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Sheriff Jack Sheppard (Timothy V. Murphy) hat immer noch den Mord an seiner Geliebten vor den Augen, obwohl ein Jahr bereits verstrichen ist. Den Killer konnte er nie schnappen, nicht mal die Leiche seiner Geliebten fand er. Endlich will er weg aus dem kleinen Nest Shallow Valley, da taucht plötzlich ein völlig blutüberströmter Junge auf dem kleinen Polizeirevier auf. Mit ihm kommen jede Menge mysteriöse Ereignisse. In Shallow Valley scheint auf einmal Jeder durchzudrehen, auch der Killer scheint wieder da zu sein. Jack sieht endlich die Chance die grausamen Verbrechen von damals aufzuklären und seine Geliebte zu rächen. Seine beiden jungen Kollegen Stuart Dempsey (Stan Kirsch) und Laura Russell (Lindsey Stoddart) zieht er so in einen blutigen Alptraum hinein, der jede Menge Überrschungen offenbart.

Zugegeben, "Shallow Ground" hört sich storytechnisch nach einem "Must see" im B-Horror an. Leider entpuppt sich die Story nur oberflächlich als interessant und völlig anders. Das gute alte Erklärungsproblem kommt wieder zu Tage. Als Zuschauer weiss man von Anfang an gar nichts. Da kommt der blutüberströmte Junge zur Polizei, hat das Blut mehrer Personen an sich und auch die Fingerabdrücke mehrerer Personen. Ausserdem läuft ihm aus jeder Körperöffnung Blut, mit dem man nicht in Kontakt kommen sollte, da man sonst unter Visionen leidet. Der geschädigte Sheriff Sheppard rafft sich nochmal auf, da er eine Verbindung zum damaligen Mord an seiner Geliebten sieht. Und die Verbindung ist tatsächlich gegeben, doch die Erklärungsversuche, wenn man sie überhaupt so nennen kann, sind völliger Schmarrn. Ich bin diese Filme langsam leid, die den Zuschauer mit einer interessanten Story ködern und dann entweder eine strunzdoofe, jeglicher Logik entbehrende Erklärung liefern, oder uns einfach auf dem Trockenen sitzen lassen. "Shallow Ground" schafft Beides, denn die Erklärung für den blutüberstömten Jungen ist doof bis nicht vorhanden, genau das Selbe gilt für die Enttarnung des Killers, die kaum einen Sinn ergibt. Da kann Regisseur Sheldon Wilson das Kunstblut literweise fließen lassen, der Plot bleibt krude bis nicht nachvollziehbar.
Dabei inszeniert Wilson wirklich atmosphärisch. Das winzige Nest Shallow Valley hüllt er stets in einen Nebel, oder eine bedrohliche Dunkelheit. Auch liegt das Kaff direkt am Wald und zum Teil sogar im Wald, was die Kulisse noch gruseliger gestaltet. Dies ist aber nicht Grund genug sich ständig zu trennen, um dann Einzeln dem Bösen schutzlos ausgeliefert zu sein. Fragen wirft auch die Wissenschaftlerin auf, welche eine gute Freundin von Jacks Geliebter war und mit einem T3 VW Bus durch den Wald fährt mit ihrer gesamten Ausrüstung an Bord. Wirklich peinlich, als sie Geräusche im Wald hört und dann natürlich noch aussteigt, um zu sehen wer dort ist. Kleinvieh macht eben auch Mist und die vielen Minipatzer, die Wilson hier liefert, sind nicht nur nervig, sondern schächen die dumme Story nochmal zusätzlich ab.
Ständig passiert etwas, doch trotzdem verliert man recht schnell das Interesse. Es sind gruselige Sequenzen vorhanden, auch ein paar blutige Goreeffekte, jedoch verhaspelt sich Wilson immer mehr und es dämmert Einem sehr schnell, dass man auf Erklärungen verzichten muss. Dabei befinden sich die wenigen Charaktere stets in neuen Schwierigkeiten. Man muss Wilson zu Gute halten, dass er von Anfang an ein hohes Tempo geht, das sogar halten kann, aber seine Inszenierung ist nicht packend genug. Die Darsteller agieren auf durchschnittlichem Niveau.

Es beginnt wirklich vielversprechend, um dann immer kruder und unlogischer zu werden. Da kann Wilson selbst nicht mit seinem hohen Erzähltempo, der nebeligen Kulisse und den Bluteinlagen dagegen halten. Der B-Markt boomt, was Vielen leider den Anlass gibt, jegliche auf dem Lokus erdachte Story dem Publikum mit dem Brecheisen und ohne Erklärungen zugänglich zu machen. Wirklich schade, denn "Shallow Ground" hat durchaus seine Momente.

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