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Shaun hat es nicht leicht: Genervt von seinen Arbeitskollegen und bedrängt von seiner Mutter wird er noch von seiner Freundin Liz vor die Tür gesetzt. Grund genug, den Tag zusammen mit seinem Mitbewohner und Jugendfreund Ed bei einem kräftigen Biergelage in der Stammkneipe ausklingen zu lassen. Am nächsten Morgen scheint die Stadt urplötzlich von Untoten bevölkert zu sein - Shauns Leben beginnt sich radikal zu ändern.

Die Mixtur aus Tragikomödie und Zombiefilm funktioniert erstaunlich gut. Auf der einen Seite Shauns Lebenswandel, der vor allem mit Übernehmen von Verantwortung, sprich: mit dem Erwachsenwerden, zusammenhängt. Auf der anderen Seite die teilweise recht derben Metzeleinlagen, die stets im Einklang mit dem Grundthema des Films stehen: Die Vergangenheit hinter sich lassen - seinen eigenen Weg im Leben finden. Eine einfache Botschaft, hart und direkt, aber immer mit einem gewissen Augenzwinkern an den Zuschauer gebracht.

Die Hauptdarsteller wirken alle sehr gut aufgelegt, dementsprechend wachsen einem die Figuren sofort ans Herz. Insbesondere Simon Pegg und Nick Frost sorgen als ungleiches Duo immer wieder für absurd-komische Dialoge und verdienen sich damit Bestnoten. Auch alle anderen Charaktere sind relativ simpel gezeichnet, wirken aber zu keinem Zeitpunkt überflüssig oder nervig. Im Gegenteil: Jeder einzelne hat in der Erzählung eine wichtige Rolle - sowohl für den reinen Überlebenskampf, als auch für Shauns Lebenswandel.

Eine Erwähnung wert sind auch die so oft zitierten gesellschaftskritischen Aspekte, die man in Romeros Klassiker noch mühevoll hineininterpretieren musste, hier aber einen weiteren wichtigen Teil der Handlung darstellen. Waren die Menschen nicht schon vor ihrer Verwandlung schon "Zombies" ? Die Bildsprache in der ersten Viertelstunde ist jedenfalls eindeutig: Unmotivierte Verkäufer, vor sich hin wackelne HipHopper und natürlich das Fernsehen, das im Laufe der Handlung ein ums andere Mal Seitenhiebe einstecken muss. Die zweite Botschaft des Films, wieder alles andere als subtil, wieder mit viel Humor rübergebracht.

Humor wird in diesem Szenario selbstverständlich gross geschrieben - und rabenschwarz, typisch britisch eben. In diesem Sinne ein großes Lob an die Macher, die nur so vor verrückten Ideen strotzen. Ob die aus dem Trailer bekannte Zweckentfremdung von Tonträgern oder eine zum Brüllen komische "Zombie-Scharade" - der absurden Fantasie waren hier keine Grenzen gesetzt. Sicher nicht jedermanns Geschmack, aber alle anderen werden sich köstlich amüsieren.

"Shaun of the Dead" ist eine Beziehungskomödie mit sozialkritischem Unterton - nur eben mit Zombies. Ein gewagter Genrecocktail, der dank glänzender Darsteller und viel britischem Charme hundertprozent aufgeht. Nicht nur für Genrefans ein Riesenspass.

8/10

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