Horrorkomödien sind ja immer so eine Sache für sich. Nur selten sind
Fans derartig zufrieden wie z.B. bei Dan O’Bannons RETURN OF THE LIVING
DEAD und so war die Skepsis gross als 2 leicht verrückte Briten SHAUN
OF THE DEAD ankündigten. Der Titel liess vermuten das man sich keinen
geringeren Film als George Romeros „DAWN OF THE DEAD“ zum Vorbild
genommen hatte und natürlich befürchteten alle das „Dawn“ respektlos
verarscht wird, so wie es z.B. bei den SCARY MOVIE Filmen.
Aber gottseidank kam alles anders. SHAUN OF THE DEAD entpuppt sich als
charmante, wirklich witzige, ideenreiche und respektvolle Hommage an
das Subgenre Zombiefilm.
Die Story ist schnell erzählt:
Shaun (Simon
Pegg) hat Ärger mit seiner Freundin, da er nicht viel mit seinem Leben
anstellt, ausser sich jedem abend mit seinem Kumpel Ed (Nick Frost) in
seinem Lieblingspub, dem Winchester, ein paar Bierchen zu gönnen, also
macht sie Schluss. Doch als London von einer Zombieplage heimgesucht
wird zeigt Shaun was in ihm steckt. Zusammen mit Ed versucht er seine
Freundin und ihre Angehörigen zu retten und zum einzig sicheren Platz
zu bringen der ihm einfällt – dem Winchester.
Tja... Briten fühlen sich
in Pubs wohl wohler als in einer Shoppingmall, aber trotzdem kann man das Grundgerüst von Romeros Zombieklassiker erkennen.
Allerdings wird
man bei „Shaun“ nicht so unvorbereitet ins kalte Wasser geworfen wie
bei Romero. Man lernt erst die Figuren kennen, während sich im
Hintergrund schon die nahende Katastrophe andeutet. Doch bereits bevor
die Zombies erstmal richtig in Aktion treten weiss der Film schon zu
gefallen. Alleine die Szene in der Shaun morgens aufwacht und wie ein
Zombie schlurfend durchs Haus wandert lässt einen mehr als schmunzeln,
vor allem wenn man die Anfangsszene aus DAY OF THE DEAD kennt, an
welche diese Szene deutlich angelehnt ist. Überhaupt gibt’s für
„Kenner“ so einige Insider-Gags zu erkennen. So wollen Shaun und Lizbei
„Fulci’s“ essen gehen, oder Ed kündigt Shauns Schwiegermutter in
spe an „Wir kommen um dich zu holen, Barbara“.
Wer nun glaubt das der Film nur für Genrefans lustig ist irrt
sich aber
gewaltig. Ich habe ihn mit mehreren Freunden geguckt die vielleicht das
Dawn-Remake und LAND OF THE DEAD kennen, aber nicht mehr und selbst die
haben sich herzlich amüsiert. Das grosse Lob geht dabei natürlich an
die Drehbuchautoren Simon Pegg und Edgar Wright, welcher seine
Geschichte dann auch zielsicher in Szene gesetzt hat. Im Minutentakt
bekommt man absolut köstliche Szenen zu sehen. Man lernt z.B. welche
Schallplatten am effektivsten gegen Zombies sind und es gibt einen
Crashkurs „Wie spielt man einen Zombie“. Die Gags sind wohl dosiert so
das der Streifen nie überladen wirkt.
Aber vergessen wir nicht das wir hier einen Zombiefilm haben
und was
will man in einem Zombiefilm sehen? Genau... zumindest ein bisschen
Gore. Auch hier weiss „Shaun“ durchaus zu überzeugen. Egal ob man die
Kopfschüsse nimmt, abgetrennte Arme oder gar das Zerreissen eines
Opfers – es sieht ziemlich gut aus. Klar ist der Film keine
Gore-Granate, denn immerhin will man mit dem Film auch ein etwas
breiteres Publikum ansprechen. Die schauspielerischen Leistungen sind
durch die Bank mindestens als gut zu bezeichnen. Allen voran liefert
Simon Pegg eine klasse Comedy-Performance, weiss aber auch durchaus als
Held wider Willen zu gefallen.
Fazit:
Ein riesen Spass. Für mich die beste Horrorkomödie seit Stuart
Gordons
RE-ANIMATOR. Anstatt sich über Zombiefilme lustig zu machen lässt
Regisseur Wright hier eine Comedy-Story ablaufen, welche glatt in
Romeros „Dead – Universum“ passen würde und dabei mehr zündende Gangs
aufweisst als alle Scary Movies zusammen.
9 von 10