Klassischer Horror.
Diese Verfilmung von Stevensons Novelle "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" ist unter den mir bekannten filmischen Adaptionen die beste.
Die Szenen, in denen die verzweifelte Ivy (Miriam Hopkins) vom viehischen Mr. Hyde (Fredric March) drangsaliert wird, haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und auch die gesellschaftliche und psychische Talfahrt des unter seinem diabolischem Alter Ego leidenden Dr. Jekyll ist an Dramatik kaum zu überbieten. Fredric Marchs Darstellungen wurden ganz zu Recht mit einem Oscar gewürdigt.
In den Liebesszenen zwischen Jekyll und seiner Angebeteten Muriel (Rose Carew) wird nach heutigem Verständnis vielleicht etwas zu dick aufgetragen, die ausufernden Liebesschwüre der beiden lassen das über sie Hereinbrechende dann aber umso fataler erscheinen...
Aha-Erlebnisse bescheren einem auch der Einsatz von subjektiver Kamera und Splitscreen-Techniken - nicht unbedingt das, was man von einem Film aus diesen frühen Jahren erwartet. Und auch die Verwandlungsszenen sind tricktechnisch beeindruckend gelöst; Hydes äffische Visage wirkt auch heute noch (trotz Leatherface, Freddy und Konsorten) richtig (un)schön widerlich...
Großartiges, altmodisches Schauerkino von bleibendem Wert!