Wie oft denn noch? Diese Aussage trifft den Nagel in Bezug auf "Snakehead Terror" beinahe perfekt auf den sprichwörtlichen Kopf, denn hier wird geklaut und abgeschaut, was das Zeug hält. Beinahe jedes Jahr kommt aus irgendeiner Ecke der Welt irgend ein neuer Aufguss der Tierhorrorthematik zu uns und während uns Mark A.Z. Dippé letztes Jahr zu Weihnachten mit dem "Frankenfish" beglückte, folgen nun dessen inoffizielle Nachfolger, die Snakeheads. Diese Aussage ist allerdings ohne Gewähr, da ich nicht genau sagen kann, inwiefern Paul Ziller seinen Streifen als Nachfolger zu "Frankenfish" gedreht hat, aber da er eben genannten Film des öfteren mal zitiert und auch die Frankenfische hier Erwähnung finden, denke ich, passt der Begiff inoffizieller Nachfolger ganz gut.
Die dargestellten Monster sind die logische und konsequente Fortsetzung dessen, was bereits an auf Zelluliod gebannten Ungeziefer existiert. Es reicht nicht, dass sie im Wasser nach Opfer gieren, nein, Paul Ziller lässt seine Fische auch an Land auf Beutefang gehen, was es so zwar schon gegeben hat, aber sicherlich noch nie in Form eines Killerfisches. Die Snakeheads werden ihrem Namen dabei nicht unbedingt gerecht, da sie zwar an Land und im Wasser leben können und somit die Eigenschaften eines Fisches, wie auch einer Schlange vereinen, doch dem Aussehen nach ist der Name schon etwas weit hergeholt. Die Biester sehen allemal furchteinflößend aus, aber mit einer Schlange würde ich sie nicht unbedingt in Verbindung bringen.
Letztendlich ist es aber vollkommen egal, ob Schlange oder nicht, denn darauf kommt es nicht an. Fakt ist, dass Paul Ziller hiermit eine neue Spezies erschaffen hat, die zwar an andere Tierhorrorfilme erinnert, aber vielen Genrekollegen eines voraus hat: Die Anzahl der gefräßigen Killerfische ist wirklich enorm. Wir bekommen es hier nicht nur mit einem großen Snakehead zu tun, sondern mit vielen kleinen, der gesamte See ist voll von den Biestern, so sinkt die Lebenschance eines armen Kerls, der sich in das Gewässer wagt, auch bedrohend schnell. Die kleinen Killer sind überall und zudem äußerst aggressiv, was dem Streifen schon einmal einen Pluspunkt verleiht.
Allerdings möchte ich, bevor ich nun in Lobesgesängen ausbreche, eines klarstellen: Paul Ziller klaut schamlos bei seinen Kollegen, so dass einem erschreckend viele Szenen in "Snakehead Terror" verdächtig bekannt vorkommen. Selbst den Weißen Hai konnte man nicht in Frieden ruhen lassen, sondern musste von dort die Idee des Ortssheriffs klauen, dem niemand glauben schenkt, so dass die unschuldigen Angler nachher die Rechnung bezahlen müssen. Dies und vieles mehr kennt man schon, doch eines rettet dem Film noch vor dem Totalabsturz: Während andere neue Horrorfilme wie "Dead Meat" äußerst schlecht und langweilig klauen & zitieren, tut "Snakehead Terror" dies auf eine überraschend flotte und unterhaltsame Art. So ist stets etwas los am Cultus Lake, der Streifen braucht zwar seine Zeit, bis etwas passiert, doch ab einem gewissen Zeitpunkt schöpft Paul Ziller das Tierhorrorgenre wirklich voll aus und präsentiert eine spannende Mixtur aus Fischeingeweiden und Nervenkitzel, die vermutlich jedem Liebhaber des Genres zusagen dürfte. Der Blutgehalt des Ganzen hält sich dabei im gesunden Mittelmaß, es gibt schon die eine oder andere derbe Szene, aber im großen und ganzen ist die FSK 16 durchaus vertretbar.
Das eben erwähnte in allen Ehren, doch das täuscht leider auch nicht darüber hinweg, dass wir es bei "Snakehead Terror" mit dem x-ten Aufguss des ein und denselben Stoffes zu tun haben. Ich frage mich langsam wirklich, wie lange diese Schiene noch befahren wird, bevor endlich mal ein Regisseur sich traut, die Gleisen zu wechseln und dem Zuschauer etwas neues, innovatives zeigt. Denn je mehr Filme in die selben Fußstapfen treten, desto mehr schadet dies der Spannung, die deshalb von "Snakehead Terror" kaum erzeugt werden kann. Auch die Schauspieler, die sich auf dem selben Niveau wie der eigentliche Film befinden, können da kaum etwas herausreißen. Sie ahmen nur nach, ohne etwas neues zu zeigen, lediglich Bruce Boxleitner als alter Sheriff hat hier so etwas wie charisma, auch wenn er natürlich auch nur Roy Scheider imitiert.
Fazit
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"Snakehead Terror" hat mit einem altbekannten Problem zu kämpfen: Er zeigt einfach nichts neues, so dass am Ende ein ziemlich zwiespältiges Gefühl zurückbleibt. Ich persönlich habe den Kauf dieses Films zwar nicht unbedingt bereut, hätte ich aber gewusst, dass man hier absolut nichts neues sieht, hätte ich mir das ausgebene Geld auch sparen und anstatt dessen Fischstäbchen essen gehen können. Aber im Ernst: Tierhorror - Fetischisten werden hier auf ihre Kosten kommen, dem 08/15 Horrorfan würde ich hingegen eher zu einem anderen Vertreter dieses Subgenres raten.
5 von 10 Punkten und eine sehr knappe Empfehlung.