Review

Wenn ich hier nun schreibe, dass der besprochene Streifen mich fettich gemacht (GEMACHT!!!) hat, dann ist das kein Tippfehler, sondern ganz im Geiste der deutschen Synchronfassung zu "Roboter der Sterne". Der hatte gerüchteweise kein richtiges Synchronskript und soll von den SprecherInnen soweit improvisiert worden sein. Schon mal ein Grund, den Film zu schauen.

Da ich mich vor einiger Zeit an anderer Stelle als Fan der guten alten "Mighty Morphin' Power Rangers" (den einzig wahren, wenn mich einer fragt) outete könnte sich der ein oder andere denken, dass ich im Sinne der Ahnenforschung und mit dem unendlichen Möglichkeiten des Internets gerne mal eine Blick über den großen Nipponteich werde. Richtig gelegen! Ich finde Tokusatsu- und Sentai-Stoffe ganz toll (wen auch in Eurogefilden schwer zu bekommen) und sah den Film irgendwann in Rahmen der unsäglichen SchleFaZ-Reihe. Schlecht ist da bitteschön gar nichts dran. Außer der Freigabe durch die FSK, die sich damals umsatte zehn Jahre verschätzte.

Krieg im Spielzeugland: eine Armee außerirdischer Eroberer unter dem haarsträubenden Kommando des "großen Koordinators" terrorisiert seit Jahren mit Roboterattacken das Bermuda-Dreieck, was unter anderem Kai, dem Helden des Filmes, die Eltern kostet.

Als Erwachsener Mann schwört der Waisenknabe den Aliens RACHE!!!! und schließt sich der Widerstandtruppe um den mysteriösen "Professor" an, der mit einen "magischen Ballermann" genannten Mech und einer kleinen Flugzeugstaffel die Verteidigung der Erde koordiniert und dafür sorgt, dass Kai im knallbuten Kunststoff-Cockpit endlich seine Katharsis erfährt.

Die Ursachen asiatischen Humors werde ich nie so ganz verstehen können, aber das Chaos aus Aliens in Footballmontur und Freiheitskämpfern im Partridge Family-Gedächtnisoutift funktioniert. Besonders die Spruch dichte und der zehn Meter neben der Spur synchronisierte Prof mit der Beatlesfriese sorgen für einiges an Erheiterung.

Womit der Film noch dient? Na mit 1A-Miniaturaufnahmen selbstverständlich! In den 70ern wusste man in Japan noch, sein Spielzeug zu bewerben und wenn der im Original "Mach Baron" genannte magische Ballermann mit Raketenfäusten und Plasmastrahl in die Schlacht juckelt, dann weint mein inneres Kind vor Freude und lacht halb aus legitimen Vergnügen, halb ob der unfreiwillig komischen Art, die der Film an sich hat. Nicht umsonst wird der Film in Trashkreisen nur allzu gerne zitiert.

Ich hatte verboten viel Spaß an dem Film und suche derweil rastlos nach einer Möglichkeit, die Serie englisch untertitelt zu sehen: dieses verrückte Joint Venture Taiwans, Hong Kongs und Japans macht einem durchaus den Mund wässrig, was asiatische Superheldenkost betrifft und dürfte vielleicht die Power Rangers-Fans von damals ansprechen. Aber auch der etwas allgemeiner orientierte B-Filmfreak kann sich im Cockpit des magischen Ballermannes wie zuhause fühlen. Dann muss ich demnächst wohl eine Massenbestellung bei Shout! Factory abgeben. Die haben vielleicht nicht die Originalserie, aber mit den Super Sentais sehr ähnliche Pferde im Stall. Ein Hoch auf Spandex und Plastik! Ich kleb mal wieder auf 'nem ganz eigenartigen Trip fest. 

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