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Und der nächste Slasher! In den letzten Monaten scheint das Schlitzer-Genre, in den Videotheken, wirklich wieder an Zugkraft zu gewinnen. Angefangen beim grandiosen "High Tension" über den ganz netten "Club Mad" bis hin zu Bodensatz wie "Adam & Evil" oder "Nine Lives"! Und nun der Slasher, der direkt dort spielt, wo alle irren (Film-)Killer mal gesessen haben oder sitzen sollten: Im Irrenhaus. Und somit wird aus "Madhouse" mal ein recht ungewöhnlicher Beitrag des Genres, wenn auch nicht ganz ohne Enttäuschungen.

"Madhouse" ist im Prinzip eine Mischung aus blutigem Slasher und gruseligem Mystery. Die Story um einen Studenten, der in einer Irrenanstalt sein Studium beginnt und anscheinend nach und nach irre zu werden scheint, ist soweit ganz nett ausgedacht und gibt dem Film einen gewissen Touch. Und dann sind da ja auch die Morde. Zwar nicht sonderlich innovativ, kann sich der Streifen doch einigermaßen von den Genre-typischen Klischees losreisen und lässt seinen Grusel nicht nur durch den mysteriösen Killer, sondern auch die merkwürdigen Insassen der Anstalt aufflammen. Zwar gibt es auch hier wieder einige nicht übersehbare Logiklöcher zu bemängeln und sicher sollte man auch nicht sonst etwas Besonderes erwarten, doch die Grundlage für einen spannenden Film ist gegeben.

Wirklich ausgenutzt wird das vorhandene Potenzial aber vor allem durch Optik und Akustik. Selten haben solch trist aussehende Kulissen, für so eine knisternde Atmosphäre sorgen können, wie hier. Die langen Korridore der Anstalt sind wirklich schaurig ausgefallen und können für einen kalten Schauer nach dem anderen sorgen. Zwischendurch immer wieder viele heftige Schnitte und im High-Speed ablaufende Filmframes, die locker an Streifen wie die von Dark Castle Entertainment ("House on Haunted Hill") erinnern.

Dazu eine Akustik, der absolut besten Sorte. Eigentlich durchgängig, gibt es immer wieder irgendwelche schaurige Stimmen oder erschreckende Geräusche, aus allen Ecken des Zimmers, zu vernehmen. Vor allem bei einem sauber abgestimmten Heimkino, ist der Sound schier erdrückend. Wen es da nicht gruselt, der ist abgebrühter als überhaupt nur möglich!

Dazu kommen dann natürlich noch die Morde. Und die sind ebenfalls mehr als sauber ausgefallen. Nicht nur das sie genau an die richtigen Erschrecker-Stellen gesetzt worden, nein sie sind auch noch höllisch blutig geraten. Die FSK muss wohl gepennt haben, als sie ihre ab 16-Plakette vergeben haben. Allein schon die Enthauptungsszene, die wohl mit zur heftigsten ihrer Art gehört, ist locker das KJ-Siegel wert. Aufwändig und von Hand inszeniert, kriegen hier also auch die Gorehounds ihr Fett weg.

Schade nur, dass das Ende und die Auflösung des ganzen Treibens, mal wieder so etwas von Hanebüchen und Enttäuschend ausgefallen sind, dass sie den ganzen Film mit ins Verderben reisen. Nicht nur, dass man diese Auflösung schon tausende Male in X anderen Filmen gesehen hat, sie ist auch einfach zu vorhersehbar ausgefallen. Man ist sich eigentlich schon ziemlich früh über die gegebene Lösung sicher, allerdings hofft man dennoch, die ganze Zeit irgendwie, dass man noch einmal richtig überrascht wird. Das dem dann leider nicht so ist, ist wirklich mehr als Schade und verdirbt einen den, bis jetzt ganz leckeren, Filmhappen rückwirkend!

Ein weiter, sich negativ aufs Gesamtbild auswirkender Punkt, sind zudem die Darsteller. Es sind zwar einige nicht unerfahrene Gesichter wie z. Bsp. Lance Henriksen, Natasha Lyonne oder Patrika Darbo dabei, doch wirklich überzeugen kann leider keiner von ihnen! Am schlimmsten ist aber der Hauptdarsteller selbst, Joshua Leonard! Während er beim Amateur-Streifen "Blair Witch Projekt" durchaus überzeugend agierte, so wirkt sein Schauspiel hier nur gelangweilt und hölzern. Und das reisst ein!

Fazit: Spannender und höchst Atmosphärischer Irrenhaus-Mystery-Slasher, der vor allem durch seine nicht ganz so 08/15-mäßige Story, den brillanten Kulissen und dem fulminanten Soundtrack gefallen kann. Da das Ende aber wirklich höchst vorhersehbar und deshalb (vor allem) rückwirkend enttäuschend ausgefallen ist und die Darsteller allesamt schon einmal bessere Tage gehabt haben, verfehlt der Streifen dennoch ganz knapp den Einzug, in die Riege der "guten Filme"! Für einen schaurigen Gruselabend reicht es aber allemal!

Wertung: 6,5/10 Punkte

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