Review

Da habe ich also gerade zum zweiten Mal den zweiterfolgreichsten Film des Jahres 2004 in den koreanischen Kinos gesehen und weiss immer noch nicht wie ich ihn richtig beurteilen soll. Deshalb versuche ich folgenden Kompromiss ; ich bewerte einfach die fragwürdige Botschaft des Films und zusätzlich getrennt die rein technische Qualität und bilde den Mittelwert.
Die Tatsache dass dabei eine 5 herausgekommen ist, sollte den Verdacht eines Ausreissers nach unten aufkommen lassen.

"My little bride" selber bietet zwei absolut angesagte koreanische Filmstars in einer als Komödie angelegten Heiratsgeschichte.
Sofort nach seiner Ankunft in Korea wird der angehende Kunstlehrer Park Sang-min ( gespielt von Kim Rae-won ) zum Grossvater ( gespielt von Kim In-mun ) seiner Jugendfreundin Seo Bo-eun ( gespielt von Mun Geun-yeong ) zitiert. Die beiden Familien leben eng zusammen und die zwei kennen sich seit frühester Jugend. Besagter Grossvater muss vor seinem vorgetäuschten Ableben noch ein ehrenvolles Versprechen einlösen. Dieses gab er Park Sang-min´s Grossvater als Zeichen der Verbundenheit. Die beiden Männer wollten die beiden Familien miteinander verbinden ; sie versprachen sich die Heirat ihrer Kinder. Da dies in der ersten Generation nicht klappte, sollen es nun die Enkel richten und heiraten. Weder die Bereitschaft der zwei wird näher hinterfragt, noch erscheint das zarte Alter von Seo Bo-eun ( die Schülerin Seo ist gerade 15 !!! ) ein Problem. In Korea ist es rechtlich wohl möglich beim Einverständnis der Eltern mit 15 zu heiraten. Natürlich fallen beide aus allen Wolken und necken sich mehr als sie sich lieben, doch durch den familiären Druck ( auch den der jeweiligen Eltern !!! ) getrieben kommt es zur Hochzeit.
Doch jetzt beginnen die Probleme erst richtig. Park Sang-min ist ein Weiberheld der jedem Rock hinterherschaut und seine minderjährige Angetraute eine Schülerin, die ihn nicht einmal nackt sehen kann, geschweige das Ehebett mit ihm teilen will. Die Flitterwochen verbringen die zwei getrennt und Seo Bo-eun beginnt mit einem gleichaltrigen Spieler der Schulbaseballmannschaft zu flirten. Auch die Akzeptanz ihrer Umwelt hält sich in deutlichen Grenzen, mehrfach wird Park Sang-min obwohl rechtlich einwandfrei verheiratet, als pädophil verdächtigt.
Die Probleme werden noch grösser als Park Sang-min eine Praktikantenstelle als Kunstlehrer gerade an Seo Bo-eun´s Schule bekommt und auch noch ihre Klasse übernehmen muss.

Jetzt haben es die Koreaner na endlich geschafft, sie haben das Schulmädchenniveau der Japaner endgültig erreicht und treiben es auf die absolute Spitze. Dieser Film versucht auf geradezu verführerische Art und Weise eine grundfalsche und gefährliche Botschaft komödiantisch verpackt an die Jugend Korea´s zu tragen ; und er hat leider auch Erfolg damit.
Dieser Erfolg fusst nahezu vollständig auf den beiden Hauptdarstellern, die zwei sind einfach göttlich und auch schön anzusehen. Die Chemie stimmt und die lustigen Szenen verleiten wirklich zum herzhaften Lachen. Sie necken sich halt richtig gut und zum Schluss sollen sie sich dann natürlich auch lieben.
Und hier wird der Film für mich feige und gefährlich, nahezu eine Steilvorlage für alle Pädophilen unter uns. Versucht er doch über die gesamte Laufzeit zu zeigen, dass diese Geschichte falsch und niemals richtig sein kann, so sagt er es nicht einmal in aller Deutlichkeit. Schlimmer noch als das knickt er am Ende vollkommen um und versinkt in schlimmer und unpassender Melodramatik.
Ich habe wirklich keine Ahnung was die Filmemacher sich dabei gedacht haben, wahrscheinlich haben sie überhaupt nicht nachgedacht und wollten nur einen Trend in Korea bedienen der viel Geld eingespielt hat. Die Sexualisierung von Teenagern ; dieser Trend aus Japan kommend hat nun auch Korea voll erreicht.
Es ist ein Jammer ; war "100 Days with Mr. Arrogant" noch ironisch und vollkommen OK, so wird hier für mich die Grenze nicht nur überschritten, nein man klopft sich am Ende sogar noch freudig gestimmt auf die Schulter.
Technischer Wert und Schauspieler = 8 Punkte
Botschaft des Films und Story = 2 Punkte
Und da sind wir dann bei 5 Punkten, selbst die gebe ich noch mit mulmigem Gefühl ; unfassbar !!!

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