H. P. Lovecraft und sein Necronomicon, - selten hat ein literarisches Werk so stark die Welt der Fantasy - und Horrormedien inspiriert, auch wenn es zuweilen lediglich als Aufhänger für einen nicht ganz ernst zu nehmenden B-Film dient.
Dieser erfreut vor allem mit einigen trashigen Momenten, viel nackter Haut und einer Inszenierung, die man so auch in den 80ern hätte vorfinden können.
Im Mittelpunkt steht ein katholisches Heim für problematische Mädchen, aus dem immer wieder einige spurlos verschwinden. Larissa, die seit einigen Tagen ihre Schwester vermisst, schleust sich hier ein, um dem Mysterium einer ominösen Oberschwester und dem Treiben eines geistig minder bemittelten Hausmeisters auf die Spur zu kommen.
Herrlich, wie konsequent das Drehbuch sämtlichen Figuren ohne Umschweife die dazugehörigen Klischees verpasst: Die Heldin legt sich sogleich mit der Ober-Bitch an und scheut kein Risiko, der Father, Chef des Hauses, lebt seinen Hang zum Spanking aus und blättert regelmäßig in Sado-Zeitschriften, die Oberschwester flucht und ist natürlich der Schlüssel des Bösen, während Gehilfe Hausmeister in seiner Freizeit in die Duschkabine spannt und nebenbei an Damenunterwäsche schnüffelt.
Ein halbwegs geübter Genrefreund weiß bereits nach einer Viertelstunde haargenau, wie sich die Handlung entwickeln und der Showdown enden wird.
Dabei hält man sich selten mit schnörkeligen Szenen auf, allenfalls sucht man ein wenig zu ausführlich einige Kellerräume mit der Taschenlampe ab. Ansonsten dienen zahlreiche Nackt – und Lesbenszenen als kleine Pausenfüller, die zwar keine expliziten Details offenbaren, sich aber immerhin die Andeutung einer Anal-Fisting-Szene zutrauen.
Der eigentliche Handlungsfaden unterhält weniger durch Spannung und Atmosphäre, denn durch eingestreute Humorpassagen, die sogar zünden.
Ob man da eine sperrige Sexpuppe verschwinden lassen will oder beim Catfight kurz inne gehalten wird, weil eine Aufsichtsperson den Gang patrouilliert, - in den meisten Fällen stimmt das Timing, die Darsteller agieren überwiegend brauchbar und gegen Ende bekommt man sogar die eine oder andere blutige Szene serviert.
Zwar ist man mit einer Enthauptung und einer Art Rasenmäher im Bauch, mit Gekröse freilegend, nicht allzu derb vorgegangen, doch ausgleichend erscheint noch ein Monster, welches wohl dem Cthulhu-Mythos nachempfunden sein soll.
Erst erspäht man lediglich die grünen Tentakel, später offenbart sich seine komplette Gestalt mit kastenförmigen Kopf, rotem Auge und haigroßen Zähnen.
Diese Erscheinung regt allerdings weniger zum Schmunzeln an, als einige andere Gegebenheiten.
So arbeitet ein Jungspund von Cop ohne größere Einwände mit der Heldin zusammen, nach sechs verschwundenen Mädchen stattet dem Heim lediglich ein leicht betagter Inspektor einen Besuch ab und im Haus selbst dienen offenbar nur zwei Personen als Aufsicht, denen sämtliche Mädchen, angeblich pädagogische Problemfälle, ohne Aufmucken Folge leisten und sich beim Father regelmäßig ihre Schläge auf den Pöter abholen.
Ach, und das Necronomicon erfährt natürlich keine tiefere Bewandtnis, es dient lediglich dazu, die „großen Alten“ zu rufen, um mit ihnen eine neue Welt zu erschaffen.
Gewiss bietet „Halfway House“ keinen großen Wurf, denn dafür gibt die Story, der es völlig an Überraschungen mangelt, zu wenig her. Aber die Grundstimmung ist, zumindest für Trash-Fans, die mit geballten Klischees und einer Menge Nacktszenen kein Problem haben, recht amüsant, so dass der Streifen recht kurzweilig erscheint.
6 von 10