„Shallow Ground“ ist ein Film über den man am besten so wenig wie möglich verrät, da man besser an die Geschichte rangeht ohne etwas vorher zu wissen.
Nur soviel: Der Film ist von Anfang bis Ende durchweg Spannend und kann vor allem von der Atmosphäre überzeugen. Dabei erinnert der Film wirklich an Horrorfilme aus den 80er Jahren und verzichtet dabei völlig auf störenden Humor. Viel lieber will der Film schocken und das gelingt ihm sehr gut. Der Film steigt sofort in das Geschehen ein und die Charaktere werden dann nach und nach mit einigen Rückblenden abgearbeitet, da fast jeder etwas mit den Ereignissen zu tun hat. Dabei ist zwar nicht immer alles logisch oder ausgereift und die eine oder andere Person wirkt teilweise überflüssig, aber der Spannung tut es keinen Abbruch. Auch werden nicht alle Fragen beantwortet, aber da die Story sowieso sehr übersinnlich ausgelegt ist, braucht man in solchen Filmen nicht immer alles erklärt bekommen. Insgesamt kann das Drehbuch aber überzeugen und bietet einige nette Wendungen, die so, nicht zu erwarten waren.
Der Film hat gerade mal 72.000 $ gekostet, doch zu keinen Moment merkt man es. Obwohl auf DV gedreht, sieht der Film auch wie ein „Film“ aus und durch die gut gefilmten Rückblenden(mit verzehrten Bildern), etlichen Schockeffekten und einen überaus gelungen Score plus Soundeffekten, wirkt der Film wesentlich aufwendiger. Auch überzeugen alle Effekte die fast ausnahmslos nur „Handgemacht“ sind. Zum Finale hin bekommt man dann auch sehr gute Make Up Effekte zu sehen und es wird zunehmend härter. Bis dahin zielt der Film aber eher auf unheimliche Situationen und der Unwissendheit des Zuschauers, der ähnlich wie Protagonisten, vor zahlreichen Rätseln steht. Ach, und selten hat Blut einen gruseligern Effekt besessen, wie hier.
Neben der einfallsreichen Regie können selbst die Darsteller größtenteils überzeugen. Am bekanntesten sollten dabei Stan Kirsch („Highlander“ TV-Serie), Kinder- und Altstar Patty McCormack („Mommy“) sowie Steve Eastin („Last Man Standing“ mit Jeff Wincott und „A Man Apart“) sein. Aber auch der Darsteller des Sheriff, Timoty V.Murphy („Pit-Figter“, „Skeleton Man“) stellt seine Rolle angemessen da. Als ausführender Produzent war übrigens Pierre David beteiligt, der neben Kinofilmen wie „Scanners“ oder „Videodrome“, vor allem zwischen 92 und 96 mit B-Knallern wie „Mission Of Justice“ oder „Martial Outlaw“, durch seine Firma „Image Organization“, B-Actionfans eine helle Freude bereitet hat. Nun hat er „Imagination Worldwide“ gegründet und scheint sich wieder auf den DTV Markt zu konzentrieren. Hoffentlich folgen nach einigen Thrillern auch bald wieder Actionfilme:).
Fazit:
Schon lange war ein Low Budget Titel nicht mehr so Spannend und teilweise gruselig, wie dieser hier. Eine gute Regie, gute Kameraarbeit, etliche Schockmomente und eine zwar überschaubare, aber dennoch einfallsreiche Story machen den Streifen zu einem echten Geheimtipp. Also, das Licht aus, Anlage an und sich auf die sehr gelungene Atmosphäre einlassen. Warum läuft dieser Film eigentlich nicht auf dem Fantasy Filmfest 2005?