiben sie höflich, und vor allem ihrem Standpunkt treu, der da lautet: Wir wollen nicht belehren, wir wollen unterhalten, und dem Publikum das geben, wonach es verlangt.
Zudem stehen sie eben Wirtschaftsunternehmen vor, müssen kommerzielle Aspekte beachten..., sind letztlich Dienstleister für ein großes Publikum.
Und keine Sozialseelsorger und -kritiker, die die Welt zu verbessern haben.

Man muss Shaw und Chow fast bewundern..., sie bleiben höflich, doch in der Sache bestimmt.
Und das Interview mit David Chiang, dem man unbedingt entlocken will, dass er doch "unglücklich" sein müsse, solche Filme zu drehen: David´s Mimik als er diese bescheuert-lächerlichen Fragen hört, zeigt sein Befremden darüber auf, dass man ihn sowas fragt.
Doch auch er bleibt höflich, und antwortet sachlich, dass er gerne solche Filme macht, es nicht nur auf das Geld ankommt, sondern dass er gute Rolle spielen will.

Ob denn Lily Ho hier richtig übersetzt wird ist zudem die Frage, und dass Tina Chin Fei nie in solchen Filmen mitmachen würde, ist zudem noch glatt gelogen. Denn ich sah sie in diversen KungFu-Filmen.
Also irgendwas stimmt da nicht, Herr Paruvanani.

Im letzten Drittel dieses merkwürdigen "Dokumentarfilms" kommt ein Filmkunst-Regisseur namens Kong Lung zu Wort, dazu Ausschnitte seines Films "Callgirl", einer Art Kunst-Porno. Na sauber, das sind doch tolle Gegen-Beispiele wie ein Film für den Macher dieser "Doku" aussehen soll.

Noch ´ne Lüge: Die gezeigten Dreharbeiten zu "Mr. Shatter" und "Die 7 goldenen Vampire" -siehe mein Review auf dieser Webseite- sollen nur der Anfang einer weitergehenden Kooperation mit europäischen Filmemachern sein, weil die Hongkong-Studios sonst quasi am Ende seien.
Quatsch, wie sich herausstellte.
Und dass die KungFu-Welle bereit abebbe. Ebenfalls Unfug, da Shaw noch bis 1985 weitestgehend erfolgreich produzierte.

Schlecht machen und pauschal runterziehen, immer wieder kommt vom Off-Sprecher solcher Schmunkes, und dieser Sozialkritik-Schmunses.
Und bitte, macht doch ausschließlich künstlerisch wertvolle Filme. Und das Publikum will doch nur solche Filme, und findet die ach so superbrutalen KungFu-Filme so langsam Scheiße.
Unterstellungen ... und LÜGEN. Kritik um der Kritik willen, und ´wahrhafte und richtig gute´ Filme sollen belehren und mit "sozialkritischen Botschaften" nur so um sich werfen.
Ja klar, Eastern haben einen schlechten Einfluss, auf die Jugend, die Menschen und die Welt insgesamt. Ist doch logo!

Paruvanani..., haben Sie gekifft? Verklagen Sie mal Ihren Dealer.
Bitte raus aus Hongkong, und lass erwachsene Menschen ihre Arbeit tun, Paruvanani.

Nein, so eine "Dokumentation" ist für die Tonne, die braucht kein Mensch.

Den Vogel schießen indes die Interviews vor der Universität von Hongkong ab, wo Filmkunst-Student:Innen nach ihrer Meinung befragt werden.
Allesamt kritisch, Eastern-Filme pauschal einordnend und ablehnend.
Na, was Wunder.
Ich sage Ihnen, Herr Paruvanani, mal eines: Bei einer Umfrage kommt es darauf an, WO man diese macht, und WEN man befragt.
Wenn man eine Umfrage tätigt "Sind Sie in näherer Zukunft daran interessiert, sich evt. einen Lamborghini Aventador zuzulegen", und diese Umfrage in einem Obdachlosen-Asyl macht, wird man zu einem anderen Umfrage-Ergebnis kommen, als wenn man diese Umfrage in der Cafeteria/Lounge eines Golf-Clubs macht.

Ohne Worte.

"Heiße Ware aus Hongkong", die Bilder zeigen einen Einblick in die Arbeit an einem Eastern, Action-Szenen und beliebte Stars des Genres in Interviews -die die Stars tapfer absolvieren- sowie Run Run Shaw und Raymond Chow -die trotz von ihnen bemerkter Negativ-Intention des Interviewers höflich und standfest bleiben-.
Das ist soweit gut..., und rechtfertigt immerhin noch die 4 Punkte die ich in meiner Bewertung zu vergeben habe.

Die miese Intention indes, ein Genre pauschal schlecht zu machen, ein Genre das reine Unterhaltungs- und Actionfilme hervorgebracht hat, manche weniger gut gemacht, viele besser, und das weltweit sein Publikum hatte -insgesamt nicht wenige Menschen, mit diversesten sozialen und wirtschaftlichen Hintergründen-, ist einfach nur schlechter Stil, billig und -ja ich würde es so knallhart sagen...- schäbig.

4/10.

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