Nach dem durchschlagenden Erfolg von Filmen wie "Dawn of the dead" (Remake) und "28 days later" war eine Persiflage auf diese Kassenhits aus dem Zombie-Genre nur eine Frage der Zeit. Überraschenderweise nahmen sich jedoch nicht die Amerikaner der Umsetzung dieser Aufgabe an, sondern die Briten. Das Ergebnis heißt "Shaun of the dead". Der Hauptakteur Shaun ist ein Looser in den späten Zwanzigern, dessen verpfuschtes Leben tagein, tagaus den gleichen Gang geht und dessen Höhepunkte die Videospielsessions gegen seinen Kumpel und der Bescuh des nahen Pubs sind. Zum Erwachen aus dieser Lethargie zwingt in erst das unvermittelte (und wie so oft gänzlich unbegründete) Auftauchen der marodierenden Zombies. Während sich immer mehr seiner Nachbarn in bleiche, sabbernde Kreaturen verwandeln, sinnt der einfach gestrickte Engländer nach einer Rettung. Als Fluchtziel fällt ihm dabei nichts Dümmeres ein als seine Stammkneipe, da in dieser ein Gewehr an der Wand hängt. Denn im Gegensatz zu den amerikanischen Horrorkollegen anderer Filme hat der Brite das nicht zu verachtende Handicap, dass in England Waffen nicht "an jeder Ecke herumliegen". Zusammen mit einigen anderen Überlebenden macht er sich auf den Weg.
Um es vorrauszuschicken: "Shaun of the dead" ist durch und durch britischer Humor. - Und genau mit diesem habe ich so meine Probleme. In der Regel führt eine englische Komödie den geneigten Zuschauer durch ein langes Tal von Rohrkrepierer-Witzen (die wohl nur die Inselbewohner selbst verstehen), entschädigt ihn dann aber dafür durch ein paar absolute Kracher, die einen vor Lachen vom Stuhl reißen. So konnten Szenen wie "Der schwarze Ritter" oder "der Grim Reaper im Landhaus" beispielsweise die Monty Python-Filme noch stets retten und zu Kultstatus erheben. Und genau diese Zündpunkte fehlen "Shaun of the Dead" leider völlig. Während die Hauptdarsteller hahnebüchende Fluchtpläne schmieden, Zombies mit Platten bewerfen und mit dem Cricketschläger bearbeiten wartet man tapfer ausharrend auf den zündenden Gag, der einem endlich den ersehnten Lacher bescheren soll. Erst wenn schließlich der Abspann über den Screen rollt, wird man sich ungläubig gewahr, dass das Warten vergebens war. Der Film ist buchstäblich ein Witz ohne Pointe und schleppt sich motivations- und einfallslos mühsam seinem Ende entgegen. In fünf Jahren wird keiner mehr diesen Streifen kennen, niemand seine Zeilen zitieren. Denn dieser Film ist nichts als gepflegte Langeweile für teuer Geld. Zu lächerlich um ein Actionfilm zu sein, zu witzfrei um als Parodie durchzugehen.