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Eine wirkliche Schande...das ich diesen Film nicht auf dem "FantasyFilmFest" gesehen habe. Oder doch nicht? Denn vor lauter Lachen muß man schon aufpassen das man den witzigen Dialogen und demnach der, wenn auch abstrusen, Handlung folgen kann. Ein Partyfilm per excellence! Die Dialoge sind zwar nicht Nebensache, tragen auch eher zur Erheiterung denn zum Sinn bei, fügen sich aber dennoch perfekt in den extrem schwarz humorigen Film ein. Vergleiche zu "Braindead" drängen sich auf, ist "Dead and Breakfast" zwar fast ideenreich an bösestem und blutigstem Humor, jedoch ist die Inszenierung weniger drastisch. Zumindest am Anfang.

Sehr schön die eingestreuten Comicbilder, die als Szenenzwischenblenden dienen: diese sind in s/w - Ausnahme bietet die Farbe Rot, welche vorwiegend bei den Blutbildern zur Geltung kommt. Das Intro samt den Credits bietet einen Vorgeschmack auf das folgende Gemetzel, welches ebenso abrupt beginnt wie es sich hinzieht. Die dazwischen liegende Geschichte ist ebenso blutig wie bizarr: mehrere Pärchen auf der Durchreise geraten in ein Hotel, dessen Sohn des Hotelbesitzers grausam abgeschlachtet aufgefunden wird, der Besitzer selber (David Carradine) an einem Herzinfarkt stirbt und dessen buddhistisches Glückspäckchen statt Glück Unglück bringt - verwandeln sich jedoch alle vom "Todesfluch" dahingeschlachteten Opferin blutrünstige Wahnsinnige; nur die sich später im Haus befindlichen bleiben vorerst vom Unheil verschont. Mit Kettensäge, Schrotgewehr und einer Menge Ideenreichtum und kreativem Chaos versuchen sie der Lage Herr zu werden. Dabei spritzt der rote Lebenssaft en Masse; schon nach knapp 15 Minuten ist das erste Opfer zu beklagen, danach geht es nach einer knappen halben Stunde nicht langweilender Handlung Schlag auf Schlag.

Temporeich, spannend und dicht inszeniert, immer mit einem Augenzwinkern und die Klassiker den Genres parodierend. Ein herrlicher Spaß! Vor allem der Country-Sänger weiß zu gefallen, der besonders markante Situationen mit einem Lied auf den Lippen kommentiert. Auch sonst ist der Humorfaktor sehr hoch. Und das liegt nicht an den darstellerischen Leistungen der unbekannten, aber sympathischen Akteuren, wenn auch manch Slapstickeinlage drin ist. Doch der "normale" schwarze Humor überwiegt - klasse die Szene wo einer Ansätze einer Herz-Lungen-Wiederbelebung versucht, dann aber doch zum Telefon greift um den Notarzt zu rufen...

Nach den besagten 45 Minuten wird mächtig aufgedreht, die Morde sind extrem blutig, extrem krass, jedoch nicht in die Länge gezogen. Es wird gehackt, geschossen, gesägt so das der Bodycount in "Braindead" Dimensionen vordringt. Natürlich auch extrem einfallsreich und krude. So gehört sich das für einen schönen Fun-Splatter. An den Genrekönig reicht er zwar nicht ran, ist aber definitiv einer der besten modernsten Vertreter dieser Gattung.

Im Anbetracht der momentan eher liberaleren FSK wäre eine ungeschnittene KJ - VÖ wünschenswert, wenn auch hart an der Grenze des Wahrscheinlichen. Man kann nur hoffen. Auch auf einen OST, denn die Mischung aus Countrysongs und aggressivem Metal macht Lust auf mehr. Insgesamt wird man prächtig unterhalten - auf Genresprache: hier darf man dem 2 Sterne Film (Bed and Breakfast) jedem verfickten Hollywoodhorrorstreifen (5 Sterne (?)) vorziehen! Eine interessante Handlung, gelungene Effekte und motivierte Darsteller (u.a. auch Jeremy Sisto - der Horrorfreak aus "May") findet man selten in solch einem Streifen.

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