Review

„Dead & Breakfast“ ist ein weiteres Highlight, welches ich auf dem Fantasy Filmfest 2004 bewundern durfte...

„Dead & Breakfast“ reanimiert das totgeglaubte Funsplatter-Genre wieder, nach dem ziemlich enttäuschenden und einfallslosen australischen Beitrag „Undead“ vom FFF ’03. Etwa zeitgleich wie „Dead & Breakfast“ entstand übrigens der britische „Shaun of the Dead“, ebenfalls eine Zombiekomödie die mich ziemlich enttäuschte, da zu viele platte Gags, und zum Teil lausige, nervige Darsteller und insgesamt einfach gähnend langweilig. Einziger wirklicher Lichtblick der letzten Jahre war meiner Meinung nach der herausragende „Beyond Re-Animator“.

Zur Story: Sechs Jugendliche sind mit ihrem Wohnmobil unterwegs zu einer Hochzeitsfeier. Auf ihrer Durchreise halten sie in einem Kaff namens Lovelock um dort eine Übernachtungsmöglichkeit aufzusuchen. Zufällig geraten sie in ein „Bed and Breakfast“ in dem es schon sehr bald das erste Opfer zu beklagen gibt. Als kurz darauf auch noch der Besitzer (David Carradine) an den Folgen eines Herzinfarktes draufgeht und einer der Gruppe die verhexte Holzbox des Hausherrn öffnet ist das Chaos perfekt: Ein tödlicher Fluch liegt über der Stadt...

Zugegeben die Story ist der reinste Schwachsinn, aber mal ehrlich: Wer legt bei solch einem Film wert auf ne ordentliche Story? „Dead & Breakfast“ ist schwarzhumoriger, goriger Zombieslapstick vom Feinsten, der ultimative Partyfilm schlechthin. Immer wieder wird der Film durch gelungene Comiczeichnungen unterbrochen und anschließend von dem Countrysänger Randall Keith Randall (herausragend!) durch derbe, witzige Gesangseinlagen fortgesetzt. Besonders erwähnenswert sollte noch die Country meets Rap-Sequenz bleiben. Selten zuvor hab ich was abgefuckteres gesehen.

Der Soundtrack ist auch sehr gut und abwechslungsreich gewählt: Wenn man nicht gerade die genialen Country-Klänge von Randall Keith Randall erleben darf, wird man u.a. bestens von harter Metal-Mucke oder von aufmunternden Rockabilly-Sound unterhalten. Kaum ein Musikgenre wird bei "Dead & Breakfast" ausgelassen und ist noch dazu immer so treffend in Szene gesetzt.

Die schauspielerischen Qualitäten der Hauptdarsteller sind allesamt sehr gut. In einer kurzen Nebenrolle ist übrigens David Carradine („Kill Bill“) zu bewundern. Die sonstigen Nebenrollen sind ebenfalls perfekt besetzt, besonders erwähnenswert sollten jedoch der bekiffte Hilfssheriff, der Jesus-Prophet und der Peter Maffay-Verschnitt bleiben.

Für zündende Gags am laufenden Band ist ebenfalls bestens gesorgt. Ich hab mich stellenweise bepisst vor lachen. Ab der zweiten Hälfte des Films schlägt das Herz eines jeden Splatterfans höher: Krasse, extrem blutige Splattereffekte, die stellenweise schon „Braindead“-Niveau haben. Es wird gemetzelt, gespalten, zerstückelt, zerfetzt etc. Eben alles was das Splatterherz begehrt.

Ich empfehle bei "Dead & Breakfast" ausschließlich den Originalton vorzuziehen, da die deutsche Synchro mal wieder grauenhaft schlecht ist.


FAZIT:
Funsplatter at it’s best. Seit „Peter Jackson’s Braindead“ gab es kaum noch erwähnenswerte Filme dieses Genres. „Dead & Breakfast“ kann ich uneingeschränkt weiter empfehlen. Am besten ein paar Freunde einladen, nen Kasten Bier bereitstellen und der Abend ist gerettet. Ein absoluter Geheimtip.

BEWERTUNG: 9 von 10
HÄRTEGRAD: 9 von 10

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