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Mit dem Kult-Klassiker „Ghosttown“ von den Specials beginnt das Elend von Shaun, nachdem ihn seine Freundin Liz verlassen hat, Stress in seiner WG, der Job hinterlässt auch bloß unangenehme Neckereien seiner Kollegen und zu allem Überfluss tummeln sich schließlich Zombies in seinem Garten. Grund genug für den Versager, wenigstens nun einmal zu beweisen, dass er durchaus seinen Mann steht und seine Freundin durch eine wagemutige Rettungsaktion zurückgewinnen will. Wohl durchdacht kann man das nicht gerade nennen, wie sich Shaun mit seinen Freunden und Mutter durch die englischen Vorgärten hangelt, stets das Ziel, nämlich seinen anheimelnden Stammpub, das Winchester, vor Augen. Durchzogen von britischem Humor ist die gesamte Story und mit einigen ulkigen Details versehen, die dieses Filmchen von den vielen anderen Zombiekomödien der letzten Jahre abhebt. Richtig abgedreht wie "Dead/Undead", "Mucha Sangre" und wie sie alle heißen, ist das gar nicht mal, sondern liebevoll, der großen Vorbilder George A. Romeros beispielsweise bewusst, in eine verschlafene englische Gegend transportiert, ohne den ernsthaften Anspruch eines "28 Days Later" oder dem Actiongehalt des "Dawn Of The Dead"-Remakes. In der Tradition ihrer typischen, teils schwarzhumorigen Inselkomödien inszenieren Edgar Wright und Simon Pegg ein was-wäre-wenn-es-die-unbedarften- Tolpatsche-unserer-Vorstadt-treffen-würde-Szenario. Dazu gehört allerdings auch etwas Slapstick und hin und wieder gelungene Situationskomik, denn schließlich ist Bier doch der Antrieb für die kleinen Geistesblitze des liebenswerten Verlierers. Die vielgerühmten Splattereien beschränken sich auf wenige, nett gemachte Spezialeffekte, stehen allerdings deutlich weiter im Hintergrund als bei den Klassikern des Genres. Auch und vor allem Mainstreamfans können sich also an diesem Spaß gütlich tun, Hardliner mit Hang zum schockierenden Erlebniskino werden das eher müde belächeln, da es sich in erster Linie um eine Komödie handelt. Den Ideenreichtum verschenkt "Shaun Of The Dead" im letzten Drittel leider etwas zu Gunsten eines unverständlich konventionellen Finales, bevor der gelungene Abschlußgag wieder einiges wett macht und dem Zuschauer das Lächeln zurück bringt.

Fazit: Als massenkompatible Zombiekomödie erfrischend, als Horrorschocker unbrauchbar. 6/10 Punkten

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