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Shaun (Simon Pegg) hat sein Leben absolut nicht im Griff. Er arbeitet als kleiner Verkäufer in einem Elektroladen, hat stets Stress mit seiner Freundin Liz (Kate Ashfield) und hat seinen besten Kumpel Ed (Nick Frost) immer auf der Pelle. Nach einem nicht eingehaltenen Versprechen trennt sich Liz nun entgültig von Shaun. Nun ist es Zeit für Shaun sich mit Ed richtig volllaufen zu lassen. Dabei merken die Beiden gar nicht, dass sie bald von fleischfressenden Bestien umgeben sind. Menschen kippen einfach um und kehren als Untote zurück. Shaun hat einen Plan, er verschanzt sich mit einer kleinen Gruppe Überlebender in seiner Lieblingskneipe, dem Winchester. Leider entpuppt sich der Ort schnell als Todesfalle.

Nach unzähligen und immer schlechter werdenden "Scary Movie" Filmen ist nun auch Romeros "Dawn of the Dead" dran. Nur kann ich nach dem einmaligen Ansehen, den Hype der um "Shaun of the Dead" gemacht wird, nicht verstehen. Fairerweise muss man Hauptdarsteller und Drehbuchautor Simon Pegg (Hot Fuzz) und Regisseur Edgar Wright zugestehen, dass es wirklich schwer ist, ein so ernstes Thema in eine Parodie umzusetzen. Größtenteils ist es den Beiden auch gelungen, wenn nur nicht überall im Film verteilt diese Durststrecken wären.
Das Ganze beginnt leider schon recht langweilig, natürlich mit einer Lovestory. Shaun hängt lieber in seiner Lieblingskneipe herum, als mit Freundin Liz mal richtig auszugehen. Das Techtelmechtel zwischen Shaun und Liz zieht sich den ganzen Film über. Ständig sorgt es für überflüssige Dialoge, die im Endeffekt zum vorhergesehenen Happy End führen. Immerhin hat die Parodie einige schräge Charaktere zu bieten, wie zum Beispiel Ed. Der zockt den ganzen Tag Konsolenspiele und legt sich gerne mit Shauns überkorrekten Mitbewohner an. Hier kommen dann auch ein paar Gags zustande, auch wenn Shaun morgens noch halbbetrunken zum Supermarkt rennt und nicht mal merkt, dass er von Zombies umgeben ist. Doch bis es soweit ist, hat der Zuschauer einen weiten Weg vor sich. Nicht jeder Gag zündet, manche Humoreinlagen sind einfach zu britisch.
Auch kommt die Untoteninvasion niemals richtig ins Rollen. Nach einer gelungenen Actionsequenz folgen wieder unnütze Dialoge, welche witzig sein wollen, aber komplett ihre Wirkung verfehlen. Solche Hänger hat "Shaun of the Dead" die gesamte Laufzeit über. Dabei sind die Zombieattacken wirklich gelungen. Das Make up ist sogar in der Parodie recht blutig geworden, Shaun und Ed bedienen sich wirklich jeder Waffe die sie finden können. Ob Teller, unbeliebte Schallplatten, alles wird als Wurfgeschoss zweckentfremdet. Später greift man dann zu anderen Waffen wie einer Schaufel, Nudelholz, oder einer Winchester. Dabei sollte sich der Zuschauer auf einige Splattereffekte gefasst machen, für eine Parodie sehr untypisch brutal. Die Untoten werden mit zahlreichen blutigen Einschüssen zerfetzt, aufgespießt, oder ihrer Gliedmaßen beraubt. Aber auch die unsere Hauptfiguren bekommen es dicke ab. Blutige Bisse und der Unsympath der Gruppe darf besonders hässlich hingerichtet werden. Auch die Fressorgien der Zombies werden uns nicht vorenthalten. Da verwundert die niedrige Freigabe schon ein wenig.
Die Darsteller geben ihr Bestes, doch ich kann nicht verstehen, was alle an Simon Pegg finden. Ich finde er ist völlig austauschbar, denn Darsteller mit nur zwei Gesichtsausdrücken gibt es zu Hauf. Da gefällt Nick Frost soch wesentlich besser, er geht mit mehr Elan an seine Rolle heran. Insgesamt betrachtet machen die Darsteller alle einen ordentlichen Job.
Das Ende ist Pegg und Wright aber wirklich gelungen. Man hat für die Parodie einen anderen Ausgang gewählt, welcher gesellschaftlich einfach zu uns Menschen passt. Genauso sind wir, normalerweise würde ich ein Happy End nicht mal in der Parodie gutheissen, doch hier passt es.

Viel zu längenbehaftete "Dawn of the Dead" Parodie. Einige nette Einfälle, sowie Gags können nicht über das schwache Script hinwegtäuschen. Aber "Shaun of the Dead" ist doch recht unterhaltsam und weiss mit seinen Goreeinlagen auch dem Splatterfan gut zu gefallen. Trotzdem gnadenlos überschätzt.

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